großartige erd | darstellung

großartige visualierung des winds, des meeres, von partikeln und schadstoffen in verschiedenen, ästhetisch hochwertigen projektionen, von cameron beccario @cambecc, open source, berechnet in 3 stundenintervallen von verteilten internationalen supercomputern: earth.nullschool.net

stickstoffdioxiddichte in bodennähe. WP-projektion

 

kohlendioxidkonzentration und windgeschwindigkeit in auffaltung

 

windgeschwindigkeit am boden, in 5 km höhe und in der stratosphäre

wiki spenden | unnötig

spendengeier wikiMEDIA 2017

wie jedes jahr treibt die wikimedia im november/dezember spendengelder ein. das wesentliche dazu habe ich schon vor → einem jahr hier gesagt, es trifft auch heute noch zu. im prinzip treibt

  • mit unsäglich großen werbebannern
  • ein eingetragener verein
  • im namen tausender von ehrenamtlichen autorInnen
  • geld ein

der verein hat inhaltlich nichts mit dem zu tun, was wir als die freie enzyklopädie “wikipedia” kennen. die ehrenamtlichen autorInnen (ich bin nur einer von unzähligen) wissen, glaube ich, zu schätzen, dass die server der wikipedia funktionieren, backups erstellt werden, ab und zu neue tools zur statistik programmiert werden und in streitfällen ein anwalt gestellt wird. aber ansonsten braucht die wikipedia kein geld, und auch nicht den verein, der sich wikimedia nennt und sich bei dem spendenaufruf fett und breit auf unsere artikelseiten pflanzt – im screenshot oben nimmt sie fast die hälft ein.

ich rate deswegen zweierlei:

  • spendet lieber an ärzte ohne grenzen oder wfmu.org oder andere.
  • registriert Euch mit pseudonym bei → de.wikipedia.org, damit die werbeeinblendungen verschwinden.

einmal registriert könnt und solltet Ihr dann in artikeln tippfehler ausbessern, quellen ergänzen usw., eben mitmachen. es gibt keinen zwang dazu, und druck macht einem auch niemand. bei über 2 millionen deutschen artikeln ist mitmachen wichtig, und diese arbeit ist wichtiger als sich durch eine 20 €-spende an die wikimedia ein gutes gewissen für den rest des jahres zu schaffen und damit den festangestellten der wikimedia in berlin, san francisco und anderswo warme büros zu bescheren. die wikimedias sind wasserköpfe, die vielleicht nicht nur unsinniges tun, aber überflüssiges, was mit der grassroots-bewegung wikipedia nichts zu tun hat.

achso, mitmachen fängt so an: man guckt was nach, denkt, hä, stimmt das, ist dieser satzbau richtig, kann man den einstieg des artikels nicht bisschen einfacher formulieren?

toon rendering with a | swing

my 3D animation package has a built-in toon renderer. it is slightly out of age, but for rendering 3D scenes for a cartoon-like look, it’s just fine. here is the → tutorial for insiders, and below a screenshot of a single rendered frame. it has the typical look of flat shading (in this case only two colours per object)

character animation with toon shading

the original 3D scene looks sobering:

3D work area

phonograph und | euphonia

the times, 21. januar 1888, s. 5

in diesem artikel von vor 130 jahren beschreibt die times eine neue erfindung des thomas alva edison, seinen neuen phonographen. der alte war für edison nur eine schnapsidee gewesen, lässt der artikel anklingen, jetzt wird es ernst. sein erster phonograph wurde genau 10 jahre zuvor vorgestellt und basierte auf rotierenden zylinderfolien, währen die neue maschine wachszylinder nutzte, von denen noch viele in archiven wie dem DRA erhalten sind. auch im WDR fand ich vor 10 jahren an der sprichwörtlich tiefsten stelle des ton-archivs edisonwalzen für den phonograph II herumliegen. es stand damals die frage im raum, ob man die walzen ans DRA zum digitalisieren schicken sollte. sie waren weitgehend unbeschriftet.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f0/Euphonia.London.Journal.1870.png

