night becomes | day

i took these two casual photos within a couple of seconds. the left one shows the scene as dark as it was. for the right one i engaged the night mode of my smartphone, the google pixel 6.

click to enlarge.

my previous phone, a → pixel 2 from four years ago, had an amazing night mode, long before apple entered the night mode world. however, to photograph the night scene you had to try to hold your phone still for a couple of seconds. the new pixel phone does not let me wait a second. below is a detail of the right shot, the night shot, in 100% resolution. no piece of art, but an amazing technology.

detail from above. click to enlarge.

indische curry | 1930

das neue wiener journal druckt am 2. juli 1930 einen feuilletonistischen artikel über ein indisches essen am rande eines zirkus. der bericht hat die damals übliche hochnäsige „bei uns ist alles besser“-einstellung, stellt „den inder“ aber nicht als primitiv dar, wie das hundert jahre früher passiert wäre.

bezahltes schreiben für | wikipedia

im moment läuft in der wikipedia-gemeinde eine abstimmung darüber, ob wir wikipedia-autorInnen bezahlte auftragsarbeiten tolerieren sollten. die aktuelle regelung ist im prinzip so, dass jeder in der wikipedia schreiben kann; wenn er oder sie das als PR-agentur oder gegen private bezahlung tut, müssen diese personen sich outen, in dem sie ein so genanntes verifiziertes account anlegen. wenn jemand dann mit diesem account in einem artikel über einen pharmakonzern die kritikpunkte rauslöscht, wissen wir ehrenamtlichen, woher der wind weht.

hier kann bis 26. november 2021 jeder angemeldete wikipedia-user, der/die schon mehr als 200 edits hinter sich hat, mit abstimmen. das meinungsbild ist ein vorbote für kommendes. wenn in diesem meinungsbild der status quo erhalten bleibt, wird es wieder ein paar jahre und skandale dauern, bis das thema neu auf die agenda kommt.

die meisten autorInnen sind ambivalent. sie haben eine aversion gegen bezahlt schreibende kollegInnen. aber sie fürchten, dass ein verbot einen zentralen punkt erschüttert, nämlich dass jede person in der wikipedia mitschreiben kann. ich persönlich bin für ein verbot des bezahlten schreibens, denn für mich steht ganz weit oben das neutrale, gut bequellte schreiben. jemand, der/die gegen geld editiert, kann nicht neutral sein.

klar, es wäre aufwändig, das (oft subtile) PR-schreiben nachzuweisen und zur härtesten sanktion zu greifen, nämlich besagte accounts zu sperren. aber es ist schon heute (und schon lange) so, dass die relativ kleine ehrenamtliche autorenschaft gegen windmühlen kämpft, weil artikel zu streit anlass geben, der geschlichtet werden muss; weil hunderttausende artikel dünn und ohne quellen sind; weil gesperrte accounts unter neuen pseudonymen wieder auftauchen und weiteres unheil anrichten.

kassen | schwank

i started with a sitar (spotlight collection “india“) and played it on the midi keyboard at 130 bpm. i added two more tracks with indian instruments. this part is the start of this piece. then i wanted western music to take over and called up massive X with two wonderful sounds, one for the main melody, the other one for the bass. a sparsely played flute (massive X) adds sweetness to the scene.

i was reluctant to add rhythm and tried a few patterns in “studio drummer“. it worked amazingly well, both in normal and in half time. i exchanged the drum samples with the “abbey road 1960s“ drums because they sound much better. all virtual instruments came from native instruments, berlin.

the piece with its 6 tracks in cubase (by steinberg, hamburg) was finshed — but not mastered. since i‘m a really bad master engineer, i‘m very happy to use ozone (by izotope, boston) which finds an astonishing balance of loudness and frequency distribution over the whole song.

like all my other pieces, this one, named “kassenschwank“, is licensed via GEMA.

