{"id":1410,"date":"2014-05-19T15:29:46","date_gmt":"2014-05-19T13:29:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/?p=1410"},"modified":"2014-05-24T09:40:33","modified_gmt":"2014-05-24T07:40:33","slug":"katholische-deutschtuemelei-1933","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/katholische-deutschtuemelei-1933\/","title":{"rendered":"katholische deutscht\u00fcmelei |1933"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Deutscher-Hausschatz-Januar-1933-Titelseite.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1411\" src=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Deutscher-Hausschatz-Januar-1933-Titelseite.jpg\" alt=\"Deutscher Hausschatz - Januar 1933 - Titelseite\" width=\"400\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Deutscher-Hausschatz-Januar-1933-Titelseite.jpg 400w, https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Deutscher-Hausschatz-Januar-1933-Titelseite-278x300.jpg 278w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ich las heute eine ausgabe der im passauer verlag <a title=\"Friedrich Pustet Verlag in der Wikipedia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_Pustet_KG\" target=\"_blank\">friedrich pustet<\/a> erschienenen katholischen monatszeitschrift <a title=\"deutscher hausschatz in der karl may wiki\" href=\"http:\/\/karl-may-wiki.de\/index.php\/Deutscher_Hausschatz\" target=\"_blank\">deutscher hausschatz<\/a> \u2190 <span style=\"color: #999999;\">\u00fcbrigens ein link zu einer nicht-wikipediaseite, auch wenn sie so aussieht!<\/span> zuf\u00e4lligerweise war es die ausgabe vom januar 1933, also druckfertig gemacht im dezember 1932, als der faschismus im deutschen reich einen erfolg nach dem anderen feierte, aber noch nicht abzusehen war, dass hitler ende januar 1933 reichskanzler werden w\u00fcrde. journalismus in den wenigen monaten vor der machtergreifung ist immer spannend zu betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">an diesem urkatholischen heft wird deutlich, wie die redaktion hart an die grenze zwischen tradition und rassismus herangeht. auch einige fr\u00fchere ausgaben, die ich las, sind sehr &#8222;germanisch&#8220; volkst\u00fcmelnd, aber dieser artikel zeigt, wie die zeitschrift der rassenpolitik der nazis direkt in die h\u00e4nde spielt. mein vater (* 1926) las diese s\u00e4tze von mir und schreibt dazu:<\/p>\n<p style=\"text-align: left; padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #666699;\"><em>Hat mich nicht erstaunt. Der Pfarrer von Mies (wo ich im Internat war) war bei der SA. Stand mit erhobenem Arm, dem &#8222;deutschen Gru\u00df&#8220;, vor dem Altar in der Kirche.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #666699;\"><em> Die katholische Lehre war in meiner Kindheit auf alle F\u00e4lle antisemitisch. Diese Texte in der Zeitschrift passen also genau ins Bild.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>der deutsche hausschatz<\/em> heft 4\/1932 r\u00fcckt die kinderportraits der &#8222;braunen erna&#8220; in den vordergrund, einer 1883 geborenen, damals also 49j\u00e4hrigen fotografin in den mittelpunkt: <a title=\"erna lendvai-dircksen in der wikipedia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erna_Lendvai-Dircksen\" target=\"_blank\">erna lendvai-dircksen<\/a>. ein fotografisch mittelm\u00e4\u00dfiges bild erscheint sogar im hochglanzdruck: &#8222;kinderbildnis&#8220;; es zeigt ein m\u00e4dchen im profil, wie es einen apfel h\u00e4lt. ausgerechnet der apfel ist unscharf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">eine fotostrecke in der heftmitte pr\u00e4sentiert 9 weitere fotografien aus lendvai-dircksens buch &#8222;unsere deutschen kinder&#8220;. untypisch f\u00fcr die zeit ist der ernste blick der kinder \u2013 das ist eigentlich eine haltung der portraitfotografie des sp\u00e4ten 19. jahrhunderts; viele fotografen zeigten um 1930 bereits neutralere posen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">umrankt wird die bildstrecke von einem text von <em>paul seelhoff<\/em>, der auf die tradierte christliche familienhierarchie (strenger vater, liebende mutter) setzt und nicht mit dem wort &#8222;deutsch&#8220; spart: &#8222;H\u00fctet unsere deutschen Kinder!