unverschämt penetranter | Codemeter

die penetranz, mit der sich programme in unsere rechner einschleichen, nimmt seit jahren zu. mehr oder weniger windige firmen bieten “schutz” oder dergleichen an, nur um lästige apps zu installieren, die in der regel die rechner ausspionieren, zumindest aber den hersteller- und vertriebsfirmen tantiemen einspielen.

gestern installierte bei mir windows 10 neue updates, und nach dem neustart heutemorgen meldete sich, vermutlich unabhängig davon, ein “prozess” zu wort, den ich nicht beenden konnte. das kleine programm namens codemeter von der wibu-systems AG in karlsruhe hatte irgendwie, ich vermute über einen USB-stick mit pressematerial, den weg in die startprogramme meines rechners gefunden. das ist unverschämt genug, denn ich wurde nicht danach gefragt.

nach dem neustart konnte ich nicht auf meinen rechner zugreifen, ohne ein windows-meldungsfenster zu quittieren. im prinzip ist es gut, dass windows mich fragt. ich musste mich also, das ist die zweite unverschämtheit, mit einem programm beschäftigten, das ich niemals gebeten hatte, zu mir zu kommen.

was genau codemeter wollte, weiß ich nicht, will ich gar nicht wissen. windows jedenfalls warnte mich mit der frage: “Möchten Sie zulassen, dass durch diese App [eben Codemeter] Änderungen an Ihrem Gerät vorgenommen werden?” natürlich nicht! ich hatte die wahl, auf “Ja” ioder “Nein” zu klicken und klickte selbstverständlich auf “Nein”. was dann geschah, ist in diesem einminütigen video zu sehen. ich habe sowas noch nie erlebt: eine app, die mir eine frage so lange erneut stellt, bis ich ihr den eintritt gewähre und Ja sage:

verdammt, wie geht das weg!?

es gibt zum glück wege, aus dieser schleife, die man dem verbraucherschutz melden sollte (kann das jemand, der diesen blogeintrag liest, bitte tun?), herauszukommen. auch wenn das fenster den zugriff auf windows verbaut, lässt sich über die tastenkombination STRG-ALT-Entfernen der taskmanager aufrufen. in diesem findet sich codemeter als “task” und muss beendet werden. damit ist der zauber erstmal vorbei. man sollte aber sofort unten links im windows-suchfenster nach “installierte programme” suchen, diese systemsteuerung aufrufen. dort liegt codemeter nämlich noch herum und möchte beim nächsten systemstart wieder denselben zirkus veranstalten. wenn man codemeter über dieses fenster deinstalliert, kommt wieder das fenster von oben. auch hier kommt man durch drücken von “Nein” nicht wieder heraus. hier kann man aber ausnahmsweise “Ja” klicken, womit man nämlich zulässt, dass windows das programm deinstalliert.

ich wette, codemeter hat auch in der registry seine duftmarken hinterlassen. von dort aus dürften sie aber keinen schaden anrichten; müll eben.

selbst wenn codemeter die tollste app aller zeiten wäre: so würde sie sich völlig diskreditieren.


ich informierte selbstverständlich die pressestelle des herstellers von codemeter. die emailadresse der pressestelle steht auf der wibu-systmes-webseite. das kam zurück:

This message was created automatically by mail delivery software.

A message that you sent could not be delivered to one or more of
its recipients. This is a permanent error. The following address(es)
failed:

presse@wibu.com:
SMTP error from remote server for RCPT TO command, host: sendin.wibu.de (62.96.20.195) reason: 554 Recipient unknown

car2go-problem | aus 10 € wurden 30 €

stressfreiMitcar2gostressfrei zum flughafen köln-bonn?

wie schon vor paar monaten → hier beschrieben, gibt es ein problem beim car sharing am flughafen köln. der wagen damals stammte von drivenow und wollte mich am offiziellen terminalparkplatz für drivenow-fahrzeuge nicht loslassen. ich konnte nicht aus-checken und musste den wagen unverriegelt einfach da stehen lassen. ich erfuhr damals, dass das kein einzelfall war, denn ein anderer fahrer, der seinen wagen zeitgleich dort abstellen wollte, musste mehrfach auf dem parkplatz herumrangieren, bevor er die miete offiziell beenden konnte. mir gelang es nicht.

ich habe am letzten donnerstag, auch frühmorgens, dasselbe mit dem konkurrenten car2go erlebt. car2go wirbt interessanterweise mit den worten: “stressfrei zum flughafen köln-bonn“. im einzelnen passierte mir bei meiner ersten fahrt mit einem car2go-smart zum flughafen folgendes:

