iPhone tweets mit | BAD

for his infamous tweets, the interim US president donald trump uses an iPhone. he previously used an android smartphone, sometimes he tweets via his PC (or maybe macbook, it’s tagged as „Web Client“) and very rarely, but more often recently, using the meta-tool → „media studio“ for, for example, pre-timed tweets.

the screenshot below shows the appearance of the word BAD in his recent tweets. i took it from one of several twitter archives, namely the → trump twitter archive.

donald trump hatte mal ein android-smartphone, tweetet seit längerem aber mit iPhone, selten mit seinem PC (oder macbook, geht daraus nicht hervor: „twitter web client“). manchmal klickt er auf twitter-werbung, die ihm gefällt, und manchmal nutzt er das meta-tool → „media studio“ zum automatischen, also zum beispiel zeitgesteuerten tweeten. der screenshot unten zeigt die letzten vorkommnisse des worts „bad“ in all seinen tweets, gelb herausgestellt in einem von mehreren twitter-sammelportalen, hier dem → trump twitter archive.

trump loves it bad (and good, of course)

the portal suggests certain search patterns, for example, and interestingly, bad || sad, which lists all appearances of either one of the words. bad appears more often than sad, obviously, and not as often as good – obvious, too, because this is the tag for his own thinkings and musings, bad is the tag for most others.

on a meta-level the good/bad-thing shows that he is stuck in the black and white patterns which dominated the mainstream up until the 1970s. of course, like all children of that time, the little donald trump asked his rich father while watching fury or lassie, whether the guy in that scene is good or bad. and the father always could answer that question easily.

in other words: the more a person divides the world into good and bad, he/she is stuck in his/her puberty. bad.

das portal gibt suchvorschläge an, wie zum beispiel bad || sad, wo nach beiden begriffen in den etwa 30.000 tweets gesucht wird. sad kommt deutlich seltender vor als bad, good dagegen etwa so häufig wie bad, weil er seine eigenen sachen ja für super good hält. die häufigkeit der worte sagt natürlich etwas über trumps einteilung der welt in gut und böse aus, also einem verhaftet-sein in dem, was wir aus dem denken der prä 1970er kennen, als der kleine trump seinen reichen papa fragte: ist das bei fury oder lassie ein guter und ein böser? die antwort fiel hier immer leicht.

bernd neumann | dichter

vorletzte woche erfuhr ich, dass bernd neumann gestorben ist, schon vor drei jahren. von beruf war er, glaube ich, krankenpfleger in bamberg. etwa jahrgang 1952. bernd war ein tragender pfeiler einer gruppe von jungen schriftstellern um 1975 herum. er studierte damals germanistik und geschichte an der universität erlangen. seine texte waren fast immer politische lyrik, und ich glaube, er schrieb die gedichte sehr schnell und oft nicht ganz nüchtern. sie gehörten zum aufregendsten, was wir damals in die „alternative literaturzeitschrift“ → die gießkanne einfließen ließen, klaus morsch, günther hießleitner und ich.

„die gießkanne“

hier ein typisches politisches gedicht von bernd neumann, geschrieben 1977, damals selbstverständlich noch auf schreibmaschine. veröffentlicht in  gießkanne #6. und darunter ein zwei jahre früheres, kurzes, zum thema alkohol, gießkanne #3.

bernd neumann in der „gießkanne“ 1977

 

gang durch eine landschaft

 

komm ins freie

mein freund

ins offene

schußfeld und

laß uns

weiter

marschieren

unter einem mond

blässlich wie ein arsch

durch wälder / moore

voller nebel

spinnennetze und nebel

voller coladosen

und werwölfe

vielleicht

mein freund

stimmt die marschzahl

eingeritzt

in unsere hände

und wir erreichen

den fluß

mit seinem morgenrot

dahinter

oder die teufelsinsel

oder das lager dachau

oder das gelbe loch von bautzen

es ist fast einerlei

mein freund

komm

ins offene

ins freie

viel ist nicht mehr

zu verspielen

 

lotta continua

ich sitze

saufend

in der langen nacht

und

schenke ein

und denke dran

den korken

– morgen –

in der flasche

drinzulassen

und weiß

daß ich

verloren hab

für diese nacht

drei gedichte, maschine und handschrift

wahl-„terror“ | 1688

das wort „terror“ taucht in den mitschriften des englischen unterhauses erstmals am 19. februar 1688 auf. und zwar im zusammenhang mit einer wahl, an der baron john dormer teilnahm. soldaten hatten den befehl verweigert und waren nach wallingford marschiert, um die dortige wahl zu „schützen“, genau genommen, um dormer ins parlament wählen zu lassen. dabei drohten sie dem bürgermeister damit, seine ohren abzuschneiden und sein haus niederzubrennen, falls er dormer nicht gewinnen lässt. dormer verlor die wahl gegen baron william jennens. in der parlamentarischen mitschrift werden diese drohungen als „terror“ bezeichnet.

