US-hexenjagd | 1947

“hexenjagd” gegen die kommunisten

der artikel ist auch insofern interessant, als er den ton in der politik der zeit gut wiedergibt. “geistig rückständig und bornierte amerikaner…” borniert waren die kommunistenverfolger des späteren mcCarthy, aber geistig rückständig? diese derben ausdrucksweisen waren nicht typisch für die zeitungen der sowjetischen besatzungszone (wie hier), sondern tauchten gleichermaßen in der west-presse auf.

erst viel später, in den 1980er- oder 90er-jahren, setzte sich “political correctness” durch, als man den politischen gegner nicht einfach so einen lügner oder verbrecher nannte, wie das ab ca. 2010 mit spitzenpolitikern à la berlusconi, trump, johnson wieder ganz üblich wurde.

die “political correctness” ist für viele (und nicht immer zu unrecht) ausdruck eines hermetischen, arroganten politischen establishments. quasi eine neue form des adels, wo man sich intern gegenseitig hassen mag, aber nach außen hin edle geschlossenheit demonstriert. eine art demokratisch parlamentarischer selbstzufriedener saturiertheit.

in italien förderte das den aufstieg von berlusconi und salvini, in england den von farrage und johnson, und in den USA den von trump. ein deutscher politiker wie björn “bernd” höcke wird vor allem deswegen gewählt, weil er dem establishment trotzt, indem er im grunde alle kollegen aus dem nicht ganz rechten lager mit ausdrücken belegt, die der “political correctness” widersprechen.

trump verspricht viel; was er aber während seines wahlkampfs am meisten versprach, war, das washingtoner politik-kartell zu zerschlagen. die clintons waren dafür der inbegriff. die populistischen strömungen werden die westlichen demokratien nicht zerstören können, aber mit ihrem hass auf berlin machen die rechten parteien schnitte, und die “volksparteien” zerlegen sich selbst.

die AfD wird bald ein taubenschiss in der großartigen geschichte europas sein. aber es dauert halt ein bisschen, und deswegen dieser zeitungsausschnitt von 1947.