kassenschwank (GEMA)

in the photomontage above i used sathiyadeep‘s sitar photograph on wikipedia.

music | for…

i‘ve composed music since i was a kid. in the 1980s i wrote songs for and performed with a new wave band. from the 1990s on i composed lots of pieces for public radio and TV. in germany, my music bed for the public radio station deutschlandfunk daily broadcast „Sternzeit“ has become well-known by hundreds of thousands of listeners. the intro and outro of the stasi-archiv-podcast is my most recent commercial piece. sometimes i sing to my songs ;-) i‘m not bragging, it‘s been a sweet routine through most parts of my life.

i compose experimental music like this instrumental from today:

“fangschaltung“

and straight forward music like this dance piece one from last night:

“kleiner knirps”

here is are two illustrated takes from last month:

all my pieces are listed at GEMA.

sternzeit | musik

2009 hat die redaktion forschung aktuell im deutschlandfunk die rubrik sternzeit neu gestaltet. ich komponierte die musik dazu. sie liegt als “teppich” unter jeder ausgabe und ist mit absicht nicht explizit deutlich zu hören. es kommt auf das gesprochene wort an, und dieses schreibt mein kollege dirk lorenzen, und es spricht der schauspieler markus scheumann. hier sind die beiden bei der gemeinsamen aufnahmearbeit zu sehen. das foto ist → dieser webseite des senders entnommen. darin auch ein kleiner film über das team.

dirk lorenzen und markus scheumann. foto: dlf

ich komponierte die musik ende 2008 und nannte sie “Sternzeit 2008”. so ist sie auch bei der GEMA gelistet. ich bin kein fan von so sphärischer musik, aber hier scheint es zu passen.

es erreichen mich immer wieder emails, die musik habe etwas so beruhigendes, dass man sie einmal komplett ohne text hören möchte. ich glaube zwar, dass das beruhigende vom gesamtwerk, also mit markus’ stimme, kommt. aber hier ist die musik, rein instrumental, pur. bitte nur hören und nicht weiterverwenden. die GEMA kann da sehr streng werden.

sternzeit 2008, von ms

ghost | sendung aus china

mich rief heute eine frau aus leipzig an, mit nicht unterdrückter nummer, und stellte sich als mitarbeiterin von DHL express vor. es läge eine paketsendung aus china an mich in köln vor, und wegen fehlender zoll-unterlagen würde sie festgehalten. ich dachte an einen → scam, also an einen betrügerischen anruf.

als ich sagte, ich erwarte nichts aus china, meinte die frau, es könne sich auch um einen betrug handeln, ich solle doch mal paypal und girokonto prüfen. wenn sie im nächsten schritt gesagt hätte, lassen Sie mich mal auf Ihren computer, um Ihnen zu helfen, wäre es der scam/spoof-klassiker gewesen. aber sie fragte mich nur nach meiner email-adresse und schickte mir die unterlagen über die mysteriöse paketsendung unmittelbar nach dem telefonat.

im anhang an diese mail fand sich eine pdf-datei. auch diese genoss ich mit vorsicht und öffnete sie nicht am PC, sondern am iPad. sie stellte sich als echt heraus. eine firma in shenzen/china, bei der ich vor einem halben jahr meine → 360°-kamera gekauft hatte, schickte mir die kamera aktuell und vermutlich versehentlich nochmal. DHL und zoll fiel dabei auf, dass dafür keine rechnung bzw. kein zahlungsnachweis vorlag.

bei den paketdienstleistern heißen solche pakete ghost-sendungen. meine, die nicht meine war, ging soeben nach china zurück.

ende | höhe

köln dom und hauptbahnhof bei nacht. foto: ms

fotos wie diese werden in nächster zeit nicht mehr legal möglich sein. wir schreiben den spätsommer 2021. seit beginn des jahres greift die EU-drohnenverordnung mit zahlreichen neuen vorschriften, aber auch neuen möglichkeiten wie zum beispiel dem flug von fotodrohnen bei nacht. drei wikipedia-kollegInnen und ich haben seit 2019 besondere freigaben der luftfahrtbehörde des landes NRW. diese erlaubten uns zum beispiel, über bundesstraßen zu fliegen, aber auch auf größere höhen zu steigen.

