sternzeit | musik

2009 hat die redaktion forschung aktuell im deutschlandfunk die rubrik sternzeit neu gestaltet. ich komponierte die musik dazu. sie liegt als “teppich” unter jeder ausgabe und ist mit absicht nicht explizit deutlich zu hören. es kommt auf das gesprochene wort an, und dieses schreibt mein kollege dirk lorenzen, und es spricht der schauspieler markus scheumann. hier sind die beiden bei der gemeinsamen aufnahmearbeit zu sehen. das foto ist → dieser webseite des senders entnommen. darin auch ein kleiner film über das team.

dirk lorenzen und markus scheumann. foto: dlf

ich komponierte die musik ende 2008 und nannte sie “Sternzeit 2008”. so ist sie auch bei der GEMA gelistet. ich bin kein fan von so sphärischer musik, aber hier scheint es zu passen.

es erreichen mich immer wieder emails, die musik habe etwas so beruhigendes, dass man sie einmal komplett ohne text hören möchte. ich glaube zwar, dass das beruhigende vom gesamtwerk, also mit markus’ stimme, kommt. aber hier ist die musik, rein instrumental, pur. bitte nur hören und nicht weiterverwenden. die GEMA kann da sehr streng werden.

sternzeit 2008, von ms

ghost | sendung aus china

mich rief heute eine frau aus leipzig an, mit nicht unterdrückter nummer, und stellte sich als mitarbeiterin von DHL express vor. es läge eine paketsendung aus china an mich in köln vor, und wegen fehlender zoll-unterlagen würde sie festgehalten. ich dachte an einen → scam, also an einen betrügerischen anruf.

als ich sagte, ich erwarte nichts aus china, meinte die frau, es könne sich auch um einen betrug handeln, ich solle doch mal paypal und girokonto prüfen. wenn sie im nächsten schritt gesagt hätte, lassen Sie mich mal auf Ihren computer, um Ihnen zu helfen, wäre es der scam/spoof-klassiker gewesen. aber sie fragte mich nur nach meiner email-adresse und schickte mir die unterlagen über die mysteriöse paketsendung unmittelbar nach dem telefonat.

im anhang an diese mail fand sich eine pdf-datei. auch diese genoss ich mit vorsicht und öffnete sie nicht am PC, sondern am iPad. sie stellte sich als echt heraus. eine firma in shenzen/china, bei der ich vor einem halben jahr meine → 360°-kamera gekauft hatte, schickte mir die kamera aktuell und vermutlich versehentlich nochmal. DHL und zoll fiel dabei auf, dass dafür keine rechnung bzw. kein zahlungsnachweis vorlag.

bei den paketdienstleistern heißen solche pakete ghost-sendungen. meine, die nicht meine war, ging soeben nach china zurück.

ende | höhe

köln dom und hauptbahnhof bei nacht. foto: ms

fotos wie diese werden in nächster zeit nicht mehr legal möglich sein. wir schreiben den spätsommer 2021. seit beginn des jahres greift die EU-drohnenverordnung mit zahlreichen neuen vorschriften, aber auch neuen möglichkeiten wie zum beispiel dem flug von fotodrohnen bei nacht. drei wikipedia-kollegInnen und ich haben seit 2019 besondere freigaben der luftfahrtbehörde des landes NRW. diese erlaubten uns zum beispiel, über bundesstraßen zu fliegen, aber auch auf größere höhen zu steigen.

für letzteres gab es weitere auflagen, etwa die absprache mit den regionalen flughäfen, den betreibern von heliports auf krankenhäusern und der deutschen flugsicherung. wir zahlten zu viert, unterstützt von der wikimedia deutschland, etwa 300 € pro jahr an bearbeitungsgebühr der NRW-landesregierung für diese extra-freigaben. sie haben die wikipedia erheblich bereichert. es wimmelt von fotos und videos, die wir vier nur wegen dieser sonderfreigaben erledigen konnten. die sonderfreigaben heißen lizenzen für die “spezielle kategorie” des fotodrohnenflugs.

seit beginn 2021 ist die lage völlig anders: um die drohne überhaupt vernüftig fliegen zu dürfen, braucht es den so genannten A2-drohnenführerschein der EU. das ist ein handfestes dokument mit ordentlichem lernpensum und prüfungsmodalitäten. ich habe den A2 absolviert, beflog mit dieser “freiheit” also auch 2021 einiges, oft aus großer höhe. ich konnte dadurch ein gefühl dafür entwickeln, das ich zuvor überhaupt nicht hatte, nämlich was man von welcher höhe aus sieht und wie sich die drohne in diesen höhen verhält. für den kölner dom, der rund 150 m hoch ist, sind 300 m optimal.