fabers euphonia

in dem artikel der times wird konkurrenz genannt, allen voran ein “faber”. der war gar nicht leicht zu recherchieren, denn in den wikipedien fehlen artikel über ihn. es handelt sich um den in freiburg geborenen joseph faber, der am polytechnikum in wien mathematik studierte und 1840 die sprechmaschine → euphonia vorstellte. das heimorgelgroße gerät mit 16 tasten und blasebalg war ein flop. auch in den USA kam er damit nicht an. ein hinweis, dass die zeit noch nicht reif war. faber nahm sich 1850 das leben, nachdem er angeblich seine euphonia zerstört hatte.

in den wikipedia-artikel über den→ phonographen habe ich jetzt faber reingeschrieben. um einen eigenen artikel über ihn zu starten, brauche ich noch mehr biographische informationen und eine zweite quelle. [edit: die infos fand ich, zwar nicht reichlich, aber genügend. jetzt gibt es einen → artikel über faber in der wikipedia.]

die jahre zwischen 1877 und 1888 waren für edison und den rest der welt spannend, weil er zwei viel wesentlichere dinge erfand und gnadenlos vermarktete: die glühbirne und das elektrokraftwerk. er wusste, ohne elektrizität keine glühlampen, und weil er sich bis zuletzt seine karten nicht aus der hand nehmen ließ, baute er gleich beides. die tonreproduktion war nur ein netter zugewinn.

liebes- | at

ich wollte eigentlich einen effekt ausprobieren, nämlich wie man geometrie in 3D verändert, indem man eine → NURBS-kurve auf sie wirken lässt. dann, beim einfügen eines farbverlaufs von rot über rosa nach weiß fiel mir auf, dass das nach online-dating aussieht, wo das ein oder andere schief laufen kann. vielleicht bisschen weit hergeholt, aber irgendwie muss man die sachen ja verschlagworten (↓ uff, was für ein wort).

die szene hat nur zwei lichtquellen, ein flächiges licht von links, und ein diffuses mit sehr geringer lichtstärke. wegen der vielen reflexionen brauchte die grafik etwa eine halbe stunde auf einem standard-PC, um in 5000 pixel breite gerendert zu werden.

Love @. grafik: ms/dpa

drohnen und | vögel

die probleme zwischen flugzeugen und vögeln sind so alt wie die fliegerei. ich habe bei den recherchen für eine demnächst im DLF laufende sendung über drohnen gelernt, dass vögel von triebwerken zwar angesaugt, aber relativ leicht zershreddert werden. selbst kleine drohnen dagegen haben sich im test als so hartnäckig erwiesen, dass sie die blätter der turbine zershreddern. in einem drohnenforum in facebook postete jemand jetzt bilder von flugzeugschäden aufgrund von zusammenstößen mit vögeln, und ein anderer antwortet mit der idee, die amerikanische zulassungsbehörde könne doch jetzt eine registrierung von vögeln verlangen, statt sich dauernd über drohnen aufzuregen.

facebook: vogelschäden

na ja, auch nah an flugplätzen fliegende drohnen werden von triebwerken angesaugt, was bei start und landung dazu führen würde, dass die maschine abstürzt. oben im flugbetrieb lässt sich der ausfall eines triebwerks notfalls eine zeitlang verkraften, aber in bodennähe wird das tragisch ausgehen. und selbst wenn nichts passiert: 500 drohnenaufstiege waren in 2016 (als es noch lange nicht so viele drohnen wie heute gab, allerdings auch nicht die ziemlich eindeutige drohnenverordnung vom april 2017) um den flughafen hamburg herum bemerkt worden. wenn ein fluglotse oder ein pilot eine drohne in der nähe sieht, wird der flug umgeleitet. das kostet fünfstellige eurobeträge.

