drone circlin’ the | B.

in diesem kurzen clip kreist meine chinesische drohne um mein englisches faltrad. am lenker hängt mein kleiner schwedischer rucksack, mit dem kalifornischen tablet und dem japanischen tonaufnahmegerät drin.

auf dem boden liegt (wegen des regens kurz vorher) das gepolsterte plastik, in dem ich die drohne zum transport einwickle und auf dem ich sie entfaltet habe.

sie kreist hier autonom um das rad und richtet auch die optik stets auf das rad aus. wenn sie dabei bisschen hin und her wippt, liegt das daran, dass ich ihr das ganze rad als ziel gab, und das rad sieht nunmal von hinten völlig anders aus als von der seite. die drohne meinte also immer wieder: hä, ist das noch das, worauf ich mich konzentrieren soll?

aufgenommen, beschnitten und mit dem cinema-effekt versehen wurde der clip auf einem koreanischen smartphone mit kalifornischem betriebssystem, wo das bild aus der drohne quasi gespiegelt wird. in der drohne selbst speichert eine koreanische SD-karte denselben clip in viel höherer auflösung und natürlich ohne ton ab.

circlin’ the B.

yahoo auf android | datenkrake

schon die airbnb-app auf android (siehe screenshot weiter unten) war unverschämt, und die pressestelle von airbnb gab das implizt auch zu. jetzt toppt yahoo die datenkrakelei. die neue version der app für android smartphones verlangt nicht nur, dass man hemd und hose auszieht, sondern auch die unterhosen runterlässt:

yahooAndroidyahoo will alles von uns wissen, auch aufs mikro zugreifen

airbnbAndroidwarum will airbnb auf meine WLAN-verbindungen zugreifen?

siri mag| kokain

die besten fehlleistungen von spracherkennungsprogrammen liegen weit zurück. sie waren mitte der 1980er jahre hip, 1990 so öde wie nur was. siri spracherkennung bringt aber kreativen schwung in den laden: vorhin sprach ich in mein iPad: “Monika bräuchte das Rezept mit dem Hokkaido-Kürbis”. siri hat daraus das hier gemacht:

Monika bräuchte das Rezept mit dem Kokain du Kürbis!

 

besser hätte ich es nicht sagen können.

wie langweilig dagegen android:

meinHokkaidoAndroidwo apples siri drogen heraushört, denkt android ans essen.

call a bike | gibt weitere rätsel auf

vorgestern im WDR sagte mir ein kollege, er hätte meinen eintrag → hier über überteuerte anmietungen von call a bike-fahrrädern gelesen und sich gedacht, so dilettantisch ist doch keine firma dieser größe, das habe system, das sei wohl eindeutig ein geschäftsmodell, die kunden in zahlungsfallen laufen zu lassen. ich konnte das nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren, denn nach meiner erfahrung “außerhalb des geschäftsgebiets”, wo ich für die anmietung eines rads für 2 minuten 10 € zahlen musste, hat sich weder die bahn-, noch die call a bike-pressestelle gemeldet, info@callabike schon gleich gar nicht.

vorhin sagte mir tanja, eine kollegin aus dem DLF, sie hätte den blogeintrag gelesen und sei verunsichert, weil sie das “geschäftsgebiet” in ihrer app nicht sieht. und tatsächlich, android-smartphones zeigen auf der offiziellen call a bike-app das geschäftsgebiet nicht. ich habe ein paar screenshots angefertigt und diverse inkonsistenzen zwischen iOS (also iPhone, iPad) und android (samsung, google, htc etc.) festgestellt. gehen wir mal drei beispiele durch:

call-a-bike_01links die iOS-app, rechts android: das markierte fahrrad links fehlt auf der karte rechts. warum?

links zeigt die iOS-app einen ausschnitt aus dem nordosten kölns. dezent grün hinterlegt ist das geschäftsgebiet. wer ein rad außerhalb des geschäftsgebiets anmietet und nicht ins geschäftsgebiet fährt, zahlt ca. 10 €. das wissen wir inzwischen. android (rechts) zeigt das links markierte rad kurz vor der kreuzung nicht an. warum nicht? wir wissen es nicht.