im juli 2021 änderte sich die lage erneut. die umsetzung der EU-drohnenverordnung überforderte laut angaben der deutschen flugsicherung DFS die landesluftfahrtbehörden, sodass die höhenfreigabe von den bundesländern an die DFS abgegeben wurde. ich fragte also in braunschweig, wo die DFS sitzt, an, wie das gehen soll, was ich tun muss, um weiterhin 300 m hoch zu fliegen?

welches der formulare muss _ich_ ausfüllen?

die antwort per email war freundlich, kompetent, aber für mich völlig undurchsichtig. ich bat um ein coaching beim ausfüllen der für mich kryptischen formulare und hatte deswegen gestern eine videokonferenz mit einer expertin und einem experten bei eben diesem luftfahrtbundesamt.

in der sehr freundlich ablaufenden halben stunde kam heraus, dass der aufwand und die kosten für einen individual-drohnenpiloten wie mich nicht tragbar sind. der DFS-kollege meinte, es sei einfacher und preisgünstiger, sich eine cessna zu mieten.

pro flugvorhaben mit ähnlichen bedingungen in einem bestimmten gebiet ist ein eigener antrag nötig. ein solches flugvorhaben wäre zum beispiel: über dicht besiedelten gebieten wuppertals, mal im osten, im zentrum, im westen der stadt, höhen zwischen 250 und 350 m. nicht aber im benachbarten hagen oder über den hügeln dazwischen. das wären folgeanträge. der antrag kostet zwischen 200 und 2000 €. folgeanträge (also im beispiel über der stadt hagen) liegen im unteren bereich, weil nicht mehr alles von der DFS abgefragt und eingeschätzt werden muss. der vorteil dieser regelung ist, dass sie in ganz europa (und nicht nur in NRW) und über 5 jahre (und nicht nur ein jahr) gilt. auch der A2-drohnenführerschein muss übrigens nach 5 jahren erneuert werden.

in jedem antrag für höhenfreigaben in der speziellen kategorie müssen wir begründen,

  • dass wir dem flugvorhaben gewachsen sind,
  • dass wir detailierte risikoabschätzungen vornehmen,
  • ein betriebshandbuch führen und dieses mit der DFS teilen.

je nachdem, ob wir im kontrollierten luftraum und damit in absprache mit der DFS fliegen, oder hoch über einem luftraum-freien acker, fallen verschiedene kosten an. der acker mit einsiedlerhof in dem fall ist teurer und aufwändiger. bei bestimmten flugvorhaben müssen wir persönlich mit der DFS in kontakt treten – was alles noch teurer wird.

wir müssen begründen, ob das gebiet unter der drohne mehr oder weniger schwach bevölkert ist, wobei sich das wiederum anders auf die kosten auswirkt, wenn wir nachts fliegen. ich habe überschlagen, wie viel an DFS-gebühren mich die flüge im ersten halbjahr gekostet hätten: einige tausend euro.

ausschnitt aus s. 4 (von10) aus dem für uns relevanten antrag

bei der videokonferenz wurde klar, dass die situation so nicht bleiben kann. das verfahren für die antragsstellung ist zu kompliziert und zu teuer. auch ein damit verwandtes thema, der von der EU-verordnung ab 2023 vorgeschriebene transponder in der drohne, welcher daten über position und pilot nach unten funkt, wo behördenfahrzeuge ihn auffangen können, macht den kollegInnen bei der deutschen flugsicherung sorgen. es ist überhaupt nicht klar, wie das mit den so genannten bestandsdrohnen (also zum beispiel meiner DJI mavic pro) weitergeht.

orchestral | piece

four instruments in this song

i composed this 3 minute piece of classical music with the four instruments above. top left is where the double bass comes from: the hyperion strings by soundiron. top right the two organs, out of tune at the beginning and end, on purpose, of course. by soundiron. bottom left are the session strings 2 by native instruments. i used them for the intimate string ensemble. the percussion comes from tines & echoes, also by soundiron.

industria calamita (GEMA)

industria calamita consists of 7 parts which are all related, but quite different. i did the composition and arrangement in cubase (steinberg) and a mild final mastering using ozone (iZotope).

selfie | with hat

high noon, late summer

usually, when i take selfies with me and/or others, i use voice control. in this case it did not work three or four times, because of the wind, high up on the coastline. i manipulated the photo on my iPad with just two adjustments using the app snapseed.

