krieg | jazz rock

in den späten 1970er jahren spielte ich in einer jazz-rock band in münchen. wir fünf musik-affine jungs hatten wenig ahnung, kannten aber unsere instrumente gut und waren hoch motiviert. der name der band war ungeschickt improvisiert gewesen: peter silly band — mit petersilie als hintergedanken, einem kraut der mainstream-küche.

stefan am bass, reinhard am schlagzeug, hubo an der e-gitarre, martin am saxofon. ich spielte ein schweres e-piano (fender rhodes) und sang. was sollte ich denn für texte singen? der freund und kollege thomas palzer lieferte einige. ich kaufte in london’s charing cross road das oben abgebildete buch. es war 1972 erschienen und versammelte gedichte über den zweiten weltkrieg. auch wenn ich vieles nicht verstand, ich verstand den grundton der texte und nahm einige davon in die band mit. dass ich sie dann auch noch sang, hört sich heute nicht gut an. die musik war mit verve, aber ziemlich untight gespielt, was uns damals nicht auffiel. ich solperte gesangsmäßig durch die kriegstexte. von copyright hatten wir eh keine ahnung.

1980 hatten wir erfahrung für etwas neues gesammelt. drei kernmitglieder gründeten eine new wave band mit dem sperrigen namen k. rot extra. die englischen kriegsgedichte wichen deutschen texten, die von uns selbst geschrieben wurden. straßenkampf, pirouetten, schwarze milch etc.

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