house of commons, 19.2.1688 → proQuest

 

kleinschreibung | bauhaus

herbert bayer: stadelwand (1936)

aus immer wieder gegebenem anlass möchte ich am rande erwähnen, dass den nazis in dessau die kleinschreibung der bauhaus-jünger ein solcher dorn im auge war, dass sie die anweisung an die stadt gaben, kleingeschriebene briefe nicht zu öffnen, sondern zu vernichten. hier zur kleinschreibungstheorie ein zitat aus typografie.info: es bezieht sich auf den österreichischen künstler herbert bayer, dem wir auch die grafik oben zu verdanken haben:

ausländer (die) | plural

schon das wort „ausländer“ ist bekanntlich unsinn, weil jeder von uns unter dieses label fällt. der bayerische bauer, der über 7 generationen hier hof und acker führt, hat selbstverständlich vorvorfahren aus gegenden, die damals noch nicht ukraine oder tirol oder flandern hießen. der US-amerikanische ausländer trump zum beispiel hatte großeltern aus kallstadt bei bad dürkheim und kann in der heutigen weltsicht von glück reden, dass er a) weiße hautfarbe hat, b) keine frau ist und c) aus dem deutschen reich und nicht aus südsudan kommt. also, von ausländer zu reden, statt, wie’s meist gemeint ist, von flüchtling oder asyl-suchendem, ist unsinn.

unsinn diskriminiert an sich nicht, aber wenn man nun sagt: „ich möchte, dass alle ausländer verschwinden“, oder, etwas weniger diplomatisch, „alle ausländer sind arschlöcher“ – dann diskriminiert das schon. diskriminieren kommt aus dem lateinischen und heißt unterscheiden. man trennt quasi die bevölkerung in zwei gruppen, ausländer = arschlöcher und nicht-ausländer = nicht-arschlöcher.

so hat das eine bekannte getan, die in der S-bahn „immer blöd von ausländern angeguckt“ und vielleicht auch angemacht wurde. sie führte bei messerstechereien, von denen sie gehört oder gelesen hatte, gern das wort „ausländer“ ein, „diese messerstechenden ausländer“, mit meist nebensätzen wie: „… die man sofort abschieben, einknasten“ etc. sollte. diese bekannte hat jetzt nicht hinausposaunt, dass „natürlich wieder ein ausländer“ in herne kleine kinder bedroht und ermordet hat – denn dummerweise, und für sie völlig unverständlich, hat ein „einheimischer“ das getan.

als mir trudi in florida (abstammung sudetendeutsch) ihre kleinstadt vorstellte und durch die straßen kurvte, bat ich sie, mal links abzubiegen, über die bahnschienen. sie weigerte sich. begründung: „da wohnen die schwarzen, und das möchte keiner sehen.“ ich war später öfter alleine da, und in dem stadtteil wohnten wirklich vorwiegend menschen dunkler hautfarbe, jedoch in durchaus nicht heruntergekommenen häusern, während trudi völlig verarmt mit einer total kaputten familie in einem wohnwagen hauste, den sie zwar „sauber“ hielt, aber der von ratten, schlangen und spinnen besucht war und in dem die hunde stanken, ja, die hunde, trudis 3 hunde.

alle modernen verfassungen, incl. der türkischen, haben klauseln gegen generalisierte diskriminierungen. im grundgesetz besagt artikel 3:

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

das ist kein hemdsärmliger paragraph, sondern wohl bedacht und strafgesetzbewährt.

wer also „die ausländer“ sagt, ist einfach dumm. wer aber sagt, die ausländer sind arschlöcher, macht sich strafbar, er verstößt gegen das grundgesetz.

moralisch verdrängen solche hasserfüllte zeitgenossen, dass natürlich viele der so genannten ausländer absolut keine arschlöcher sind; sie selbst aber, die das behaupten, sind es schon. die meisten deutschen „ausländerfeinde“ leben in gegenden, wo nie ein asyl-suchender hinkam. und wenn einer sich dennoch dahin verirrte und die ausländerfeinde angst vor ihm bekamen, dass ihre wohlbehüteten mädchen von dem ausländer missbraucht werden würden, und zwar alle, … dann muss ich Euch ausländerfeinden ganz bayerisch sagen: geht scheißen!

