fischer gegen | spasski

bobbyFischerBauernopfer

film über die schillernde figur bobby fischer

kein hammer von → film, aber ein ordentlich gemachter streifen über das leben des bobby fischer. es beginnt in seiner kindheit in einer jüdischen-marxistischen familie. es endet im halben wahnsinn. der großteil des films dreht sich um das → jahrhundertmatch 1972 zwischen fischer und dem damaligen schachweltmeister boris spasski.

online bei | 30.000 fuß

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zunächst war es nur ein normal gebuchter flug. mit der norwegischen billig-airline von stockholm über oslo nach dublin:

stockholmDublinBoardingPasses

bordkarten

per SMS kam kurz vor dem einchecken die nachricht, dass es WiFi an bord geben wird. gab es:

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ein offenes WLAN über den wolken

die crew hat das WLAN einige minuten nach dem start, beim erreichen der angestrebten flughöhe aktiviert:

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einlandung zum surfen und filmegucken

die webseite gibt genaue fluginformationen, das wetter am zielort und vieles mehr.

simon fujiwara in | dublin

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plakat zum film „the humanizer„, der kein film ist

vorgestern im IMMA/dublin, vernissage zu simon fujiwaras installation zum irischen freiheitskämpfer → roger casement. simon erzählt in seiner rede davon, dass er vor fünf jahren die tagebücher von roger casement mit ihren homosexuellen einträgen entdeckt hat, aber jahrelang keine schlüssige idee hatte, das thema umzusetzen. das ist ihm jetzt, verspätet, gelungen.

 

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vernissage zum „humanizer“, dublin 19. mai 2016. foto: ms/dpa

 

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simon fujiwara im irish museum of modern art. foto: ms/dpa

guan | Xi

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guan Xi in der chinesischen wikipedia

ich hatte am sonntag eine bemerkenswerte begegung mit einem an der university of westminster arbeitenden chinesischen wissenschaftler. er hielt eine von drei keynote-reden auf der konferenz für informations- und wissensmanagement in london. bemerkenswert war zunächst, dass er bei seiner rede in schwer verständlichem, sehr schnell gesprochenem englisch mit starkem mandarin-akzent nach dem abfeuern einiger slides meinte, jetzt habe er keine slides mehr, könne aber seine arbeiten zeigen. dazu öffnete er umständlich ein pdf nach dem anderen und scrollte die dokumente seiner letzten veröffentlichungen rasant von oben nach unten durch. nichts davon war für das publikum lesbar, geschweige denn nachvollziehbar.

das zweite bemerkenswerte waren die inhalte seiner so lieblos präsentierten arbeiten. sie bestanden, soweit ich das in dieser halben stunde der beamer-folter beurteilen konnte, aus einer reinen ansammlung von buzz-words wie „maschine learning“, „agent systems“, „fuzzy logic“. statt zu sagen, wie er daten aus sozialen netzen im internet ziehen möchte, blieb er immer auf der ebene eben dieser buzzwords. nach gängigen konferenzregeln war das eine unverschämtheit. er bekam trotzdem, vor allem von den vielen asiaten im raum, applaus.

einige stunden später interviewte ich ihn → für den deutschlandfunk. er wusste schon tage vorher, dass ich kommen würde, und er wusste, dass ich der einzige journalist auf der tagung war. er wirkte nicht aufgeregt, aber in hohem erregungszustand, als ich mein mikrofon anschaltete. bevor ich aufnahm, entspann sich ein kurzer, heftiger dialog, in dem ich mich bewusst nicht auf das chinesische guan Xi einließ, also die art, mit kleinen geschenken freundschaften zu knüpfen:

ob er mir einen kaffee holen dürfe? fragte der wissenschaftler.

– nein danke, es war doch gerade kaffeepause.

– vielleicht einen tee?

– wozu einen tee, es war doch gerade kaffeepause?

– tee beruhigt.

– nein, danke. aber sagen Sie mal, wirke ich aufgeregt, dass ich einen tee brauche, der mich beruhigt?

– nein, Sie wirken ganz ruhig.

– wozu sollte ich dann einen tee trinken? wollen Sie vielleicht einen tee trinken?

– i’m fine, thank you.

er war etwas ratlos und griff dann in seine aktentasche, holte einen kuli heraus, auf dem „university of westminster“ stand, und überreichte ihn mir mit einer größeren geste.

– university of westminster! sagte er.

ich dankte und steckte ihn ein. dieser erbärmliche stift war vermutlich der einzige weg, dass der arme mann aus dem geschenkzwang herauskam und dem guan Xi folgte.

auch das kurze interview selbst war ein ost-west-disaster. statt auf meine fragen zu antworten, proklamierte er lauthals. wenn ich ihm ins wort fiel und ihn bat, einen ausdruck zu wiederholen, weil ich ihn nicht verstanden hatte (sein englisch mit starkem mandarin-akzent war rasant schnell, business management klang wie büsche cent oder psi magent), wiederholte er den ausdruck mit derselben intonation und geschwindigkeit, statt zum beispiel zu verlangsamen oder mich zu fragen, was ich daran nicht verstünde.

als er zum x-ten mal „fuzzy logic“ sagte, merkte ich an, das sei doch schnee von gestern, was er denn für neue ansätze zu bieten hätte, antwortete er, die systeme müssten (und jetzt komme noch ein buzzword:) hybrid sein, also fuzzy logic und agentensysteme und ähnliches.

er sprach, ohne dass ich ihn danach gefragt hatte, von firmen, die versuchen, eine marke über soziale medien bekannt zu machen:

– das kann über nacht scheitern, wenn die kommentare negativ sind.