für letzteres gab es weitere auflagen, etwa die absprache mit den regionalen flughäfen, den betreibern von heliports auf krankenhäusern und der deutschen flugsicherung. wir zahlten zu viert, unterstützt von der wikimedia deutschland, etwa 300 € pro jahr an bearbeitungsgebühr der NRW-landesregierung für diese extra-freigaben. sie haben die wikipedia erheblich bereichert. es wimmelt von fotos und videos, die wir vier nur wegen dieser sonderfreigaben erledigen konnten. die sonderfreigaben heißen lizenzen für die “spezielle kategorie” des fotodrohnenflugs.

seit beginn 2021 ist die lage völlig anders: um die drohne überhaupt vernüftig fliegen zu dürfen, braucht es den so genannten A2-drohnenführerschein der EU. das ist ein handfestes dokument mit ordentlichem lernpensum und prüfungsmodalitäten. ich habe den A2 absolviert, beflog mit dieser “freiheit” also auch 2021 einiges, oft aus großer höhe. ich konnte dadurch ein gefühl dafür entwickeln, das ich zuvor überhaupt nicht hatte, nämlich was man von welcher höhe aus sieht und wie sich die drohne in diesen höhen verhält. für den kölner dom, der rund 150 m hoch ist, sind 300 m optimal.

im juli 2021 änderte sich die lage erneut. die umsetzung der EU-drohnenverordnung überforderte laut angaben der deutschen flugsicherung DFS die landesluftfahrtbehörden, sodass die höhenfreigabe von den bundesländern an die DFS abgegeben wurde. ich fragte also in braunschweig, wo die DFS sitzt, an, wie das gehen soll, was ich tun muss, um weiterhin 300 m hoch zu fliegen?

welches der formulare muss _ich_ ausfüllen?

die antwort per email war freundlich, kompetent, aber für mich völlig undurchsichtig. ich bat um ein coaching beim ausfüllen der für mich kryptischen formulare und hatte deswegen gestern eine videokonferenz mit einer expertin und einem experten bei eben diesem luftfahrtbundesamt.

in der sehr freundlich ablaufenden halben stunde kam heraus, dass der aufwand und die kosten für einen individual-drohnenpiloten wie mich nicht tragbar sind. der DFS-kollege meinte, es sei einfacher und preisgünstiger, sich eine cessna zu mieten.

pro flugvorhaben mit ähnlichen bedingungen in einem bestimmten gebiet ist ein eigener antrag nötig. ein solches flugvorhaben wäre zum beispiel: über dicht besiedelten gebieten wuppertals, mal im osten, im zentrum, im westen der stadt, höhen zwischen 250 und 350 m. nicht aber im benachbarten hagen oder über den hügeln dazwischen. das wären folgeanträge. der antrag kostet zwischen 200 und 2000 €. folgeanträge (also im beispiel über der stadt hagen) liegen im unteren bereich, weil nicht mehr alles von der DFS abgefragt und eingeschätzt werden muss. der vorteil dieser regelung ist, dass sie in ganz europa (und nicht nur in NRW) und über 5 jahre (und nicht nur ein jahr) gilt. auch der A2-drohnenführerschein muss übrigens nach 5 jahren erneuert werden.

in jedem antrag für höhenfreigaben in der speziellen kategorie müssen wir begründen,

  • dass wir dem flugvorhaben gewachsen sind,
  • dass wir detailierte risikoabschätzungen vornehmen,
  • ein betriebshandbuch führen und dieses mit der DFS teilen.

