

diesen sampler der stadt münchen fand ich heute in meinem schallplattenregal. der rockmusik-affine kulturreferent → jürgen kolbe ging zusammen mit seiner kollegin katharina teichgräber mit diesem projekt zwei themen an: den mangel an übungsräumen für bands, und die hohen kosten für tonstudios und schallplattenpressung.
damals war es für rockbands eine ehrung, einen „plattenvertrag“ zu bekommen. auch wenn die musikindustrie die musiker damit knebelte und ihnen in der regel wenig freiräume ließ. die stadt münchen war kein musikkoloss, und der plattenvertrag war ein einmaliges ding.
für diese LP wurden 1983 aus 100 bewerbungen 32 ausgelost. diese bands bekamen in der dachauerstraße 128 übungsräume. um für die schallplatte 12 titel auszuwählen, wurde eine jury bestellt. sie bestand aus neun mitgliedern, davon drei vom bayerischen rundfunk. die musik ist ordentlich aufgenommen. von den bands hatte keine einen größeren erfolg. die musikrichtung: ausklingende neue deutsche welle.
ich kannte mehr oder weniger große studios. der BR, bei dem ich musiksendungen moderierte, hatte große studios mit großen mischpulten und vielen tonbandmaschinen – vorwiegend für die produktion von sendungen. auf den stufen vor den → musicland studios in münchen saßen am 25. september 1988 meine freundin steffi, → keith richards (rolling stones) und ich und plauschten. als michael jacksons album → bad in einem studio in münchen vorgestellt wurde, saß → udo lindenberg neben mir und fragte mich, warum ihn niemand vom → BR zündfunk mehr einlud. nach dem eurovisions-erfolg von → nicole mit → ein bisschen frieden war ich im studio von → ralph siegel, um die sängerin zu interviewen. während ich auf irgend etwas wartete, kam im großen flur ein fax an, das den adresskopf hatte: „Ein → Bernd Meinunger Text“.
1977 war eine veröffentlichung auf LP noch schwieriger gewesen als 1988. ein würzburger plattenlabel brachte damals diesen sampler heraus. um ihn zu finanzieren, wurden innen- und außenhülle mit werbung versehen. darunter abgebildet ein ebenfalls 1988 erschienener sampler mit elektro-musik aus münchen.






der → münchner sampler von 1988 enthält einige innovative klänge und produktionsweisen. so ist die rede von „Software-Algorithmen des Komponisten“, „elektronisch verfremdetem gestrichenem Kontrabass“, „einem 12-tönigen Motiv als Hauptthema, das vielfach sequenciert, variiert, kontrapunktiert und in Teilmotive zerlegt wird“ und „Live-Computer, Sampler“.