  • optimal und korrekt zwischen drei anderen car2go-smarts geparkt meldete das display: kann den wagen nicht orten.
  • plötzlich springt die freisprechanlage an. eine nummer wird ohne mein zutun gewählt, ich höre die warteschleife.
  • ich überlege mir, umzuparken, merke aber, der wagen lässt sich nicht mehr starten. das display meldet, die wegfahrsperre sei aus sicherheitsgründen aktiviert worden.
  • nach rund 5 minuten bricht die telefon-warteschleife ab, die car2go-stimme meldet: die miete kann nun beendet werden.
  • ich verlasse den wagen, halte die kundenkarte wie üblich vorn an die windschutzscheibe. das display meldet, es gibt ein problem, ich soll die anweisungen im wageninneren beachten.
  • ich gehe in den wagen zurück. dort steht am display: bitte loggen Sie sich ein, um weiterzufahren. zwei widersprüchliche aussagen.
  • ich verlasse den wagen, gehe zum terminal, fliege davon.
  • suche am zielort in aller eile die telefonnummer des supports heraus, rufe an, melde den vorgang, bekomme mitgeteilt: das muss die fachabteilung beurteilen.

car2go_extremLangeParkzeitcar2go-rechnung für die fahrt, die eigentlich nur 10 € hätte kosten sollen.

die fahrt zum flughafen hatte eine gute viertelstunde gedauert, der vorgang des misslungenen mietendes kostete mich eine weitere viertelstunde. der anruf bei der hotline dauerte 10 minuten (samt warteschleife), die formulierung einer email an den kundensupport nochmal 10 minuten, ein nachhak-anruf von mir, weil ich zwei tage keine rückmeldung bekam, nochmal 10 minuten. damit war eine miete von 15 minuten mit einem zeitaufwand von einer stunde verbunden. nicht besonders aufbauend war die umgehend erstellte rechnung, bei der eine parkzeit von 156 minuten auftauchte. das war ungefähr die zeit zwischen verlassen des autos bis zu meinem anruf nach meinem flug nach berlin.

car2go entschuldigte sich bei mir schließlich für den vorfall und kündigte eine erstattung sowie eine gutschrift von 10 minuten an; es hätte “bei der Abmiete [dieses Wagens] eine technische Störung” vorgelegen. falsch: die sache hat system und ist nicht von diesem individuellen fahrzeug abhängig. eigentlich ein fall für den verbraucherschutz. und solange beide anbieter das nicht in den griff bekommen, verlieren die kunden natürlich die lust, damit zum flughafen zu fahren.

NB:

als ich das auf facebook gepostet hatte, gab es ein paar stimmen, die meinten, wenn die firma kulant mit dem thema umgeht, soll man ein auge zudrücken und es nicht veröffentlichen, oder es war zu hören, dass es beim ein oder anderen problemlos funktionierte, das problem also möglicherweise bei mir läge. zu letzterem: es lag ganz sicher nicht an mir; ich habe auch andere mieter schwitzend umparken sehen, bevor sie das auschecken schafften oder nicht. außerdem ist den anbietern das problem bewusst. (siehe oben) drivenow schrieb inzwischen, man arbeite mit dem flughafen zusammen an einer lösung – das könnte auf eine zukünftig andere parkposition für die carsharing-autos hinweisen). auf die erste reaktion kann ich nur sagen: wenn ein system einen grundlegenden defekt hat, muss man offen damit umgehen. nur so kann der anbieter das problem sehen und handeln.

vorsicht mietwagenkaution! | kanarische abzocke

brief intro in english: this is the story of a car rental debacle with orlando (orlandorc.com) on a canary island. orlando took 340 € as a down payment and never paid it back – although we had not damaged the car whatsoever. after a 6 week struggle the german rental car portal through which we had initially booked paid us the money back. orlando kept the money, which, in my humble opinion, was a shame. never again. (please use a translation engine to get the whole story. and note the english trip advisor links below.)

dies ist die geschichte einer autoanmietung im urlaub, bei der wir ohne eigenes verschulden 340 € kaution verloren und erst nach intensivem nachhaken sechs wochen später zurückbekamen – übrigens nicht von dem dubiosen vermieter vor ort, sondern von einem der zwischendienstleister, worüber wir ursprünglich gebucht hatten. aber auch nur auf druck.

