{"id":3168,"date":"2014-10-19T23:56:02","date_gmt":"2014-10-19T21:56:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/?p=3168"},"modified":"2014-10-20T08:38:18","modified_gmt":"2014-10-20T06:38:18","slug":"public-editor-ein-beruf-dens-bei-uns-nicht-gibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/public-editor-ein-beruf-dens-bei-uns-nicht-gibt\/","title":{"rendered":"public editor | ein beruf, den&#8217;s bei uns nicht gibt"},"content":{"rendered":"<p><em>public editors<\/em> sorgen in der angels\u00e4chsischen presse daf\u00fcr, dass die publikation gewisse ethische und journalistische grunds\u00e4tze einh\u00e4lt und kommunziert das mit lesern. in zeiten zunehmender leserteilnahme \u00fcber die kommentarfunktion unterhalb von online-artikeln wimmelt es von kritiken, die offenbar nicht alle bl\u00f6d sind.<\/p>\n<p>das lese ich in einer \u2192 <a title=\"margaret sullivan in der new york times - ein jahr public editing\" href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/10\/19\/public-editor\/so-we-beat-on-another-year-in-the-hot-seat.html\" target=\"_blank\">jahresbilanz von margaret sullivan<\/a>, public editor bei der new york times. sie hat viele informationen via leserkommentare, viele davon anonym, zugeschoben bekommen, die sich als wahr herausstellten und zu artikeln in der zeitung f\u00fchrten. auch dieses bindeglied (leser schreibt, redaktion wird aktiv) ist der public editor. margaret sullivan griff auch schon str\u00f6mungen und stimmungen auf, die zu viel tieferen erkenntnissen f\u00fcr die zeitungsarbeit f\u00fchren.<\/p>\n<p>zum beispiel kristallisierte sich aus leserkommentaren eine unzufriedenheit mit der <em>scheinbar ausgewogenen<\/em> haltung mancher artikel heraus. die leser schienen ein gesp\u00fcr daf\u00fcr zu haben, wenn diese ausgewogenheit vorgespielt war und forderten fakten und klare positionen. das kann man diskutieren, das hat die politische redaktion der zeitung auf anregung sullivans diskutiert, und sie stellt in ihrer jetzigen bilanz leichte verbesserungen fest.<\/p>\n<p>sie brachte die diskussion \u00fcber die scheinbare ausgewogenheit, den scheinbar neutralen standpunkt 2012 durch einen artikel in der <em>public editor<\/em>-sektion der zeitung ins rollen, den sie \u2192 <a title=\"he said, she said, von margaret sullivan\" href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2012\/09\/16\/public-editor\/16pubed.html\" target=\"_blank\">He Said, She Said, and the Truth <\/a>nannte. sie (eigentlich die leser) legt hier den finger in eine wunde, die nat\u00fcrlich auch im deutschen journalismus klafft. man h\u00f6rt das unter anderem dann, wenn berichterstatter von &#8222;informierten kreisen&#8220; sprechen oder &#8222;ich erfuhr ABER von bewohnern, dass&#8230;&#8220; sagen. bei RTL, BILD &amp; co., wo das erfinden von fakten zum gesch\u00e4ftsmodell geh\u00f6rt, ist das &#8222;journalistische&#8220; standardmethode. im seri\u00f6sen print und im \u00f6ffentlich-rechtlichen rundfunk haben solche s\u00e4tze nichts zu suchen. ein korrespondent, der im gaza-streifen stationiert ist, hat gef\u00e4lligst nicht von &#8222;informierten kreisen&#8220; zu sprechen, sondern er soll sie beim namen nennen; meistens, unterstelle ich mal, ist er selbst der informierte kreis und traut sich der ausgewogenheit halber nicht, &#8222;ich&#8220; zu sagen.<\/p>\n<p>in der englischen wikipedia gibt es einen kurzen artikel \u00fcber den \u2192 <a title=\"public editor in der englischen wikipedia\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Public_editor\" target=\"_blank\">public editor<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>public editors sorgen in der angels\u00e4chsischen presse daf\u00fcr, dass die publikation gewisse ethische und journalistische grunds\u00e4tze einh\u00e4lt und kommunziert das mit lesern. in zeiten zunehmender leserteilnahme \u00fcber die kommentarfunktion unterhalb von online-artikeln wimmelt es von kritiken, die offenbar nicht alle bl\u00f6d sind. das lese ich in einer \u2192 jahresbilanz von margaret sullivan, public editor bei [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1154,1152,1151,1153],"class_list":["post-3168","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-amerikanisches-zeitungwesen","tag-compliance","tag-korrespondent","tag-meinungsbildung"],"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":"82b8bdbb572b497aa87f7230472089de","server":"vg01.met.vgwort.de","url":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/82b8bdbb572b497aa87f7230472089de"},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3168"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3168\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3172,"href":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3168\/revisions\/3172"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}