schicht | dienst

3D print by miPart

das ist eine makroaufnahme eines ca. 10 cm hohen, sitzenden manns. in 3D gedruckt: FDM in ABS. der ganze prozess demnächst in meinem 3D-animations-tutorial-kanal auf → youtube.

second print, on chinese tea mug
ensemble on two tea mugs.

dorn war nicht | rabestein

long story short: die DDR-justiz hat nach dem aufstand vom 17. juni 1953 eine dubiose und sicherlich nicht lupenreine frau namens → erna dorn zum tode verurteilt und hinrichten lassen, weil sie angeblich KZ-aufseherin von höchster brutalität gewesen war. das war erna dorn sicherlich nicht, auch wenn sie in haft damit geprahlt hatte. in dem strafprozess spielte offenbar auch eine verwechselung der erna dorn mit der tatsächlichen KZ-aufseherin → gertrud rabestein eine rolle.

merkwürdig daran ist (auch), dass frau rabestein damals bereits lebenslänglich in DDR-haft war. kann sein, dass die DDR-justiz keine unterlagen über den 1948er-prozess gegen rabestein hatte, denn der prozess fand noch unter sowjetischer ägide statt. aber der richter hätte immerhin sehen können, dass frau rabestein schon fünf jahre ihre haftstrafe abbüßte (sie starb viel später in haft).

dass die DDR-presse stromlinienförmig auf parteilinie war, ist klar. aber dass sich auch zeitungen im ausland so (und noch dazu 150prozentig linientreu) präsentierten, ohne es zu müssen, war mir nicht so klar. oben der völlig verquere, von unbelegten unterstellungen überquellende ganzseitige artikel der österreichischen zeitung → der neue mahnruf (bei klick wird der scan schön groß).

peter silly band | 1980

1978 konnte ich mir, wenn auch nur mit mühe, eine top-anschaffung leisten: ein fender rhodes e-piano und dazu ein lautsprecherkabinett für zusammen 3650 DM.

damals wohnte ich mit meiner ersten freundin in einer einzimmerwohnung im noch sehr ländlichen unterschleißheim bei münchen. ich war süchtig nach diesem keyboard und spielte oft nachts mit kopfhörer. lioba , 1,5 meter davon entfernt im tiefschlaf, war das klappern der tasten zwar gewohnt, aber besonders tief konnte sie dabei sicher nicht schlafen.

zwei jahre später zog ich in eine WG in der herzogstraße in schwabing, wo martin seeliger sich gerade (und sehr akribisch) mit dem saxofon vertraut machte. ich gründete in diesem jahr eine rockband mit dem wenig einfallsreichen namen peter silly band, mit reinhard thusbass am schlagzeug, dem bassisten peter und einem gitarristen mark, deren nachnamen ich vergessen habe. mark an der gitarre war engländer, der viel besser als ich klavier spielte und mir einige jazz-griffe am piano zeigte, an die ich mich heute noch erinnere. martin stieß, als er sich reif für eine band fand, dazu. ich komponierte, spielte das fender rhodes und sang. wir traten einige male zusammen auf, gefühlt nicht mehr als 5 mal, zum beispiel in der haidhausener vielharmonie. die qualität unserer musik und die aufnahmequalität waren unterirdisch:

peter silly band live, zugabe, ende, 1980

die live-auftritte waren im grunde verlängerte übungsraumsessions, mit einer musik im stil von jazzrock. allerdings saßen die für den jazzrock typischen breaks bei uns nicht: es fehlte an der präzision zwischen den instrumenten, vor allem der koordination von bass, schlagzeug und meinem piano. in dem folgenden ausschnitt aus dem song “the images” nach einem englischen text aus dem 1. weltkrieg, hört man diese defekte. es ist ein take aus dem übungsraum in schwabing:

peter silly band: the images

von der peter silly band habe ich kein foto. die gruppe war für mich und reinhard das testbed für das, was zwei, drei jahre später zur band k. rot extra führte. k. rot extra positionierte sich anfangs als punk- und dub-band, später dann klar als new wave.

k rot extra – pause zwischen zwei sets.

der kleine | dom

dom und hbf. foto: ms/dpa

wie oft flog ich mit eurowings oder ryanair von münchen oder london zurück nach köln und sah dabei den rhein und den dom. seit der neuen EU-drohnenverordnung dürfen wir bei bestimmten voraussetzungen nun auch nachts fliegen. so konnte ich mir den dom gestern abend um halb 11 mal genauer von oben ansehen:

köln zentrum mit dom und hauptbahnhof. foto: ms/dpa

als 360°-panorama, welches die drohne innerhalb einer minute in form von 24 einzelbildern schoss und zusammenfügte, lassen sich fast beliebige blickwinkel realisieren, etwa diese → little planet-ansicht:

köln bei nacht als little planet

dieses bild ist ein aspekt des → fotos auf wikimedia-commons. bitte den 360°-link benutzen, um das panorama richtig navigieren zu können!

