GEMA hauptversammlung | 2026

die GEMA hauptversammlung hat diesmal mit 2/3-mehrheit ein riesenpaket verabschiedet, das die seit jahrzehnten bestehende kulturförderung umbauen wird. diese förderung ermöglicht musikerInnen, bestimmte projekte weiter zu bringen als ohne diese geldspritze. ein jahr zuvor wurde die reform nach harscher diskussion abgelehnt. diesmal, leicht modifiziert, und mit sehr sachlicher diskussion angenommen. bei den aktuellen abstimmungen waren fast doppelt so viele „ordentliche mitglieder“ vor ort und online dabei als in den hauptversammlungen der letzten jahre: über 1300.

der CEO der GEMA tobias holzmüller fasste in seinem vortrag einige zahlen zusammen. er verglich die menge der bei der GEMA angemeldeten werke mit dem ertrag — also die GEMA-einnahmen durch die öffentliche aufführung von werken. die zahl der angemeldeten werke hat sich zwischen 2019 und 2025 fast verdoppelt (von 17 auf 32 millionen), während der ertrag (nur) von 1,1 auf 1,3 milliarden euro stieg. die 1,3 milliarden euro sind quasi auch das kapital, das die GEMA an seine mitglieder (und mitarbeiter) ausschüttet. in den coronajahren gingen diese einnahmen leicht zurück, die anmeldungen neuer musiken aber nicht.

die einnahmen aus live-aufführungen (dazu gehören auch clubs, geschäfte etc.) stiegen um 5 % auf 540 millionen euro, ebenso die einnahmen aus dem online/streaming-geschäft auf nun 327 millionen euro. die GEMA nahm 5 % weniger von in rundfunk- und fernsehsendungen ausgestrahlten musiken ein, nämlich 293 millionen euro.

im ausland von in deutschland bei der GEMA gemeldete titel nahmen um knapp 3 % zu. die wichtigsten länder sind england, italien und die USA. der verkauf von tonträgern brach weiter ein, nämlich seit 2019 um fast die hälfte (-42 %). schlimmer bei CDs als bei schallplatten, die bekanntlich ein leichtes revival erleben.

die bundesjustizministerin stefanie hubig (SPD) legte in ihrer rede den schwerpunkt auf künstliche intelligenz. das problem damit ist, dass die Ki zwar erstaunliche musiken erzeugen kann, dabei aber auf trainingsdaten von normal komponierter und produzierter musik zurückgreift. ein wichtiges urteil entschied 2025 zugunsten der GEMA, als es um das „klauen“ von musiktexten durch openAI ging. in diesem jahr ist ein verfahren gegen suno anhängig, wo es um die musik geht. tobias holzmüller meinte, bei der verhandlung führten die suno-anwälte seltsame argumentationen an, etwa ob atemlos durch die nacht von helene fischer überhaupt eine urhebermäßige relevanz hätte.

holzmüller zitierte mikey shulman, den gründer und chef von suno: shulman sagte in einem interview vom januar 2025, dass das komponieren von musik kein vergnügen sei. es dauere zu lang, auf einem instrument fit zu werden. schon allein deswegen genießen es die meisten dann nicht, musik zu komponieren oder zu spielen. auf der GEMA hauptversammlung provozierte das großes gelächter.

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