wir mieteten im dezember von deutschland aus einen wagen auf einer spanischen insel an. weil das kurzfristig geschah und die uns bekannten einschlägigen anbieter vor ort keinen wagen mehr frei hatten, gingen wir über billiger-mietwagen.de an die sache heran. tatsächlich konnte das freiburger portal, mit dem wir zuvor schon anderswo gute erfahrungen gemacht hatten, ein auto für uns auftun, und zwar beim lokalen vermieter orlandorc.com. wir zahlten 330 € über das billiger-mietwagen-portal, sahen dann aber, dass das geld an cardelmar.de in hamburg ging, ein weiteres portal für mietwagenaggregation. von billiger-mietwagen bekamen wir via mail einen voucher, also einen nachweis, dass wir gezahlt hatten, den wir dem vermieter vor ort vorlegten. dieser hatte keinen eigenen shop im flughafengebäude, sondern stand am flughafenparkplatz, war an seinem orlando-aktenordner zu erkennen und verlangte die kreditkarte – nicht, um sie pro forma zu haben, um sie im falle eines unfalls zu belasten, sondern um direkt 340 € kaution einzuziehen, die wir, so der mann wörtlich, drei tage nach rückgabe des wagens auf die karte zurückgebucht bekämen.

Orlando-Depositder mietwagen kostete 330 €, bezahlt an car del mar; hier verlangt der vermieter vor ort – orlando – zusätzlich 340 € kaution.

wir waren verblüfft und wandten uns umgehend an billiger-mietwagen, wo uns eine mitarbeiterin bestätigte, dass hier alles mit rechten dingen zuginge; der autovermieter hertz, so hörten wir später, zieht in spanien inzwischen auch die volle kaution ein und zahlt nach ende des mietverhältnisses den betrag umgehend zurück.

der wagen stand am anderen ende des flughafenparkplatzes, der mitarbeiter von orlando weigerte sich, mit uns dahin zu gehen. auf die frage, ob der wagen schäden aufwies, zeigte er missmutig auf die vollkasko-option auf dem voucher von billiger-mietwagen und bemerkte in schlechtem englisch, wir könnten mit dem wagen alles anstellen, die versicherung zahle es eh. ja, fragte ich, wo hat der wagen denn kratzer oder dgl.? wieder missmutig setzte der orlando-mann einen kringel auf unseren durchschlag des mietvertrags – jedoch nicht auf das original, das er behielt. später wurde uns das zum problem, weil orlando behauptete, wir hätten den schaden selber gemacht.

der wagen war in einem erbärmlichen zustand, mit einer gut sichtbaren beule hinten links (der kringel auf dem mietvertrag zeigt, wie wir später erfuhren, hinten links), vielen kratzern, einem zigarettenbrandfleck im hintersitz, staubig im inneren, kaputte scheibenwischer und rund 90.000 km auf dem tacho. wegen des automangels auf der insel fuhren wir die kiste und gaben sie gut eine woche später ohne auch nur den geringsten zusätzlichen schaden wieder auf dem parkplatz zurück, legten den schlüssel wie verabredet ins handschuhfach und flogen zurück.

als zwei wochen nach ende des mietzeitraums die rückerstattung der kaution nicht auf meinem konto erschienen war, wandten wir uns zunächst an billiger-mietwagen und lieferten die bankauszüge (mietwagenbezahlung an car del mar, kaution an orlando) mit. die antwort war, man würde das jetzt umgehend über car del mar versuchen zu regeln. in der zwischenzeit sollten wir die via kreditkarte eingezogene kaution selbst über die bank zurückholen. ich versuchte das, aber die bank sagte zurecht, dass sie in das vertraglich vereinbarte mietverhältnis zwischen orlando und uns nicht eingreifen könne, aber als service für uns die unterlagen des vorgangs von orlando anfordere. von billiger-mietwagen.de hörte ich dann nicht mehr, von der bank auch nicht.

drei wochen waren vergangen. ich wandte mich jetzt an car del mar (mit cc an billiger-mietwagen) und schrieb an orlando eine SMS; inhalt: ich hätte gern schleunigst die kaution zurück. von car del mar kamen zwei bestätigungsmails über den posteingang, mit bitte um geduld. von billiger-mietwagen folgte ein schreiben, in dem wieder auf car del mar verwiesen wurde, wo der fall nun läge.

wieder eine woche hatte sich nichts getan. ich rief bei car del mar in hamburg an. die mitarbeiterin im kundenservice-bereich teilte mir mit, dass car del mar eigentlich damit gar nichts zu tun hätte, das sei die angelegenheit von orlando, aber man täte mir jetzt den gefallen, nochmal bei orlando nachzuhaken, wo man im übrigen schon nachgehakt hätte, bislang ohne antwort. in frühestens einer woche solle ich mich ruhig wieder melden. dann eine nachricht von car del mar: man hätte einen “fall” unter einer für die beteiligten einsehbaren ticket eröffnet.