mobile | nachsitzen

jour fixe für feste und freie mitarbeiter des WDR

der WDR steckt, wie viele sender, in einer tiefen umstrukturierung. früher gab es (nicht nur im WDR, ich kenne das auch aus dem SWR, BR und anderen öffentlich-rechtlichen anstalten) in kleinen häppchen so genannte programmstrukturreformen, durch die im wesentlichen das programm musikreicher und wortärmer wurde. gegen diese reformen gab es mehr oder weniger starke proteste von festen und freien mitarbeitern, unter anderem weil der schwund an wort zu einem schwund an inhalt und beschäftigung führte. wenn bestimmte sendungen vor einigen jahren 6, heute aber nur noch 2 beiträge senden, ist das das ergebnis mehrerer strukturreformen, die manche freie kollegen an den rand der privatinsolvenz führten.

jetzt führt die leitung des WDR den/das so genannte newsroom ein, quasi als symbol für eine zentrale umstrukturierung, und stellt ganz oben den claim hin: „mobile first“. dies war das zentrale thema des heutigen jour fixe, zu dem die hörfunkdirektion des WDR feste und freie mitarbeiter in den kleinen sendesaal am wallraffplatz einlud.

im eigentlichen scheint es bei diesem zukünftigen newsroom darum zu gehen, prozesse innerhalb der redaktionen zu bündeln; diktion heute: „um doppelte arbeit zu vermeiden“. für die redaktionen heißt das: weniger eigenkompetenz. bestimmte kernentscheidungen, die dann für alle sendungen und wellen verbindlich sind, werden ab 2018 aus diesem newsroom kommen, also nicht mehr aus den redaktionen, erst recht nicht von den autoren, die auf bestimmte themen stoßen und sie anbieten wollen. einige redakteure fragten auf dem jour fixe in eigener sache an, ob sie denn im newsroom vorkämen? WDR-hörfunkdirektorin → valerie weber antwortete, die bisherigen organisationsstukturen (aktuelle kultur, zeitfunk/politik, sport etc.) dürften sich nicht 1:1 im newsroom wiederspiegeln, also habe sie, weber, gedanklich einen „joker“ eingeführt, einen platzhalter für redaktionen, an die man vielleicht gar nicht gedacht hatte, die aber plötzlich newsroom-relevant werden könnten. etwa die verkehrsredaktion, die unter umständen näher an manchem aktuellen geschehen in NRW sei als andere.

warum sich die organisationsstrukturen nicht 1:1 in diesem neuen modell abbilden sollen, hängt nicht nur mit einem sehr alten, vielleicht veralteten system zusammen, sondern, so kam es mir bei der veranstaltung vor, weil der sender gegen zwei windmühlen kämpft:

  • den verlust junger hörer (von zuschauern des 3. programms ganz zu schweigen) und
  • angriffe durch die für die rundfunkstaatsverträge verantwortlichen ministerpräsidenten.

weber begann ihre einleitende rede mit der rhetorischen frage, was wäre, wenn man dem WDR seine unterhaltungwellen wegnähme, wie es von der politik jüngst gefordert wurde? die unterhaltungwellen, nämlich 1live, WDR 2 und WDR 4, seien schließlich die reichweitenstärksten wellen in NRW. mit 70% musik.

um die jungen hörer zu gewinnen, setzt der WDR auf seine an den newsroom angedockte „steuerungsgruppe digitaler wandel“. es sollen dort, so war auf dem jour fixe zu hören, „neue digitale produkte“ entstehen. eines ist schon entstanden, nämlich eine whatsApp-gruppe (offenbar war das mit mobile first gemeint). 1live habe den 1live bot eingeführt – aber woher, so die hörfunkdirektorin, die redakteure nehmen, die den bot redaktionell betreuen? audible mache angeblich erfolgreiche podcasts „mit leuten, die wir aufgebaut haben“. warum, so weber, kam der WDR nicht selbst auf diese idee? das newsroom soll es nun schaffen, pro-aktiv zu werden und nicht nur zu re-agieren. von kurzen wegen zwischen den „leuchttürmen“ des WDR war mehrfach zu hören. das war auch wörtlich gemeint, räumlich.

mobile first ist ein medienpolitisch verständlicher claim. radio first wäre, da junge leute kaum mehr radio hören, veraltet, würde sich aber auf den kern-ausspielweg des hörfunks beziehen. wir zahlen die rundfunkgebühren ja auch für eine komplette netzabdeckung mit UKW und DAB+. richtig modern wäre content first. oder wegen weniger trump, und wie es eigentlich schon immer hieß: content is king.

