drohnen und starre | behörden

high dynamic range-bilder (HDR) werden in der regel unmittelbar hintereinander aufgenommen, innerhalb von weniger als einer sekunde. das muss aber nicht sein. das foto unten entstand in lightroom aus zwei einzelaufnahmen aus der drohne, zwischen denen gefühlte 5 minuten lagen, also nicht den identischen blickwinkel aufwiesen. trotzdem rechnet die app daraus ein sehr kontrastreiches HDR-bild, wo auch in den dunklen und hellen bereichen noch zeichnung vorhanden ist.

zum rechtlichen: unter der brücke führt eine bundeswasserstraße hindurch, und von der muss man seit der drohnenverordnung vom april 2017 100 meter mindestabstand halten – es sei denn, es liegt eine sondererlaubnis vor. diese habe ich beim dafür zuständigen

Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund

beantragt. sie wurde nicht nur abgelehnt, sondern mir wurde mitgeteilt, wenn ich den antrag weiter verfolge, sei das amt…

„… gezwungen einen kostenpflichtigen Ablehnungsbescheid zu erlassen.“

dabei hebt sich diese brücke nur selten und zu mehr oder weniger festen tageszeiten. im winter einmal täglich, wenn ich das richtig gelesen habe. der ablehnungsgrund war die sicherheit für den schiffsverkehr.

weil es inzwischen mein drittes, bei verschiedenen ämtern eingereichtes und stets abgelehntes ersuchen war, muss ich mal beim bundesministerium für verkehr nachfragen, wie es in der → drohnenverordnung zu verstehen ist, dass diese „zukunftstechnologie“ zu fördern sei. bei kleinen flughäfen war die lage anders: wenn ich in deren bereich fliegen wollte, freuten sie sich über den anruf, wir sprachen die details (zeit, ort, höhe) ab, und alles war okay.

warum wollte ich in diesem fall überhaupt direkt über die brücke fliegen? weil die orthogonale aufnahme eine weitere qualität bietet: sie schließt die einordung in die weitere umgebung aus und zeigt strenger die baulich-architektonischen details.

die → meiningenbrücke bei zingst. foto: ms/dpa

lightroom panoramen | pur

panorama aus ca. 6 einzelbildern. foto: ms/dpa

so soll ein panorama aussehen. es hat seine weitwinkligen verzerrungen, wie wir menschen mit unserem mäßigen weitwinkel-auge sie nicht kennen, und sagt damit: „ich bin ein panorama!“ das foto weist – und das ist die stärke von stichting (also zusammennäh-) algorithmen – keine harten übergänge auf; die einzelbilder werden beim zusammenfügen also nicht nur von der geometrie her, sondern auch vom farb- und kontrastwert nahtlos angepasst.

trotzdem funktioniert das nicht immer vollautomatisch so gut, und im bild unten ging quasi alles schief. ich gab → lightroom ca. 20 aufnahmen als futter und ließ die app eine minute lang nachdenken. als sie mir in der vorschau dann das zeigte, klickte ich auf okay, und dann dauerte es für dieses im original knapp 20.000 pixel breite bild, etwa eine viertelstunde, bis es fertig war. was hier genau passiert ist, weiß ich nicht. der helle bereich in der bildmitte könnte mit zwei, drei ausgangsbildern zu tun gehabt zu haben, die gegen die sonne aufgenommen wurden.

schiefgegangenes panorama, aber cool! foto: ms/dpa

panorama ohne | korrektur

unkorrigiertes panorama. deutschlandfunk von süden. foto: ms/dpa

dieses foto habe ich aus vier drohnenfotos zusammengesetzt, und zwar ohne weiteres zutun in adobe photoshop lightroom. lightroom geht mit panoramen ausgesprochen elegant um. ich gab der app gestern von einem ganz anderen drohnenflug etwa 20 einzelaufnahmen und bekam in etwa einer minute ein durchaus ansprechendes gesamtbild. es dauert dann einige zeit, bis große panoramen (15.000 pixel breite sind keine seltenheit) tatsächlich gerendert sind.

das foto vom deutschlandfunk (dem linken, dunklen turm) und den türmen der ehemaligen deutschen welle wirkt perspektivisch stark verzerrt, was mir eigentlich ganz gut gefällt. es unterstreicht das baukastengefühl, das sich bei drohnenaufnahmen oft einstellt.