impreso-de-siniestro

dann kam ein anruf einer billiger-mietwagen-mitarbeiterin, orlando hätte sich gemeldet und ein foto, den originalmietvertrag und die schadensanzeige (siehe oben) gemailt. man bat mich um stellungnahme. nun, was sollte ich sagen? auf dem originalvertrag war kein kringel zu sehen, auf dem foto sieht man die delle hinten rechts, die wir schon beim abholen des fahrzeugs sahen. und auf der schadensanzeige standen pauschal 340 € drauf, aber es fehlten namen auch der des orlandomitarbeiters, keinerlei polizeistempel. ich dachte, der fall ist erledigt, gegen eine so infame abzocke kann ich nichts mehr tun.

ich schrieb ein abschließendes schreiben an car del mar und billiger-mietwagen, in dem ich a) die fehlende transparenz und die länge des verfahrens kritisiere. ich weiß bis heute nicht, wer eigentlich wofür zuständig war. und b) auf die bewertungen von orlando durch zahlreiche anders kunden mit ähnlichen erfahrungen hinwies: kautionseinbehaltungen ohne begründung, autos in schlechtem zustand; einer schrieb: der wagen sah aus, als sei er gerade aus dem krieg gekommen.

nun waren sechs wochen vergangen, und aus heiterem himmel schrieb car del mar in den “vorgang”, der fall sei in meinem sinne entschieden, das geld würde in den nächsten tagen auf meinem konto sein. war es nicht, also rief ich noch einmal an. der fall sei abgeschlossen, das geld auf dem weg. ich fragte die mitarbeiterin, wer das denn eigentlich zahlt? orlandon? nein, die versicherung! es stinkt zum himmel. gestern trafen die 340 € dann auf meinem konto ein.

wir lernen daraus dreierlei:

  1. ohne ein portal in deutschland hätten wir das geld nie wieder gesehen. auch wenn die zuständigkeiten diffus und die bearbeitung zäh waren; bei einer direkten buchung vor ort hätten wir keine handhabe gehabt.
  2. das nächste mal werden wir bei der anmietung vor ort die schäden zusammen mit dem vermieter genauestens begutachten und auf vertrag und kopie festhalten. auch mit fotos.
  3. bewertungsportale haben einen zweifelhaften ruf. aber das nächste mal lesen wir die bewertungen. im fall von orlando sind die so schlecht, dass wir die finger davon gelassen hätten und zu fuß gegangen wären.

zwei typische bewertungen von orlando mietwagen, bei trip advisor, 2014:

http://www.tripadvisor.co.uk/ShowTopic-g187477-i240-k7136397-Orlando_Car_rental_Lanzarote-Lanzarote_Canary_Islands.html

When we arrived home we found we had been charged 325 euros for a damaged front bumper. The is no way that we damage the car in anyway but do not have photos to prove this

http://www.tripadvisor.co.uk/ShowTopic-g187477-i240-k6918737-Orlando_Car_Hire_never_again-Lanzarote_Canary_Islands.html

Orlando Car Hire – never again

prepaid mit haken | ein fallbeispiel

prepaid zu telefonieren oder zu surfen ist wegen fehlender vertragsbindung befreiend, aber bis vor kurzem ein teurer spaß gewesen. dann kamen um 2010 anbieter wie base, congstar, lidl, aldi mit akzeptablen preisen daher. die SIM-karte ist in der regel mit einem startguthaben verrechnet, die nummer von vorher kann man kostenneutral mitnehmen. man zahlt für einen monat, muss nicht einmal seine kontonummer hinterlegen, kauft den auflade-bon im discounter. den überblick behält man über die app auf dem smartphone oder tablet-computer.

das klingt zunächst mal fein, aber es hat einen haken, und dieser haken gehört zum geschäftsmodell von prepaid; die anbieter machen über diesen haken einen erheblichen teil ihres gewinns. weil ich das gerade selbst erlebt habe und in einem schier endlosen hin- und her mit e-plus (aldi talk) zu einem ergebnis kam, schreibe ich das mal für mich zur erinnerung und für wen’s interessiert auf – und sage am schluss, was wir daraus lernen können.

zunächst der normalfall: monat X läuft nahtlos in den monat Y weiter usw. vorausgesetzt, man hat den tarif nicht gekündigt, und vorausgesetzt man hat genug guthaben auf dem prepaid-konto:

prepaid_1in meinem fall zahlte ich für den monat X 9,99 € (1,5 GB surf-volumen fürs iPad), für den monat Y wieder 9,99 €. ich lud zunächst mit 15 € auf, da blieben dann 5 € übrig, dann lud ich 15 € hinzu, davon ging monat Y, also wieder 9,99 € ab, also waren noch 10 € auf dem konto.