die bohne | macht’s

filterkaffee

in den kaffee bin ich, wie in’s bier, erst spät und sehr langsam reingewachsen. früher dachte ich, dallmayr prodomo war die krönung der bohnen und das jever das pils der pilse. ich lernte eine damals neue kaffeekultur in stockholm kennen, so um das jahr 2010. → johan & nyström servierten filterkaffee und positionierten sich damit zweifach: sie verdammten den mit milchschaum versauten siebträgerkaffee ebenso wie den lieblosen filterkaffee der kaffeekränzchen. als ich meinen ersten kaffee dort trank und um milch bat, wurde ich eines besseren belehrt: die bohne ist die bohne ist die bohne – und braucht keine milch. mir wurde durch die besuche bei johan & nyström klar, dass die bohne nicht die bohne ist, und dass die röstung nicht die röstung ist, sondern dass eine mit liebe gepflegte kaffeeplantage, eine sorgsame ernte und eine präzise röstung einen so erheblichen unterschied machen, dass dallmayr einfach nicht mehr infrage kommt.

als ich gestern einen meiner lieblingskaffees gekauft hatte, den äthiopischen, im sauerland gerösteten arabica vom kölner → café einspänner, ganze bohne, kam ich am chlodwigplatz am café der coffee fellows-kette vorbei. der inhaber fragte mich, was der einspänner-kaffee koste. um die 8 € für 250 g. er bot mir an, seinen kaffee-blend für die americano-kunden zu testen und füllte mir einen kleinen becher mit bohnen. dieser kaffee fiel so stark gegen den doppelt so teuren ab, dass ich die restlichen bohnen meinen bürofreunden vermachte. die filterkaffeevariante von coffee fellows schmeckt fad und dünn.

achso: das jever. dazu sag ich nur craftbeer, vor allem IPA, zum beispiel bei → bier macht schön in köln/sülz.

slave states | free states

die zeitung präsentiert auf ihrer ersten seite das vollständige transkript einer debatte im US senat vom 25. märz 1862. titel: “abschaffung der sklaverei im bezirk columbia”. der abgeordnete (?) → james harlan spricht über die free states und die slave states, also die staaten, wo die sklaverei abgeschafft bzw. noch nicht abgeschafft wurde. er sagt, die weiße bevölkerung in den free states hege ein tiefes vorurteil gegen “negroes”, weil sie es nicht gewohnt seien, mit dunkelhäutigen menschen zusammenzuarbeiten. dies sei in den slave states so normal, dass es quasi keine berührungsängte gäbe.

es dauerte noch 3 jahre, bis die sklaverei in den ganzen USA gesetzlich verboten wurde.

dollarstrafen | peitschenhiebe

im februar 1853 unterzeichnete der bürgermeister der kleinstadt → woodville in mississippi ein später in der lokalzeitung veröffentliches gesetzespaket. es ist für seine zeit typisch, weil es zum beispiel die kanalisation als zentralen wert wahrnimmt und per gesetz “obstructions in gutters” verbietet und auch mit strafe belegt, wenn jemand seinen verstorbenen hund oder das tote hausschwein länger als 12 stunden im stall oder auf der straße liegen lässt.

es gab auch verkehrsregeln wie zum beispiel die geschwindigkeitsbegrenzung im ort beim reiten mit oder ohne kutsche (“penalty for driving faster than a trot or pace”). mit “not to hitch animals to shade-trees, etc.” war ein parkverbot gemeint, nämlich das freie anleinen von tieren, vor allem von pferden, unter schatten spendenden bäumen.

