{"id":4524,"date":"2015-06-14T00:55:51","date_gmt":"2015-06-13T22:55:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/?p=4524"},"modified":"2015-06-16T08:32:46","modified_gmt":"2015-06-16T06:32:46","slug":"spy-susan-cooper-und-zuendfunk-doppelmoderation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/spy-susan-cooper-und-zuendfunk-doppelmoderation\/","title":{"rendered":"spy (cooper) | und z\u00fcndfunk doppelmod."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">was haben wir gelacht, thomas, claudia und ich, gestern bei der OV von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Spy_%282015_film%29\" target=\"_blank\">spy \u2013 susan cooper undercover<\/a>. melissa mcCarthy spielt die unter ihrem hohen k\u00f6rpergewicht wenig leidende, aber das klischee der nicht begehrten frau bedienende rolle des mauerbl\u00fcmchens, das zur super-agentin wird. ihre partnerin bei dem alles durchforstenden deppenverein CIA spielt miranda hart, die in der BBC eine eigene comedy-show hat und mir vor allem als schrille figur in dem historiendrama <a href=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/?p=3700\" target=\"_blank\">call the midwife<\/a> gef\u00e4llt. der thriller es ist eine reine klamauk-orgie, sie entbehrt jeden tiefsinns, es hagelt comedy-reife gags und derbe minidialoge \u2013 und es endet alles gut. mich hat der film an <a href=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/?p=4481\" target=\"_blank\">mad max<\/a> (fury road) erinnert, der auf v\u00f6llig andere, n\u00e4mlich total ernste weise sinnfrei ist. <em>spy<\/em> ist (anders als mad max) filmisch nicht wahnsinnig anspruchsvoll, also wird er sich gut auf den fernsehbildschirmen der welt machen, und jetzt ist schon abzusehen, dass er endlos oft im &#8222;free&#8220; TV und in flugzeugen laufen wird, einfach weil er so lustig und v\u00f6llig harmlos ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">einen abend sp\u00e4ter, beim backen, h\u00f6rte ich dann caro matzkos und ralf summers z\u00fcndfunk nach, weil beide die sendung auf facebook massiv beworben haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/z\u00fcndfunk_summerMatzko.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4525\" src=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/z\u00fcndfunk_summerMatzko.jpg\" alt=\"z\u00fcndfunk_summerMatzko\" width=\"485\" height=\"569\" srcset=\"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/z\u00fcndfunk_summerMatzko.jpg 485w, https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/z\u00fcndfunk_summerMatzko-256x300.jpg 256w\" sizes=\"auto, (max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><\/a>ich habe seit meinem weggang von m\u00fcnchen 1993 keine einzige z\u00fcndfunksendung mehr von anfang bis ende geh\u00f6rt, diese aber schon. sie pl\u00e4tscherte so dahin, war also guter hintergrund (ralf h\u00e4tte gesagt &#8222;background&#8220;) f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/?p=4336\" target=\"_blank\">teigarbeit<\/a>. (fast) alle themen, die nicht mit musik zu tun hatten, handelten von dem, was 1984 ein exot im z\u00fcndfunk war, n\u00e4mlich das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bit,_byte,_gebissen\" target=\"_blank\">computermagazin<\/a>. diesmal: roboter, die journalisten ersetzen; merkel, die keine ahnung von facebook hat; soziale netze, soziale netze; vorratsdatenspeicherung usw.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mir ist nicht klar, welche funktion die <em>doppelmoderation<\/em> in dieser langen stunde hatte, denn sie macht nur sinn, wenn sie sich als formales grundmotiv durch die sendung zieht. so aber wirkte sie fast autistisch, denn es gab eine scharfe trennung mit kaum (und wenn, dann unkomischen, uninspirierten kurzen) ber\u00fchrungspunkten der beiden moderatoren: <em>ralf<\/em> gibt den musikjournalisten, aus dessen mund die tief amerikanisch ausgesprochenen fachtermini nur so heraus purzelten (der verstorbene freejazzer <em>ornette coleman<\/em> hei\u00dft bei ihm immer <em>coleman RIP<\/em>, auch die drei