was aber, wenn man den ersten monat kündigt, 5 € guthaben hat, und erst paar tage später wieder eine option bucht, vielleicht diesmal die kleinere? was passiert in der lücke mit dem fragzeichen?

prepaid_2in der lücke mit dem fragezeichen passiert folgendes: man surft, ohne es zu merken, schön weiter, und zwar zum horrend teuren basistarif, bei aldi talk 0,24 €/MB, also etwa einen euro fürs lesen von drei artikeln einer tageszeitung. das endet erst dann, und wiederum ohne benachrichtigung, wenn das konto leer ist. im oben genannten beispiel, wenn die 5 € verbraucht sind. hätte man mit 50 € aufgeladen, wäre das so weiter gegangen, bis die 50 € aufgebraucht wären – unglaublich rasch. hätte man mit bankeinzug bezahlt, ganz schlimm… das iPad hat wie alle tablet-computer keine möglichkeit, warn-SMS-nachrichten zu empfangen, und e-plus hat es nicht, wie etwa O2 in england, AT&T in den USA oder virginmobile in kanada geschafft, eine warnmeldung auf den bildschirm des tablets zu beamen. schön versteckt im stillen frisst der provider einen euro nach dem anderen. der spuk endet, wenn man den nächsten monatstarif bucht – und sich wundert, dass das prepaid-konto leer ist.

sehen wir uns das dritte szenario an, es ist besonders delikat:

prepaid_3es sieht zunächst unsinnig aus, weil man dem anbieter durch zwei sich überlappende zahlungen unnötig geld schenkt. bei mir hatte es den hintergrund, den die vergößerte grafik zeigt:

prepaid_4

ich sah das ende des einen bezahlmonats herankommen, lud mein prepaid-konto mit 15 € auf. um nicht darauf zu vergessen, in einen anderen tarif zu gehen, buchte ich wenig später (und ohne genau zu wissen, wann das aktuelle kontingent ausläuft) einen weiteren monat mit dem anderen tarif. damit der alte tarif sich aber nicht automatisch verlängert, kündigte ich den. das alles geschah etwa innerhalb von 24 stunden. das kam dabei heraus:

prepaid_5meine buchung des neuen kontigents schlug fehl, ich merkte es nicht: der bezahlte betrag verschwand, aber ich bekam dafür keine ware. das alte kontigent verlängerte sich wegen der kündigung nicht. also war ich im folgemonat – ohne es zu wissen – ohne prepaid-vertrag… und fiel in die hochpreisige 1 €/4 MB-falle. innerhalb weniger tage war mein mit 20 € bestücktes prepaid-konto aufgebraucht. wieder keine mitteilung auf dem iPad. ich bezweifle, ob es bei einem smartphone anders, transparenter gewesen wäre.

der e-plus-support hat auf meine anfrage, was es damit auf sich hatte, am telefon patzig reagiert und mir geraten, eine mail zu schreiben. diese und vier weitere mails wurden innerhalb von jeweils zwei tagen beantwortet, stets mit der botschaft: e-plus hat sich nichts zu schulden kommen lassen. als ich dann noch eine unstimmigkeit innerhalb der online-verbrauchsübersicht fand, kam eine stereotype mail, die auf ein ganz anderes prepaid-konto einging. als ich dann zum fünften mal nachhakte und darum bat, die angelegenheit, damit ich sie verstehe, eine etage höher zu reichen, kam innerhalb von fünf minuten ein anruf per telefon. “frau h.” erklärte mir einige details, und unterm strich war die botschaft: wenn man an dem sich automatisch verlängernden system rüttelt, lücken schafft oder scheinbare überlappungen erzeugt, zum “falschen” zeitpunkt kündigt und neu bucht, fällt man stets in die hochpreis-lücke.

das heißt, der übergang von einem tarif in einen anderen (eigentlich ein gutes konzept; ich kaufe ja auch nicht fünf laibe brot, sondern ad hoc, auch mal eins mit mehr roggen oder nur ein halbes), ein aussetzen nach ende der laufzeit für ein paar tage, wenn man zum beispiel im ausland oder krank zuhause im wlan ist, ist alles gefährlich und kann teuer werden. mit einem tablet-computer allemal. frau h. konnte mir nichts zum thema sagen, ob die iPad-problematik bekannt sei, aber sie schrieb mir 15 € gut.

absolut abzuraten ist von solchen monatlichen tarifwechseln, wenn man seine kontonummer angegeben und dem bankeinzug eingewilligt hat. dann tut sich ein fass ohne boden auf.