bot | besuche

 

dieser blog hat, vermutlich weil ich ihn zurzeit kaum aktualisiere, nicht die durchschnittlichen 200-300 täglichen besuche, sondern bisschen weniger. dafür sind die seitenaufrufe drastisch gestiegen. das passiert unregelmäßig, und stets heftig. ich kann mir das nur mit den bot-besuchen erklären.

saudis vor | gericht

erst kam 9/11. dann ließen rumsfeld & co. bestimmten gefangenen die seele aus den leibern foltern, damit sie gestehen, der irak war dran schuld. taten sie nicht. der 9/11 report enthielt dann ein komplett geschwärztes kapitel, das nahelegt, das saudische königreich steckte dahinter. passte der bush-administration gar nicht. die wollte waffen an die saudis verkaufen und den irak angreifen. klappte beides.

inzwischen klagen einige tausend amerikaner gegen mehrere menschen des saudischen königshauses.

donald trump traf sich auf seiner jungfernreise dahin mit dem scheidenden könig, der dement ist und dem trump in seiner alleswissenden genügsamkeit extreme weisheit und großen weitblick antwitterte.

trump schloss einen waffenexportdeal mit den saudis ab, den er im inland als jobmaschine verkaufte; soweit reicht sein hirnschmalz.

den saudis ist der sich nun anbahnende prozess vor einem ordentlichen amerikanischen gericht hochnotpeinlich, weshalb sie ein duztend firmen beauftragt haben, das mit lobbyarbeit um jeden preis zu verhindern.

nachzulesen in andrew cockburns artikel im harper’s magazine, und cockburn im interview bei democracy now.

klimawandel ≠ klimawechsel

new york times vom 21. mai 1893

dieser artikel ist der erste in der new york times, der von climate change erzählt. ich musste einiges lesen, bis ich verstand, dass hier nicht der klimawandel, sondern die vielen unterschiedlichen klimazonen in dem damals noch nicht so bekannten australien gemeint waren. quasi ein bericht für touristen, die sich nicht wundern sollen, dass es in sydney so viel regnet, und etwas weiter südlich gar nicht mehr.

1932 ging die forschung auf wieder einen anderen klimawandel ein, nämlich den im tertiär-zeitalter vor 60 millionen jahren, als viele tierarten in andere zonen emigrierten. auch nicht der klimawandel, um den es heute geht.

anthropologischer klimawandel. NYT, 13.märz 1932

besser als | rundum

… zumindest ästhetisch.

in maya/arnold gerenderte 360° szene

könnte man auch in 360° rundum betrachten, ist aber ästhetisch so wertvoller. ich habe eine sehr komplexe szene völlig zerlegt und nur den boden und die beiden figuren übrig gelassen. im hintergrund ist der so genannte „physical sky“ tätig, eine technische spitzenleistung von → solid angle in spanien, die den arnold-renderer programmiert haben.

wikicon | leipzig

persönliche mitschrift von zwei vorträgen

 

dieser quasi-live-bericht im → deutschlandfunk handelt (im gespräch mit meinem kollegen manfred kloiber) von der arbeit des wikipedia-schiedsgerichts (aufarbeitung des falls „magister“), vom autorenschwund, der diskussionskultur auf der konferenz, problemen und freuden mit wikidata, den stolpersteinlisten, frauenthemen und einigem mehr. was aus zeitgründen nicht mehr zur sprache kam, war die 360°-fotografie: es steht hoch auf der agenda der wikipedia-programmierer, die rundumfotografie einzubinden.

diese initiative bezieht sich auf fehlende biografische artikel über frauen in der wikipedia.

stitching and drone | harmony

drone harmony layout preplanning

two days ago when the weather was inviting and the wind was calm i took the chance to try out a new drone app for photo professionals, still in beta, called drone harmony. the basic difference between the competing apps is simple, but impressive: before you plan your flight you tell the app where the obstacles are. the drone then avoids the buildings, trees, fences etc. you tell the app in the second step where and how to fly. maybe in a helix around a tower, or, that’s what i did, in a grid for straight down = orthogonal photography.

to cut things short: i’ll have to repeat the flight because – what i never thought about – the lighting conditions between beginning and end of flight were very different. when i took off, clouds cast soft shadows on the ground. towards the end of the expedition, ten or so minutes later, the sun came out, with sharp late afternoon shadows, confusing all four stitching apps i tried.