je nachdem, ob wir im kontrollierten luftraum und damit in absprache mit der DFS fliegen, oder hoch über einem luftraum-freien acker, fallen verschiedene kosten an. der acker mit einsiedlerhof in dem fall ist teurer und aufwändiger. bei bestimmten flugvorhaben müssen wir persönlich mit der DFS in kontakt treten – was alles noch teurer wird.

wir müssen begründen, ob das gebiet unter der drohne mehr oder weniger schwach bevölkert ist, wobei sich das wiederum anders auf die kosten auswirkt, wenn wir nachts fliegen. ich habe überschlagen, wie viel an DFS-gebühren mich die flüge im ersten halbjahr gekostet hätten: einige tausend euro.

ausschnitt aus s. 4 (von10) aus dem für uns relevanten antrag

bei der videokonferenz wurde klar, dass die situation so nicht bleiben kann. das verfahren für die antragsstellung ist zu kompliziert und zu teuer. auch ein damit verwandtes thema, der von der EU-verordnung ab 2023 vorgeschriebene transponder in der drohne, welcher daten über position und pilot nach unten funkt, wo behördenfahrzeuge ihn auffangen können, macht den kollegInnen bei der deutschen flugsicherung sorgen. es ist überhaupt nicht klar, wie das mit den so genannten bestandsdrohnen (also zum beispiel meiner DJI mavic pro) weitergeht.

orchestral | piece

four instruments in this song

i composed this 3 minute piece of classical music with the four instruments above. top left is where the double bass comes from: the hyperion strings by soundiron. top right the two organs, out of tune at the beginning and end, on purpose, of course. by soundiron. bottom left are the session strings 2 by native instruments. i used them for the intimate string ensemble. the percussion comes from tines & echoes, also by soundiron.

industria calamita (GEMA)

industria calamita consists of 7 parts which are all related, but quite different. i did the composition and arrangement in cubase (steinberg) and a mild final mastering using ozone (iZotope).

selfie | with hat

high noon, late summer

usually, when i take selfies with me and/or others, i use voice control. in this case it did not work three or four times, because of the wind, high up on the coastline. i manipulated the photo on my iPad with just two adjustments using the app snapseed.

schicht | dienst

3D print by miPart

das ist eine makroaufnahme eines ca. 10 cm hohen, sitzenden manns. in 3D gedruckt: FDM in ABS. der ganze prozess demnächst in meinem 3D-animations-tutorial-kanal auf → youtube.

second print, on chinese tea mug
ensemble on two tea mugs.

dorn war nicht | rabestein

long story short: die DDR-justiz hat nach dem aufstand vom 17. juni 1953 eine dubiose und sicherlich nicht lupenreine frau namens → erna dorn zum tode verurteilt und hinrichten lassen, weil sie angeblich KZ-aufseherin von höchster brutalität gewesen war. das war erna dorn sicherlich nicht, auch wenn sie in haft damit geprahlt hatte. in dem strafprozess spielte offenbar auch eine verwechselung der erna dorn mit der tatsächlichen KZ-aufseherin → gertrud rabestein eine rolle.

merkwürdig daran ist (auch), dass frau rabestein damals bereits lebenslänglich in DDR-haft war. kann sein, dass die DDR-justiz keine unterlagen über den 1948er-prozess gegen rabestein hatte, denn der prozess fand noch unter sowjetischer ägide statt. aber der richter hätte immerhin sehen können, dass frau rabestein schon fünf jahre ihre haftstrafe abbüßte (sie starb viel später in haft).

dass die DDR-presse stromlinienförmig auf parteilinie war, ist klar. aber dass sich auch zeitungen im ausland so (und noch dazu 150prozentig linientreu) präsentierten, ohne es zu müssen, war mir nicht so klar. oben der völlig verquere, von unbelegten unterstellungen überquellende ganzseitige artikel der österreichischen zeitung → der neue mahnruf (bei klick wird der scan schön groß).