automatische text | erzeugung

welcher text kommt aus der maschine, welcher von einem journalisten?

die lösung lautet: A ist der maschinentext – wobei ich dazu sagen muss, dass ich der radiophonen kürze wegen aus den viel viel längeren texten (DIN A4) ausschnitte gewählt habe, die in etwa das gleiche thema haben: lage des hotels, parken…

der heutige schwerpunkt in der DLF-sendung → computer und kommunikation findet sich zum nachhören → hier.

unfit for | presidency

trumpUnfit
das wall street journal kommentierte vor paar tagen die kritik an donald trump, er sei „unfähig, präsident zu sein“. diese aussage kam unter anderem aus dem munde von präsident obama.
der kommentar versuchte, zu verharmlosen, indem er trump in eine reihe früherer präsidenten und präsidentschaftskandidaten stellte, denen man ebenfalls nachsagte, sie hätten nur ein großes maul, aber keine ahnung, und sie würden dem land nur schaden. dazu gehörten der western-schauspieler ronald reagan, aber natürlich auch nixon und der zweite bush (der nie im ausland gewesen war). weil das wall street journal das wall street journal ist, kritisierte es keine früheren präsidenten, auch wenn sie noch so viel dreck am stecken haben. der kommentar besagt statt dessen: angesichts der guten politik, die die angeblich unfähigen gemacht haben, besteht hoffnung, dass trump, würde er denn präsident, sich auch entwickelt.
manche unken, wenn trump tatsächlich gewählt würde, er hätte gar keine lust, den langweiligen job des präsidenten zu geben und die wahl deswegen nicht annehmen.
 
heute jedenfalls ist der vorsprung clintons im wahlkampf wieder größer geworden. während julian assange (möglicherweise falsch, aber nachhaltig) zitiert wird, er habe dokumente, die frau clinton so belasten würden, dass sie die wahl nach der veröffentlichung dieser leaks verlieren würde, ja vor gericht käme.

melania trump | plagiiert

angeblich, rein statistisch, hat melania trump für ihre rede am parteitag der republikaner (18. juli) „nur“ 7 % der rede michelle obamas vor 8 jahren kopiert. so stellen es die, die frau trump verteidigen gern dar. klar kann ich einen neuen „faust“ schreiben, der rein zufällig mit „habe nun ach…“ beginnt. die → new york times hat am tag nach der rede die beiden entscheidenden stellen der reden gegenübergestellt:

melaniaTrumpPlagiiertMichelleObama

die new york times analysiert das plagiat

augrym stones | am bett

northernChristianAdvocate

da lese ich also im northern christian advocate vom 24. märz 1887 einen sehr fein geschriebenen artikel über die art und weise, wie die menschen zählten und zählen, und werde mit chaucer bedient. der beschreibt in seinem ende 14. jh. erschienen text → the canterbury tales einen mit starkem sexualtrieb ausgestatteten buchhalter und astrologen nicholas. nicholas hat seine rechensteine fein aufgereiht auf einer ablage am kopfende seines betts untergebracht:

This clerk was cleped hende Nicholas.

His augrym stones layen faire apart,

On shelves couched at his beddes heed;

augrym oder augrim ist mittelenglisch für algorithmus. danke, christlicher advokat aus syracuse im staate new york!

hisAugrimStones

ich will dich | heute abend

die kreativität von spam-kreatoren ist nach wie vor ein highlight unserer subkultur. gerade kam dieser herein. die links führen selbstverständlich brav zu webseiten mit trojanern im code. wer diesen spam verschickt hat, wissen wir nicht. wohin er zielt, schon. und eins scheint sicher: der texter des spams spricht nativ deutsch. kann gut sein, dass solche texter heute ganz normal über linkedIn oder dgl. gesucht und gefunden werden.

ichwilldichheuteabend

spam-erfinder werden auch in der grammatik besser

the red | zimmer envy

screenshot der guardian-webseite von heute

in diesem heute erscheinenen → artikel im guardian beschreibt die journalistin und buchautorin jackie kay das problem, mit pflegebedürftigen eltern zurecht zu kommen. wer kinder kriegt, so ihr gedankengang, wird in geburtsvorbereitungskursen und mit hebammen dafür einigermaßen fit gemacht, aber für die alt werdenden eltern gibt es für die einzelkindtochter kein rezept. ich möchte das bezweifeln, ob es ein rezept für beide lebenslagen überhaupt geben kann.

