{"id":3425,"date":"2014-11-29T21:03:21","date_gmt":"2014-11-29T19:03:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/?p=3425"},"modified":"2014-12-04T15:48:03","modified_gmt":"2014-12-04T13:48:03","slug":"der-zuendfunk-frueher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/der-zuendfunk-frueher\/","title":{"rendered":"der z\u00fcndfunk | fr\u00fcher"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">heute in <a title=\"deutschlandfunk, markt und medien\" href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/markt-und-medien.760.de.html\" target=\"_blank\">deutschlandfunk\/markt und medien<\/a> mein kleiner \u00fcberblick \u00fcber den z\u00fcndfunk fr\u00fcher, als der mythos noch keiner war. hier unten jetzt die langfassung des gesendeten 4-min\u00fcters, mit, am ende, ein wenig weihrauch. da h\u00f6rt Ihr eine synthetische stimme, und das bemerkenswerte daran ist r\u00fcckblickend, dass sie von 1984 stammt. ich hatte damals einen C64 heimcomputer, f\u00fcr den gab es steckmodule, und eins diente der sprachsynthese. es war komplex zu programmieren, vor allem das &#8222;Z&#8220; von z\u00fcndfunk, denn die software war amerikanisch. ich musste phoneme und pausen herumschieben, aus dem Z ein TS machen usw. relativ einfach war das ansteigen der tonh\u00f6he, denn hier gab man jedem phonem eine frequenz. es passt \u00fcberhaupt nicht zu takt und tonart der musik (owner of a lonely heart von YES), aber es klang in den 1980ern nicht nur f\u00fcr meine ohren &#8222;geil&#8220;, wie man damals sagte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">in der mitte ist eine kleine mogelei zu h\u00f6ren: der ausschnitt aus <a title=\"helmut krausser in der wikipedia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Helmut_Krausser\" target=\"_blank\">helmut kraussers<\/a>\u00a0erster rundfunksendung (<a title=\"pop sunday in der wikipedia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pop_Sunday\" target=\"_blank\">pop sunday<\/a>) stimmt nicht ganz. helmut kam als 16j\u00e4hriger in die redaktionssitzung und las &#8222;13 pessimistische gedichte&#8220; vor, eins toller als das andere. er durfte diese texte aber nicht selbst sprechen. thomas albus wurde dazu verdonnert, helmut kam abends in die produktion reingeschneit und lie\u00df uns im studio seine schlechte laune sp\u00fcren. ich konnte ihn gut verstehen. die n\u00e4chste sendung jedenfalls sprach er selbst, und daraus ist der ausschnitt. ich glaube, da war er schon 17.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">vom club 16 sind in dem beitrag zwei passagen zu h\u00f6ren. einmal moderiert ulrich paasche die beatles ab und die hollies an (1970). sp\u00e4ter moderiert j\u00fcrgen herrmann den club 16 ab und den z\u00fcndfunk an (1974). ulrich paasche wurde sp\u00e4ter pressesprecher des BR und ist seit langem in ruhestand. j\u00fcrgen herrmann wanderte nach B3 ab; einige nette fotos, u. a. beim aussortieren von h\u00f6rerpost mit thomas gottschalk hat der BR \u2192 <a title=\"j\u00fcrgen herrmann in der hall of fame des BR\" href=\"http:\/\/www.b3-history.de\/frameset.html?\/persons\/herrmann.html\" target=\"_blank\">hier<\/a> archiviert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ich erfuhr bei den recherchen nebenbei auch von einem peter kreglinger, den ich nie bewusst h\u00f6rte, der aber auch den club 16 moderiert hat, bevor er nach stuttgart zum &#8222;s\u00fcdfunk&#8220; ging.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/peterKreglinger-autogrammkarte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3432\" src=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/peterKreglinger-autogrammkarte.jpg\" alt=\"peterKreglinger---autogrammkarte\" width=\"470\" height=\"336\" srcset=\"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/peterKreglinger-autogrammkarte.jpg 470w, https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/peterKreglinger-autogrammkarte-300x214.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><\/a><em>autogrammkarte von peter kreglinger, club 16. <a title=\"peter kreglinger, hall of fame des BR\" href=\"http:\/\/www.b3-history.de\/frameset.html?\/persons\/kreglinger.htmlhttp:\/\/\" target=\"_blank\">archiv des BR<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">zu den urgesteinen von club 16, die sp\u00e4ter in den z\u00fcndfunk hin\u00fcberwuchsen, geh\u00f6rten wolfgang stegers, raoul hoffmann, carl ludwig reichert, till obermayer, karl bruckmaier, berhard jugel, ingeborg schober. ingeborg ging, wie auch georg kostya, zu bayern 3. andere, wie michael hutter und hans-peter richter, h\u00f6rten mit radio auf. raoul hoffmann, glaube ich, auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">es gab eine kritik zu meinem beitrag, weil ich den z\u00fcndfunk jetzt r\u00fcckblickend &#8222;links&#8220; nenne. wir h\u00e4tten das damals nie offen gesagt, weil wir dann schwierigkeiten mit den hierarchen bekommen h\u00e4tten. die redaktion hatte es eh schwer genug und musste sich laufend nach oben und gegen wutschnaubende h\u00f6rer (&#8222;drecksanarchisten, geht doch in die ostzone!