buchstaben R-I-P mit tief amerikanischen zungenschlag). und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carolin_Matzko\" target=\"_blank\">caro<\/a> schien irgendwie f\u00fcr den nicht-musikalischen teil, also &#8222;sonstiges&#8220; zust\u00e4ndig gewesen zu sein. einmal nahm sie eine verkaufsrolle ein, indem sie einen vermeintlich super spannenden beitrag (werden roboter uns journalisten ersetzen?) elaboriert anmoderierte, um dann zu sagen: kommt erst nach der n\u00e4chsten musik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">in den kulturwellen von WDR 3 und 5 macht sich diese &#8222;staubsaugerverk\u00e4ufer-br\u00fcckenmoderation&#8220; seit einigen jahren enorm breit, die br\u00fccken werden immer l\u00e4nger. das h\u00e4ngt mit drastischen einsparma\u00dfnahmen zusammen: viel mehr musik, viel weniger inhalt. dazu sag ich ein ander mal mehr. jedenfalls war der nach der &#8222;l\u00e4stigen&#8220; (weil br\u00fcckenmusik) laufende beitrag dann hei\u00dfe luft; irgendwer hat offenbar gemeint, software k\u00f6nnte irgendwann mal journalistische texte schreiben, und die redaktion hielt das f\u00fcr ein wichtiges &#8222;netzthema&#8220;. wir k\u00f6nnen auch irgendwann einmal mit unseren armen fliegen \u2013 sage ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">dass es bei der doppelmoderation ralf\/caro kaum interaktion gab, kann daran liegen, dass zwischen den beiden eine halbe generation leben liegt, oder daran, dass nur einer der beiden schlagfertig ist und humor \u00fcber den \u00e4ther bringen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der z\u00fcndfunk wurde fr\u00fcher immer von <em>einem<\/em> moderator gefahren. man h\u00f6rte in den 1970er jahren die sendung von ingeborg schober am freitag, und die von raoul hoffmann am montag. ca. 1990 habe ich mal <a href=\"http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/programmkalender\/sendung931638.html\" target=\"_blank\">sabine gietzelt<\/a> gebeten, als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sidekick\" target=\"_blank\">sidekick<\/a> (das wort kannten wir damals noch nicht) in meine metal-sendung zu kommen. wir beiden haben, wenn ich mich recht erinnere, so viel und so anregend und skurril miteinander gequatscht, dass f\u00fcr musik nur wenig zeit blieb und wir anschlie\u00dfend dem damaligen, leider nicht sehr prickelnden redaktionsleiter anboten, das weiter so zu machen, allerdings m\u00fcsste sabine dann mehr als ein kleines infohonorar bekommen. das hielt der redaktionsleiter f\u00fcr v\u00f6lligen unsinn. doppelmoderation, so ein quatsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">heute passiert das beste, was man an doppelmoderationen f\u00fcr ein junges h\u00f6rerpublikum auf den ARD-radiowellen h\u00f6ren kann, auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1_Live\" target=\"_blank\">WDR 1live<\/a> \u2013 auch wenn das modell schon ewig l\u00e4uft und man die doppelpacks kennt und sich die witze wiederholen, funktioniert das weiterhin. aber es ist wegen der dummd\u00f6delmusik auch nicht spannender, solchen sendungen zuzuh\u00f6ren als einem z\u00fcndfunk, bei dem der eine moderator schweigt, wenn der andere seine wichtigen ansagen macht, und umgekehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mir fiel noch auf, dass praktisch jeder moderationstext information kommentierte. im journalismus lernt man eigentlich, beides sauber zu trennen. das war allerdings auch in den musikjournalistischen z\u00fcndfunk-sendungen fr\u00fcher selten der fall, in den politischen z\u00fcndfunks dagegen war das ein ma\u00dfstab. caro und ralf moderierten einen hybrid aus musik- und nachrichtenmagazin und entschieden sich offenbar f\u00fcr eine seite.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>was haben wir gelacht, thomas, claudia und ich, gestern bei der OV von spy \u2013 susan cooper undercover. melissa mcCarthy spielt die unter ihrem hohen k\u00f6rpergewicht wenig leidende, aber das klischee der nicht begehrten frau 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