egal. was mich in dem artikel verblüffte, war das „red zimmer“. und nach kurzer recherche schrieb ich soeben in den wikipedia-artikel über den amerikanischen orthopädiekonzern und rollator-fabrikanten → zimmer rein, dass „zimmer“ im angelsächsischen raum synonym mit „walker“ verwendet wird. kays satz:

I bought my mum a poppy-red Zimmer. She said: “You should have seen me in the hairdressers. All the old women crowding round my Zimmer. Talk about Zimmer envy. Zimmer rage, more like.

damit hätten wir wieder den fall eines industrieproduktnamens, der seinen weg 1:1 in die umgangssprache geschafft hat. so wie „haste mal ein tempo für mich?“ oder „ich glaub, um das aufzusaugen, brauch ich zwei zewas.“

das darknet | philosophisch

hackerAsksHowAmI

großartige tiefe bietet das darknet, manchmal auch deepweb genannt. hier fragt ein vermutlich pubiertierender jugendlicher, wer er ist. gute frage. auch die antworten, die der junge werther sich hier vorsichtig gibt, sind philosophisch:

Ich bin ein professioneller Penetrationstester von +12 Jahren.

die philosophie und politsche unkorrektheit lauern im darknet überall. während im brightnet alle webseiten geifernd locken: komm zu mir, komm, komm; danke dass du da bist… begrüßt mich in der zwiebelwelt durchaus das, was die welt im innersten zusammehält, nämlich die rot-graue ehrlichkeit:

darknet_pleaseGoAway

mit ästhetischer reinheit kommt illegales amphetamin daher und bringt uns in neue bewusstseinssphären:

amphetamin

fliege auf | schnauzbart

fly_toothbrushfliege auf schnauzbart*

die oxford dictionaries feiern heute, vermutlich rein zufällig, das wort „fliege“. es ist kein wort, das im englischen angekommen ist, es geht hier vielmehr nur um das deutsche wort für deutschlernende briten. englisch und deutsch sind sich bei der verwendung der fliege weitgehend einig:

  • people were dying like flies (menschen starben wie die fliegen)
  • he couldn’t hurt a fly (er konnte keiner fliege was zuleide tun)

nur bei den zwei fliegen, die wir deutschen meist vergeblich mit der einen klappe (der fliegenklatsche) schlagen, folgt der brite uns nicht. er tötet lieber zwei vögel mit einem steinwurf:

  • he kills two birds with one stone.

das wörterbuch erinnert auch an das umgangssprachliche „die fliege machen“, englisch „let’s beat it“, hau’n wir ab. außerdem wird die alternative zur krawatte erwähnt (bow tie), und ein bart, der sich fliege nennt und im englischen shadow heißt.

diesem haarwuchs ging ich kurz nach, denn mir ist die fliege als barttyp nicht bekannt. unter der fliege versteht man laut wikipedia den → zweifinger-, chaplin- oder hitlerbart. der heißt im englischen aber gar nicht schatten, sondern zahnbürstenschnauzer: toothbrush moustache. der shadow beard ist etwas ganz anderes, nämlich meist two-day shadow oder, bei stärkerem bartwuchs, der 5 o’clock shadow genannt: ein schatten von einem bart, deutsch in etwa mit dreitagebart übersetzbar.

in der englischen wikipedia gibt es, mit referenz auf die 1980er jahre und george michael, den → designer stubble, also das wohlgeformte stoppelfeld.

oxford dictionaries irren also ausnahmsweise.


* fliege: → f. christian thompson; zweifingerbart: → yanka mushon zer-aviv. collage: ms. die fliege ist übrigens eine costa ricanische schwebefliege, benannt nach dem microsoft-gründer bill gates, lateinisch: → eristalis gatesi. microsofts paul allen sollte auch nicht leer ausgehen. nach ihm ist eine ähnliche schwebefliege benannt: eristalis alleni.

 

Lieber Herr | Sch¸nherr

lieberHerrMitKomma

mich haben schon viele lieb angeschrieben, aber von einer fluggesellschaft muss das nicht unbedingt sein. was aber durchaus seinen charme hat, und was ich auch von anderen airlines kenne, etwa von germanwings, ist der liebevolle umgang mit dem

ö

in meinem nachnamen. dieses zeichen muss man sich erst mal erfinden, auf dieses komma, das kein komma ist:

→    ¸    ←

… muss man erst mal kommen!


hans schreibt, das seltsame zeichen könne cédille heißen. schöner name!