schlacht von gettysburg | 1863

alexander gardner, gettysburg 1863

heute vor 154 jahren war tag 2 der schlacht von gettysburg. landnahmemäßig ging es dabei um nichts, es war ländliches gebiet. die kämpfe begannen am 1. juli mit erfolgen der südstaaten (konföderation) am zweiten tag. am dritten tag war die schlacht für die konföderierten verloren. es kamen mehr soldaten um als bei den anderen schlachten des unabhängigkeitskriegs, nämlich etwa 6.000. die armeen waren in etwa gleich stark (je 80.000 mann). in gettysburg wurde davon jeder vierte verletzt. die opferzahlen waren auf beiden seiten ähnlich.

die schlacht war psychologisch entscheidend und stellte einen wendepunkt dar. die unionisten einer vereinigten USA hatten gesiegt, der krieg war zwei jahre später vorbei.

der krieg war der erste, von dem es reichlich fotografien gibt. das glasnegativ oben hat, natürlich mit stativ, → alexander gardner (1821-1882) aufgenommen. er war damals 42 jahre alt und damit ein alter hase. paar monate später nahm er das bekannteste portrait seines präsidenten auf, abraham lincoln. übrigens republikaner.

abraham lincoln. foto: gardner 1963

luftraum | verbote

ein kollege und intensiver wikipedia-fotograf gab mir den tipp, beim drohnenfliegen mal → diese seite mit daten der deutschen flugsicherung zu besuchen. weil die neue drohnenverordnung hier mit eingearbeitet wurde, der zu folge man 100 meter abstand von bundesstraßen, bundeswasserstraßen und autobahnen halten muss, sieht das alles andere als einladend aus. vor allem im städtischen gebiet. außerdem beanspruchen heliports luftraum, die man nicht kennt, die vermutlich karteileichen sind.

fast nur flugbeschränkungen über köln

bernd neumann | dichter

vorletzte woche erfuhr ich, dass bernd neumann gestorben ist, schon vor drei jahren. von beruf war er, glaube ich, krankenpfleger in bamberg. etwa jahrgang 1952. bernd war ein tragender pfeiler einer gruppe von jungen schriftstellern um 1975 herum. er studierte damals germanistik und geschichte an der universität erlangen. seine texte waren fast immer politische lyrik, und ich glaube, er schrieb die gedichte sehr schnell und oft nicht ganz nüchtern. sie gehörten zum aufregendsten, was wir damals in die „alternative literaturzeitschrift“ → die gießkanne einfließen ließen, klaus morsch, günther hießleitner und ich.

„die gießkanne“

hier ein typisches politisches gedicht von bernd neumann, geschrieben 1977, damals selbstverständlich noch auf schreibmaschine. veröffentlicht in  gießkanne #6. und darunter ein zwei jahre früheres, kurzes, zum thema alkohol, gießkanne #3.

bernd neumann in der „gießkanne“ 1977

 

gang durch eine landschaft

 

komm ins freie

mein freund

ins offene

schußfeld und

laß uns

weiter

marschieren

unter einem mond

blässlich wie ein arsch

durch wälder / moore

voller nebel

spinnennetze und nebel

voller coladosen

und werwölfe

vielleicht

mein freund

stimmt die marschzahl

eingeritzt

in unsere hände

und wir erreichen

den fluß

mit seinem morgenrot

dahinter

oder die teufelsinsel

oder das lager dachau

oder das gelbe loch von bautzen

es ist fast einerlei

mein freund

komm

ins offene

ins freie

viel ist nicht mehr

zu verspielen

 

lotta continua

ich sitze

saufend

in der langen nacht

und

schenke ein

und denke dran

den korken

– morgen –

in der flasche

drinzulassen

und weiß

daß ich

verloren hab

für diese nacht

drei gedichte, maschine und handschrift