flight and photo pattern acroos the layed out area

first i let adobe photoshop lightroom deal with the 44 high res raw photos. i did some colour correction and camera profiling and then asked lightroom to stitch them all together. it took ages, maybe 20 minutes. lightroom offers no option for straight orthogonal images and chooses „perspective“:

lightroom tries stitching 44 photos together.

the result was this:

odd sharp edges (lightroom)

this attempt was not the worst, but puzzling. i could not determine where the extreme edges and distortion came from. the shape of the stitched object does only vaguely resemble the almost rectangular layout of the actual flight. next candidate: microsoft ICE.

microsoft ICE stitch

microsoft ICE did a much more sober stitching. i had used it before for 180° and 360° panoramas and little planet photos. nevertheless the pretty good looking panorama is flawed:

stitching flaws in ICE

the reason for this problem is that the sports playground had different lighting conditions. the third candidate amazed me with its free inventions. you may call it creative or useless: photoshop CC.

photoshop stitching

photoshop, famous in the old days for its stitching capabilities, is a lame duck now. all it presented was the odd collage above, with pretty amazing details (below):

none of these buildings is at the correct position.

let’s zoom in at another section of the same stitching. photoshop thought, why not TWO sports grounds? here the problem with the different lighting situation is obvious:

photoshop invents a double sports ground.

the creativity of photoshop is so amazing that i risked another close look. here the two sports grounds (in reality there’s only one, of course) are seperated by trees:

another attempt in photoshop

autostitch was the last software i tried – and it turned out to be the best, along with microsoft ICE.

autostitch64 does a good job.

like microsoft ICE, it handled the different lighting situations with ease, but both programs have problems with details. this is autostitch, a detail from the center of the image above, buildings which seem to fall into pieces and blend together:

autostitch detail with lots of problems

so, i’ll have to do the flight again and see…

handmaid’s tale | drohne

im april lief die US-serie → a handmaid’s tale in den USA an (MGM television). im herbst, so die deutsche telekom auf der IFA in berlin, wird sie exklusiv auf entertain laufen. schon in den ersten 80 sekunden nehmen drohnenaufnahmen einen großen platz ein. das schöne daran: man nimmt den kameramann auch bei drohnenaufnahmen praktisch nicht wahr. also: gut gemacht. das untere bild ist nur eine sekunde lang, dient also als orientierungs-zwischenschnitt und funktioniert auch hier gut. das obere bild zeigt die fahrt des volvos vor seinem crash. ein riskanter, aber sicher gut geplanter flug, denn die drohne flog hier sehr nah an bäumen (links) und überlandleitungen (rechts).

handmaid’s tale drohnenaufnahmen am anfang der serie

süddeutsche = aldi

süddeutsche macht sich mit aldi gemein.

im journalismus (mal von dem in bestimmten ländern üblichen abgesehen) gilt die trennung von werbung und inhalt als anstand. wenn ich in einer fachzeitschrift über audiotechnik die rezension eines mikrofons lese und auf derselben seite eine werbung des mikrofonherstellers prangt, ist das ein zeichen, dass es der zeitschrift ganz ganz schlecht geht und sie ihre hehren vorsätze, inhalt von werbung zu trennen, nicht mehr einhalten kann.

die süddeutsche zeitung, die ich heutemorgen im café quer durchblätterte, zeigt mir kurz danach online im meist genutzten browser namens firefox keinen inhalt, der mit werbung garniert ist, sondern eine werbung, in der sich paar zeilen redaktionellen inhalts einschleichen. außerdem zerbrach die werbung beim aufrufen der seite. in der sprache der online-redaktionen heißt das: browserkompatiblität nicht überprüft. note 5, setzen!

wenn man die seite nach redaktionell (grün), symbolfoto (lila) und werbung (blau) aufteilt, nimmt die werbung 50%, das symbolfoto 40% und der redaktionelle inhalt 10% ein.