– klar, sagte ich, was schlagen Sie also vor, wie soll eine firma vorgehen, damit das nicht passiert?

– sie muss die marke viral machen.

– wie soll das gehen, was kann man da empfehlen?

– bessere produktqualität, besserer service.

das war so trival und führte leider zu nichts. als wir uns verabschiedeten, verbeugte er sich mehrmals tief, und als ich ihm später paarmal über den weg lief, kam dieses verbeugen wieder.

in china ist das anders, weil dort viele so sind (ich kannte chinesen, die nicht so waren). aber dieser experte lehrte an einer britischen universität, er forschte für die tonne, und sein vortrag erinnerte mich an das, was man von den parteitagen in beijing so hört: stundenlanges, für niemanden nachvollziehbares blah.

ich weiß nicht, ob’s okay war, dass ich den roten westminster-kuli bei alison in london gelassen hatte, statt ihn in einer hülle nach köln nach hause zu transportieren.

dahon-faltrad | gesichtet

neulich in der u-bahn, sehr selten in köln, ein faltrad der marke dahon:

dahonOnTheTrain

dahon-faltrad in einem voll besetzten zug

ich hatte mein brompton dabei, das sich ausgesprochen klein gegen das dahon ausnahm: abgesehen von den kleineren rädern ist das faltmaß des brompton generell erheblich kleiner, weil es zusammengefaltet etwa so breit und hoch ist eben die räder. hier ein detail des fotos von oben:

dahonDetail

die power von licht | krebsforschungzentrum

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teamleiterin lena maier-hein mit sebastian wirkert am laparoskop. foto: ms/dpa

vorletzte woche, besuch im deutschen krebsforschungszentrum heidelberg. dort hat hans-peter „pitt“ meinzer vor vielen jahren die abteilung informatik aufgebaut, ohne die das klinikum nicht das wäre, was es heute ist. vor allem in der bildgebung ist hier viel entwickelt worden, mit dem privileg, schon die prototypen im klinischen erproben zu können. zu den neuesten entwicklungen gehört die bildgebung mit optischen verfahren. mein beitrag dazu lief gestern in forschung aktuell im deutschlandfunk und ist → hier nachhörbar und, von mir aus, → hier nachlesbar. das foto zeigt die beiden protagonisten, die mir das verfahren demonstrierten, lena maier-hein und sebastian wirkert.

sunday morning | brompton bike ride

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von london/pimlico über big ben, st. paul’s, tower nach shadwell mit dem faltrad. dann 10 minuten mit der overground nach canary wharf. von dort mit dem rad die isle of dogs runter zum greenwich-fußgänger-tunnel (leider zu voll zum durchradeln). schließlich im wesentlichen die A2 entlang nach peckham. unter den geleisen von peckham rye das leihrad zurückgebracht. mit der southern rail in 15 minuten zurück nach victoria. 10 minuten gelaufen, und dann auf mit alison und dem 88er bus nach soho. später mit dem uber-taxi zurück.

hitlerwitze und | todesfolgen

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erich ohser. foto: deutsches bildarchiv, via wiki commons

ein system putin und ein system erdogan, selbst ein system nordkorea kann man mit dem system hitler vergleichen. aber der blick auf die satire und wie die politk damit umging, lohnt sich immer. die queen dürfen wir heute noch nicht beleidigen, ein anachronismus im land des schwarzen humors, vor dem eigentlich niemand sicher ist, der glitzert und prunkt.

der hitlerwitz war im nationalsozialismus das reichste witzegenre, ganz einfach wegen des ernsts, den der „führer“ verbreitete. helmut kohl war für sein dauergrinsen, aber auch seine humorlosigkeit bekannt, also wurde er zum klaren ziel für schmähwitze, während angela merkel, die witze gut paradiert und evt. zurückgibt, witzmäßig unangreifbar ist. allein schon hitlerwitze auszusprechen, genügte, wenn das in eins der vielen falschen ohren gelangte, den erzähler in den kerker zu stecken. es gab fälle, wo der witzemacher ins gefängnis kam und wieder entlassen wurde, aber die regel war KZ. so weit kam es nicht im fall des grafikers und comic-zeichners → erich ohser im foto oben. e. o. plauen, wie er sich nannte, erhängte sich einen tag vor dem prozessbeginn wegen seiner NS-satiren, in der zelle – ein jahr nach dem foto oben.

 

erichOhser_hitlerSchmäh

erich ohser schmäht hitler – und bezahlt mit seinem leben.