&#8220; und dgl.) rechtfertigen. jedenfalls gab es kaum einen konservativ, geschweige rechts denkenden kollegen im team der 1980er jahre. allerdings waren der oberpolitisch tickenden fraktion manche, die viel wert auf form (etwa aufw\u00e4ndigere produktionstechniken, h\u00f6rspielcharakter etc.) legten, suspekt, und umgekehrt. es gab da durchaus animosit\u00e4ten. die &#8222;harten&#8220; politik-z\u00fcndfunk-moderatoren lie\u00dfen auch \u00f6fter auf den redaktionssitzungen durchblicken, dass sie die musikjournalistischen sendungen nicht h\u00f6rten; waren ihnen zu sch\u00f6ngeistig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">r\u00fcckblickend interessant war auch die kontroverse um eine sendereihe, die sich &#8222;blind date&#8220; nannte und tats\u00e4chlich partner vermittelte. die sendung wandte sich eindeutig an ein, sagen wir mal, weniger ambitioniertes publikum. sowohl der moderator, der sp\u00e4ter in die redaktionsriege aufstieg, als auch die redaktionsleitung hielten dies f\u00fcr eine \u00f6ffnung des z\u00fcndfunks f\u00fcr neue h\u00f6rerkreise. ich wei\u00df nicht, ob das gelang. ich spreche von den 1980er jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">es gab turbulenzen, als christoph lindenmeyer die redaktion verlie\u00df und dann das h\u00f6rspiel leitete. seine beiden nachfolger hatten, milde gesprochen, keine ahnung und stie\u00dfen auf eine sehr eingeschworene mannschaft, die ihnen den zugang sicher auch nicht gerade erleicherte. es kam in der zeit sogar zu einer geradezu unsittlichen sofortk\u00fcndigung eines verdienten mitarbeiters, nur weil der interim-chefin etwas nicht passte. sie blieb nicht lange. der n\u00e4chste interim-leiter des z\u00fcndfunk war BR-korrespondent im ausland gewesen und fasste den z\u00fcndfunk wie ein rohes eisen an. nat\u00fcrlich konnte er auch mit metal-musik nichts anfangen und wollte mir eine vorproduzierte death-metal-sendung aus dem programm nehmen, weil ihm die texte, die ich selbstverst\u00e4ndlich zitierte und \u00fcbersetzte, missfielen. glaube, ich hab sie dann doch gesendet, aber es herrschte in der phase eisesk\u00e4lte. auch er ging bald. es dauerte jahre \u2013 und da war ich l\u00e4ngst in k\u00f6ln und kam nur noch zum senden sozusagen zu besuch \u2013, bis sich die redaktion unter der heutigen BR-feature-chefin ulrike ebenbeck konsolidierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">lindenmeyer schreibt mir auch, dass der z\u00fcndfunk quasi ab dem start medienpreise erhielt, etwa den robert geisend\u00f6rfer-preis (gottfried stein und lindenmeyer), den tz-rosenstrau\u00df des jahres, den medienpreis der heimatvertrieben (mit ulrich chaussy), deutsch-franz\u00f6sische preise (DMS) u. a.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der club 16 war f\u00fcr mich ab ca. 1970 einschalt- und mitschneide-pflichttermin. passte zeitlich gut zwischen die hausaufgaben, eben werktags 16 uhr. freut mich, hier was altes von ca. 1970 jetzt, 44 jahre sp\u00e4ter, senden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><audio controls=\"controls\"><source src=\"http:\/\/maxschoenherr.de\/radio\/2014\/Die%20Anfaenge%20des%20Zuendfunks.mp3\" \/><!--fallback--><br \/>\nWenn Sie das nicht abspielen k\u00f6nnen, fehlt Ihrem Browser HTML5.<\/audio><br \/>\n<em>z\u00fcndfunk, revisited. deutschlandfunk 29.11.2014, langfassung<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">zum thema z\u00fcndfunk heute gibt&#8217;s diesen film, jetzt in der BR-mediathek: <a title=\"doku \u00fcber den z\u00fcndfunk, BR, eineinhalb stunden\" href=\"http:\/\/www.br.de\/fernsehen\/bayerisches-fernsehen\/sendungen\/dokumentarfilm\/dokumentarfilm-zuendfunk-radio-show-100.html\" target=\"_blank\">z\u00fcndfunk radio show<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">ich werde manchmal gefragt, wie viele generationen von autoren\/redakteuren es im z\u00fcndfunk so gab. ich w\u00fcrde sagen vier: die gr\u00fcnder, von denen einige nicht mehr leben, die anderen in rente sind, gert heidenreich etwa. die n\u00e4chste generation legte sich schon ins gemachte bett. karl bruckmaier und ich sind zwei vertreter dieser generation. die dritte generation kam mit techno und internet hoch, ralf summer, oliver buschek etwa. und die vierte generation sind die jungen von heute, franziska storz, caro matzke. die meisten liegen irgendwo dazwischen, sandra (maischberger) zwischen zwei und drei, klaus (kastan) zwischen eins und zwei usw.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>heute in deutschlandfunk\/markt und medien mein kleiner \u00fcberblick \u00fcber den z\u00fcndfunk fr\u00fcher, als der mythos noch keiner war. hier unten jetzt die langfassung des gesendeten 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