call-a-bike_02iOS zeigt grün hinterlegt das geschäftsgebiet von köln. android nicht.

in diesen beiden bildern sieht man, obwohl sie zeitgleich entstanden, völlig verschiedene fahrradhäufungen. vor allem aber sieht man, wie tanja schon festgestellt hat, auf android das geschäftsgebiet nicht. wie, so fragt sie zurecht, soll sie, wenn sie jetzt in berlin ist, ein rad anmieten, ohne in die 10 €-falle zu tappen?

call-a-bike_03münchen: die beiden räder am nordwest-ende des friedhofs sind auf beiden apps zu sehen.

wenn man die bilder ganz oben vergleicht, könnte man meinen, auf android werden einem räder außerhalb des geschäftsgebiets gar nicht erst angezeigt. in münchen sieht das aber ganz anders aus. hier stehen, eingekringelt, zwei räder am nordfriedhof, deutlich außerhalb des geschäftsgebiets (durch pfeile markiert). diese räder sind auch auf android zu sehen, also auch über die app anmietbar. aber das geschäftsgebiet (pfeile da, wo es endet) ist nicht zu sehen.

es kann sein, dass der grund für das auf android fehlende geschäftsgebiet die zugrunde liegende karte ist, nämlich google maps. auf iOS werden vermutlich die apple-maps verwendet. diese technischen probleme auf den anwender, in diesem fall den zahlenden kunden abzuwälzen, ist natürlich inakzeptabel. wenn ein sharing-system explizit auf mobilität, also auch auf die anmietung per app ausgerichtet ist, könnte eine solche inkonsistenz die ganzen AGBs zum kippen bringen. ich würde durchaus anwälte ermutigen, sich des themas anzunehmen.

MODding my smartphone | android befreit

cynogenMOD_dontTurnOffTargetbegriff aus der alten hackerwelt: do not turn off target!! (beim installieren eines neuen open source betriebssystems)

die aktuelle c’t traf mein gefühl ins mark: je länger ich ein mobiltelefon habe, je mehr die firma ihr betriebssystem “optimiert”, umso langsamer wird das gerät. das war jetzt so krass, dass ich z. b. um die 2 sekunden warten musste, bis die telefontastatur auf dem display auftauchte. und das trotz eines quadcore-prozessors. das betrifft auch iPhone von apple, aber um apple geht es hier nicht.

in der ausgabe 12/2014 beschreiben die kollegen hannes a. czerulla und gerald himmelein, wie man das smartphone mit android-betriebssystem so “hackt”, genauer genommen “flasht”, dass man tschüss HTC, tschüss sony, tschüss samsung sagt und ein neues system aufspielt, in diesem fall cyanogenMOD von steve kondik. die autoren empfahlen diesen wechsel so innig, dass ich mir dachte, also gut. und das resultat war: ich habe jetzt ein smartphone, das deutlich schneller ist als am ersten tag, noch dazu politisch korrekter betriebssystemmäßig nun nicht mehr an den hersteller gebunden, sondern komplett open source. nur bei der kamera fehlt mir etwas. [update: das kameraproblem hat sich gelöst → hier]

im prinzip geht das in zwei schritten (gibt natürlich alternativen, aber das waren meine schritte):

  • helium-app (kostenlos) aus dem playstore herunterladen und am smartphone installieren; damit ein komplettes backup aller dateien machen, am besten auf die SD-karte im smartphone, nicht die lokale flashkarte.
  • zweiter schritt: am rechner bei angeschlossenem smartphone zu cyanogenmod.org gehen und der anleitung folgen. es ist, anders als bei flash-vorgängen früher, sehr einfach vorbereitet, keine programmierschritte mehr nötig. fast unheimlich, so bequem. einziger nachteil bisher, aber das dürfte sich bessern: der kamera-app fehlt noch einiges.

alles weitere im c’t-schwerpunkt. ich hab’s leicht, das zu loben, ich hab früher einiges für die c’t geschrieben ;-)

geflashtesSmartphoneMitErnteTheme3 jahre altes, frisch geflashtest android-smartphone mit ernte-“theme”