 

inhalt: grün, werbung: lila, foto: blau

es ist nicht das erste mal, dass gerade die (krass gewachsene) SZ online redaktion mist baut. zuletzt fiel mir die → inkompatibilität der typografie mit dem apple-browser safari und der iOS 11 public beta-version auf:

typografiesalat bei SZ und safari

roger ekirch’s biphasic | sleep

 

roger ekirch. foto: virginia tech

 

 

tonight (central european time german 8.10 pm) national public radio → deutschlandfunk will air my interview with the discoverer of the »first and second sleep«, a common sleep pattern before the industrial revolution. → roger ekirch, history professor at virginia tech, became well known in the community of sleep scientists when in 2001 he published his findings in the American Historical Review under the title „Sleep We Have Lost: Pre-Industrial Slumber in the British Isles“, followed by the book „At Day’s Close: Night in Times Past“.

basically all he did was explore hundreds of documents, ranging back from medieaval days to the 19th century, which contained the long forgotten term „first sleep“. thomas wehr, a washington DC based neuroscientist, proved ekirch’s purely historic findings, when he conducted an experiment where the participants developed a segmented sleep pattern after a couple of weeks without electric lighting. the reason for me conducting the interview are ekrichs most recent findings (first sleep in russian texts) and his talk at the royal society of medicine in london.

there are people who think his theory of the biphasic sleep are too good to be true and ask questions about whether the climate or distance from the equator contributed to different sleep patterns. ekirch indicated most recently that the segmented sleep was more or less independent from regional influences.

heute abend in der deutschlandfunk-sendung → aus kultur und sozialwissenschaften läuft mein beitrag über den entdecker des „ersten und zweiten schlafs“. → roger ekirch 67jähriger geschichtsprofessor an der technischen universität von virginia, fand vor etwa 20 jahren heraus, dass die meisten menschen vor der industriellen revolution nach dem abendessen zu bett gingen und einschliefen, dann um mitternacht wach wurden, eine weile wach blieben und schließlich in den zweiten schlaf übertraten, der bis zum morgen dauerte. anlass für das aktuelle interview mit ihm war, dass ekirch jüngst in weiteren sprachen das längst vergessene wort des „ersten schlafs“ fand und gerade vor der royal socienty of medicine in london darüber referierte. wenn das stück gesendet ist, wird es nachhörbar sein, auch hier.

es gibt wissenschaftler, die ekirchs verdächtig einfache these infrage stellen und zum beispiel die vermutung aufstellten, das schlafverhalten hinge weniger mit dem elektrischen licht als mit der ferne zum äquator zusammen. roger ekirch fand aber auch in zentralafrika und finnland, wo heute das durchschlafen üblich ist oder zumindest als erstrebenswert gilt, historische texte, die vom ersten und zweiten schlaf erzählen. außerdem belegte vor längerem der amerikanische psychiater thomas wehr in einem experiment ekirchs erkenntnisse. er ließ probanten vier wochen lang schlafen, wann und wie sie wollten, entzog ihnen aber das elektrische licht. mehr dazu heute abend um 20.10 uhr.

hartkantiges rendering in | arnold

arnold ist eine in spanien entwickelte großartige rendering-software zum schlussendlichen berechnen von bildern, die man mit einem 3D-programm generiert. zur orientierung: pixar rendert alles mit der hauseigenen software renderman. es gibt einen kleinen, aber sehr kompetitiven markt für renderingsoftware. dieses bild hat 5 minuten zum „bauen“ und 10 minuten zum rendern gebraucht. vor 5 jahren hätte ich dafür gefühlte 60 minuten gebraucht, vor 10 jahren war sowas unerreichbar. würde ich heute statt 10 minuten 20 minuten rendern lassen, würde das farbrauschen abnehmen, aber die gesamtanmutung wäre dieselbe.

spitzfindig hartkantiges

hier die dem zugrunde liegende szene in autodesk maya:

aufbau der szene oben

köln süd | 50 m hoch, rundum

rundum panorama köln südstadt

das panorama ist aus 50 metern höhe aufgenommen und hat einen kleinen näh-fehler (stitching problem), der aber nicht tragisch ist. wir sehen den dom, den deutschlandfunk, die severinsbrücke, die nord-südfahrt, die severinstraße, den waidmarkt. etwas näher das friedrich-wilhelm-gymnasium, das hotel mercure und die baustelle des eingestürzten stadtarchivs. diese baugrube wird in einem jahr völlig anders aussehen. let me keep you posted. ich rate zum betrachten auf vollbildmodus zu gehen.

unten dasselbe panorama, diesmal in der → little planet-projektion. weil ich immer wieder gefragt werde, warum man ein panorama nicht „ordentlich“ auf papier bringen kann, erinnere ich an den weltatlas. der verzerrt so ungemein, eben weil es immer verzerrt, wenn man etwas dreidimensionales auf papier oder bildschirm bringt.

little planet version des obigen panoramas