ich musste nach einer stunde gehen. die an sich für einen dialog gedachte veranstaltung (weber: „Ihr freien mitarbeiter, sagt was, das ist Eure veranstaltung!“) war bis dahin jedenfalls eine, in der die freien nicht vorkamen. was auch hätten sie zu einem newsroom zu sagen…

stern und | trump


donald trump bei howard stern 1997

1987 war ich zum ersten mal in new york city und drehte an der damals noch analogen radioskala. zwei sender fielen mir auf, WFMU mit seinem damals schon radikalen musikprogramm (fast) rund um die uhr; und W-KROCK, da die frühmorgensendung mit howard stern. stern war ein meister des live-mediums, spontan und witzig. sein markenzeichen: zoten, intime fragen, macho-kommentare, und stets mit der FCC-regulierung im kopf, nach der bestimmte worte wie fuck nicht über den sender gehen durften. stern ließ sich stundenlang über penisse und penetrationsmethoden aus, vermied aber professionell die inkriminierten f-words. mich reizte an stern die frage, ob er das schauspielerte oder ob er wirklich so ein arschloch war, das frauen heruntermachte und bei jeder vernünftigen äußerung der studiogäste eine zote losließ. weil stern keine interviews gab (ich hatte mehrfach bei KROCK angefragt), nahm ich die veröffentlichung seines 1993 erschienen buchs “private parts” zum anlass für eine 90-minuten-sendung im zündfunk (BR).

howard stern ist gut bekannt mit donald trump, und oben ist das video zu sehen, als trump live auf die bühne einer öffentlichen veranstaltung von KROCK kam. er war damals frisch geschieden und neu liiert, seine zweite ehe. howard stern zitiert am schluss des gesprächs etwas, was trump ihm privat im zusammenhang mit der scheidung zuvor gesagt hatte, und trump dementiert nicht: Vagina is expensive.

vermutlich war trump öfter gast bei stern. hier sein auftritt im studio acht jahre später. er hatte gerade in seine dritte ehe angetreten, mit → melania. howard stern entwickelt im gespräch die vorstellung, melania wäre in einen autounfall geraten, ihr einer arm gelähmt, die eine gesichtshälfte entstellt – ob donald die verletzungen am arm und im gesicht nicht abtörnen würden? trump betont seine loyalität und fragt stern, wie ihm melanias brüste vorkämen? völlig okay, sagt stern. dann ist ja alles gut, darauf kommt es an, erwidert trump. alle lachen.

 


trump bei stern 2005

100m über | garzweiler

… und der ausgestorbenen ortschaft lützerath.

lützerath, fast unbewohnt, demnächst dem erdboden gleich

garzweiler, blick von norden

das kugelpanorama zeigt links die A46, rechts einen windpark, der sich politisch gut macht, der aber auch dem braunkohletagebau weichen dürfte. das foto ist im original 16.000 pixel breit und entstand aus ca. 20 einzelfotos, aufgenommen aus 100 metern höhe mit meiner fotodrohne, gestartet vom offiziellen aussichtsplatz an der “grubenrandstraße” bei der ortschaft holz. bei so hoher auflösung sind details wie diese möglich:

garzweiler, detail. foto: ms/dpa

koalitionsgesprächs | grafiken

koalition 2017 – 1. grafik: ms/dpa

die textur der kartons in dem bild sind, laienhaft gesprochen, nicht aufgeklebt, sondern sie sind selbst lichter. daher auch der starke reflex der farben am boden, aber nicht von karton zu karton. ein ganz ähnliches setting im bild unten: hier habe ich die karton-hinterseiten entfernt und die kamera tiefen(un)schärfe rendern lassen.

koalition 2017 – 2. grafik: ms/dpa

drittes bild, leichte wellung, um einen papier/flyer-charakter zu erzeugen:

koalition 2017 – 3. grafik: ms/dpa