1853 war neun jahre vor abraham lincolns hoch umstrittener abschaffung der sklaverei. in den südstaaten war ein wirtschaften ohne “sklaven, neger und mulatten” nicht denkbar. an dem gesetzespaket sieht man, wie stark sich die regeln und das strafmaß unterschieden, je nachdem, welche hautfarbe man trug. wenn ein “weißer” zu schnell durchs dorf ritt, zahlte er maximal 5 dollar strafe, während der schwarze mit höchstens 39 hieben ausgepeitscht wurde. es gibt kein vergehen, bei dem ein weißer ausgepeitscht werden sollte. genauso wie sklaven nie zur kasse gebeten wurden – sie hatten ja kein geld.

eine ganze reihe von anordnungen betreffen explizit “slaves, free negroes, and mulattoes”. beispiel: “negroes prohibited from conducting balls, etc.” wenn sie trotzdem zusammen außerhalb des geländes ihrer arbeitgeber tanzten, waren exakt 39 peitschenhiebe fällig . wenn jemand aus dieser personengruppe einen weißen mitbürger beleidigte, gab es eine staffelung des strafmaßes: der “freie neger” zahlte mindestens 5 dollar, der rest bekam maximal 39 peitschenhiebe und eine gefängnisstrafe. sie mussten sich außerdem an eine ausgangssperre halten und durften am sabbath gar nicht in die stadt (höchsten 20 peitschenhiebe) – es sei denn, ihre herren nahmen sie zum gottesdienst mit.

die titelseite der zeitung “the woodville republican” ist hier unten komplett zu sehen, bei klick/tippen in hoher auflösung:

the woodville republican vom 1. märz 1853

nur 43.000 | sklaven

der liberale beobachter, eine in reading/pennsylvania erschienene US-amerikanische zeitung in deutscher sprache, schreibt in der ausgabe vom 4. april 1843 von einem rückgang der sklavenimporte auf kuba. 22 jahre später, 1865, wurde die sklaverei in den USA abgeschafft.

kölner dom | nachts von oben

köln zentrum. foto: ms/dpa/pictureAlliance

dieses foto entstand am späten abend des 23. juni 2021. ich hatte einen sweet spot zum starten der drohne am laurenzplatz mit der stadt köln vereinbart, von wo man den dom in seiner ost-west-breite gut sieht.

das ist mein zweites bild nachts von oben. beim ersten (siehe foto unten) war die belichtungszeit mit 2 sekunden zu lang. hier war sie 1 sekunde. man sieht, wie ruhig die drohne dabei in der luft steht, denn es erscheint am boden nichts verwackelt.

die flughöhe von 299 metern war ad hoc mit dem tower am köln-bonner flughafen respektive der deutschen flugsicherung vereinbart. es sind für solche flüge noch weitere sonderfreigaben, nämlich von der luftfahrtbehörde der NRW landesregierung. das heißt im umkehrschluss, dass ich z. b. in chemnitz zwar nachts aufsteigen darf, aber nur bis 120 m höhe. und nur mit dem neuen EU-drohnenführerschein A2.

zu dem gelungenen flug letzte nacht gibt es außerdem ein → video. drohnenvideos mache ich meist nur nebenbei, typischer weise vor dem rückflug. wichtigste aktion bei den meisten meiner flüge ist die aufnahme eines 360°-panoramas für die wikipedia. bitte den → 360°-link benutzen, um es mit maus oder finger navigieren zu können.

beim nächsten dom-flug suche ich mal eine andere perspektive, aus der man die beiden türme sieht.

2 sekunden belichtungszeit sind zu lang

SED | cottbus

o-ton aus dem podcast “111 km akten

hintergrund: die sowjetunion lieferte 1981 nicht die versprochene menge an PKW der marke LADA an die DDR. die staatspartei SED hatte probleme, dies der bevölkerung zu vermitteln. die wartelisten für autos waren lang genug. der “sekretär für propaganda” bei der “zentralen parteileitung der bezirksverwaltung cottbus” werner thomala zieht hier gegen einen genossen vom leder. sein standpunkt ist der: bevor man die sowjetunion kritisiert, muss man erstmal der sowjetunion für alles danken, was sie für die DDR getan hat. im podcast ist dieser ausschnitt vom 10. april 1981, dem vorabend des X. parteitages der SED, länger. die erwähnte publikation “LR” ist die → lausitzer rundschau.

thomala gibt es in der mediathek des archivs auch noch → viel ausführlicher, wenn auch schwer verständlich. den o-ton hier habe ich mit izotope RX8 so bereinigt, dass er einigermaßen zu verstehen ist.

coronavirus | visualized

coronavirus, visualized. ms/dpa pictureAlliance

the coronavirus is smaller than the wavelength of visible light. so it does not have colours in the way we think about colours. as to geometry we can model the virus, not not in terms of colour. most visualisations reduce the complexity of the protein structure. a single spike consists of over 20,000 proteins. my new visualisations show the virus with a highly reduced complexity. but the basic geometry is correct. about 40 spiked fit on each cell. i did other visualisations with much more complexity, such as this one:

three spike protein chains, separated. ms/dpa pictureAlliance