&#8220; hei\u00dft der artikel, und an keiner stelle wird klar, warum wir ausgerechnet um &#8222;das deutsche Kind&#8220; besorgt und als papa &#8222;ein rechter Vater eines deutschen Kindes&#8220; sein sollen.<\/p>\n<p>vielleicht dewegen: &#8222;Gl\u00fcckselig das deutsche Kind, dessen Schritte so von einem rechten Vater geleitet werden!&#8220; denn, so der autor, die deutsche mutter kann, obwohl sie deutsch ist, oft &#8222;ihr Kind nicht verstehen&#8220;. dabei seien es gerade wir &#8222;Deutsche [die] \u00fcber diese Dinge zutiefst nachzudenken verm\u00f6gen&#8220;. woher der autor diese problematik zieht, ist unbekannt. seine haus- und hofpsychologie bringt ihn jedenfalls soweit, den mann als kind seiner mutter zu sehen; die ehefrau sei nichts weiter f\u00fcr ihn als eine fortsetzung dieser mutterbeziehung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">in dem artikel wird von den &#8222;Qualen der Gegenwart&#8220; geschrieben, die die (nat\u00fcrlich stehts arischen abgebildeten kinder) in ihrer naivit\u00e4t nicht wahrnehmen, weil sie eben unschuldige kinder sind.<\/p>\n<p>es folgten bekanntlich unmittelbar nach erscheinen des hefts 12 &#8222;glorreiche&#8220; jahre f\u00fcr die vermeintlich &#8222;hohe rasse&#8220;, flankiert von der ausrottung all dessen, was nicht so aussah wie in erna lendvai-dircksens portraits. die fotografin hat \u00fcbrigens nach dem zweiten weltkrieg noch eifrig im volkst\u00fcmlichen rasse&#8220;kundlichen&#8220; stil weiterpubliziert. nach einem ersten verbot ihrer b\u00fccher in der sowjetischen besatzungszone fand sogar die DDR die fotos von ihr wert, neu herauszugeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die fotos unten bitte mit vorsicht genie\u00dfen, nicht weiterverbreiten. die zeitschrift &#8222;deutscher hausschatz&#8220; gibt es seit langem nicht mehr, und auch nicht die verlage, in denen lendvai-dircksens rassenb\u00fccher erschienen sind. also konnte ich niemanden nach den bildrechten fragen. wenn&#8217;s probleme gibt, ganz unten stehen meine kontaktdaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Deutscher-Hausschatz-Januar-1933-Unsere-deutschen-Kinder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1412\" src=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Deutscher-Hausschatz-Januar-1933-Unsere-deutschen-Kinder-1024x454.jpg\" alt=\"Deutscher Hausschatz 1933 - H\u00fctet unsere Deutschen Kinder\" width=\"640\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Deutscher-Hausschatz-Januar-1933-Unsere-deutschen-Kinder-1024x454.jpg 1024w, https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Deutscher-Hausschatz-Januar-1933-Unsere-deutschen-Kinder-300x133.jpg 300w, https:\/\/www.maxschoenherr.de\/clock\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Deutscher-Hausschatz-Januar-1933-Unsere-deutschen-Kinder.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><em>&#8222;h\u00fctet unsere deutschen kinder!&#8220; von paul seelhoff, mit fotos von erna lendvai-dircksen, in &#8222;deutscher hausschatz&#8220; januar 1933<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ich las heute eine ausgabe der im passauer verlag friedrich pustet erschienenen katholischen monatszeitschrift deutscher hausschatz \u2190 \u00fcbrigens ein link zu einer nicht-wikipediaseite, auch wenn sie so aussieht! 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