genfer wellenplan 1975 | usenet

ich habe eine lücke in meiner datenbank mit interviews entdeckt. sie liegt irgendwo bei 1999/2000, als ich von DAT auf bandloses digitales aufnehmen überging. weil ich nach einer sendung suchte, von der ich das jahr nicht mehr wusste, googelte ich nach “zeitzeichen → genfer wellenplan“. und stieß auf eine diskussion im usenet, einer art vorgänger und lange zeit parallelgänger des internet. die → diskussion fand ab 21.11.2000 im usenet-forum (der “newsgroup”) de.alt.hoerfunk statt.

zeitzeichenWellenplan_newsgroup

darauf folgte eine diskussion über das korrekte datum. ich konnte durch dieses “internet-gedächtnis” das datum der sendung lokalisieren und fand bei meinen DAT-cassetten tatsächlich einen mitschnitt. in dem mitschnitt erwähnte ich den namen eines meiner gesprächsparter, herbert götze. und die suche nach ihm in meinem backup-katalog auf gebrannten CD-Rs förderte zwei treffer hervor, beide mit dem kompletten interview. die eine CD-R war nur noch teilweise lesbar – nicht untypisch für eine beklebte CD-R (wusste ich damals noch nicht, dass das nicht gut ist). aber auf der anderen CD ist das interview komplett drauf und wird jetzt in einer DLF-sendung über mittelwelle im dezember wieder verwendet.

schrumpf | wort auf WDR 5

die spar-tiraden des WDR hörfunks nehmen konkrete formen an. die einzige kommentarsendung des WDR rundfunks, politikum, lässt federn. erstmal klingt es gut: statt (auf einem plötzlich für schlecht befundenen sendeplatz) von montag bis donnerstag wird jetzt (auf einem angeblich besseren sendeplatz) von montag bis freitag gesendet. prima! allerdings statt 25 minuten 10 minuten weniger. rechnen wir mal kurz:

politikum-wortsparschrumpfendes wort

die fünf mal 15 minuten in zukunft sind 25 minuten weniger an sendezeit, in prozent sind das 75, also 25 % weniger. angenommen, vier redakteure bestückten bisher die sendung, würden jetzt drei reichen. angenommen 20 autoren bestückten das programm regelmäßig inhaltlich, kann man fünf nach hause schicken.

jetzt setzen wir das mal in relation zu einem von ex-intendantin monika piel an thomas gottschalk ausgezahlten geschätzten 5 millionen euro für eine gefloppte show. wie viele der nun eingesparten 25 minuten könnte man von diesen fünf millionen mit solide honorierten, klugen beiträgen füllen? 3.333 stück. wann wären die 3.333 25minüter abgesendet? in 64 jahren. da wäre WDR-intendant tom buhrow 120 jahre alt, hörfunkchefin valerie weber 114, und die vorherige intendantin und hörfunkdirektorin monika piel, die ich hier nicht ohne grund nenne, wäre dann 127 jahre alt.

das ist kein plädoyer für eine sendung. es ist nur eine demonstration, wie das, was im öffentlich-rechtlichen rundfunk “anspruchsvolles wort” heißt, weiter demontiert wird.