AI | 1980

in december 1980 personal computers were starting to get en vogue, but they were not there quite yet. william stockton, author of the new york times, wrote an article which contains three ingredients: marvin minsky’s teachings at MIT, HAL in kubrick’s movie “2001”, and the rapidly increasing amount of calculations per second. stockton phantasises about computers being able to understand human conversations and delivering the results to the police or other oppressive agencies.

ein | korn

einkorn-brot

einkorn ist die vermutlich älteste domestizierte getreidesorte und im verhältnis zum heutigen industriesuperweizen ein sperriges getreide, eben nur mit einem korn. dank der in deutschland starken biobewegung ist einkorn als vollkornmehl in bioläden vorrätig. auf mein weizen-anstellgut springt einkorn nicht an, also ist das abgebildete brot auch kein sauerteig, sondern ich half mit hefe nach. es ist denn doch ein teil-sauerteig, weil etwa 30% weizensauerteig drin sind.

dies ist ein sommer mit vielen früchten. unser schrank und gefrierfach mit selber gemachten marmeladen ist voll. aber die hier abgebildete stammt von zuegg, und zwar der marillen-fruchtaufstrich “cremosa” bio, den es nur saisonal und regional gibt. er enthält 60% aprikosen. sehr lecker.

minoru | arakawa

my interview tape

on may 22, 1990 i was offered to make an interview with a japanese business man who was the founder of the north american branch of nintendo. since at that time i ran a computer show for young listeners i was not specifically interested in business, but in the little device mr. arakawa brought with him: a game boy.

minoru arakawa ca. 2000. photo: nintendo

the game boy was introduced in 1989 in the US and in 1990 in europe. here is a brief excerpt of the interview with minoru arakawa. it was so remarkably open, direct and warm hearted that i remember it well.

my interview with minoru arakawa (excerpt)

left: arakawa’s game boy. photo: ms/dpa

paläste für | trottel

die paläste von früher wurden meist von trotteln bewohnt: weltfremde kleine prinzen, die plötzlich armeen dirigieren mussten; hasserfüllte anstreicher, die sich nürnberg, berlin und berchtesgaden zurechtschnitzten; ein kleingeistiger fachabiturient aus dem morgenland mit seinem mitten in ein naturschutzgebiet gebauten privatpalast.

auf die bewohnerin des völlig größenwahnsinnigen bundeskanzleramts trifft das nicht zu; sie wohnt meist eh woanders. auf die machtlosen königinnen in schweden, den niederlanden, england auch nicht.

aber auf downing street schon.

File:Boris Johnson.jpg
palastbewohner seit heute. foto: adamprocter2006

brocade | enriched

the image above is a photograph taken by a wikipedia author in the royal ontario museum. the textile with its rich brocade ornaments was made in lyon in 1785. i downloaded the image in its highest resolution and fed it into a 3D software. it serves as a texture for the colour, the shinyness and hight mapping of a standard 3D plane.

virtual 3D space with virtual camera

all three components – the colour, the reflectiveness and the displacement – work together to create a look which shows detail the original probably does not have. below are two such renderings.

brocade rendering with some metal coating

less shiny detail with weaving structure

little secret | spam

einer der ausgefuchstesten spam mails der letzten monate ist dieser hier. ein gutes, wenn auch nicht perfekte englisch schreibender mensch behauptet, mich über meine webcam beim gucken von pornofilmen beobachtet zu haben, und wenn ich ihm nicht 500 dollar in form von bitcoins überweise, macht er das gesammelte material öffentlich.

wichtig: als beweis für die echtheit seiner mail zeigt er, dass er mein web.de-account gehackt hat, nämlich indem er die mail an mich von meinem account schickte. dies ist die mail.

drohbrief, angeblich von meinem eigenen account

ich solle auch nicht versuchen, mein passwort zu ändern, denn der trojaner, den er gepflanzt hätte, würde es eh sehen.

nun habe ich keine webcam und auch keinen monitor mit eingebauter kamera. wie aber kam es, dass der drohbrief von meinem account kam?

da kam er nicht her. bei den mail-programmen gibt es eine option, sich den kopf der mail anzusehen, nennt sich “header”, oder “details”. und dort stehe nicht ich als absender, sondern ein “test@ktso.org.tr” – eine mailadresse, die es nicht gibt. ich habe mir zum test eine mail an mich selbst geschickt, und da steht beim “Return-Path” meine mailadresse. siehe screenshot oben. in der bösartigen mail aber geht der Return-Path auf test@:

fischbüro | 1987

IAO und jörg fauser auf einer cassette

jörg fauser, jung gestorbener dichter, nachruf auf einer cassette von 1987, als ich fauser im BR-zündfunk mit gedichten aus den 1970er jahren würdigte. auf derselben cassette ist ein langes interview mit I.A.O. ich hatte vergessen, wer oder was I.A.O. war, jetzt weiß ich es wieder: eine typisch westberliner new wave/punk-band, aus der das so genannte → fischbüro hervorging. das interview fand nach einem auftritt der band statt, im hintergrund ist bühnenabbaulärm zu hören. zudem war es eins meiner ersten interviews mit dem “OKM” in ear-mikrofon vom soundman-shop in berlin.

zu hören sind der zurückhaltende und lange verstorbene achim kohlberger und der später durch gründung des technopalasts tresor bekannt und wohlhabend gewordene → dimitri leningrad.

in der politisch sehr aufgeladenen stimmung im westberlin der 1980er jahre waren die beiden und das fischbüro eine art unpolitische gegenbewegung. in den samstäglichen space nights fand etwas statt, was später vielleicht poetry slam genannt worden wäre, nur dass die auftritte oft gar nichts brachten, weil das chaos quasi programm war.

in diesem ausschnitt aus dem interview geht es um ein UFO, welches im sommer 1987 im berliner zentrum landen sollte.

interview 1987 mit I.A.O.

technische nachüberlegung: das tape ist analog und über 30 jahre alt. viel magnetstaub dürfte abgefallen sein. es war als chromdioxid-cassette ausgelegt, und ich habe es mit dieser einstellung abgespielt und digitalisiert. der ton war sehr dumpf, sodass ich klassischerweise gefiltert, tiefen abgesenkt, höhen angehoben, rauschen entfernt hätte. so geschah das mit mehr oder weniger zwei klicks in → izotope RX7. sehr feines tool, um defektes audiomaterial (auch musik) wieder hörbar zu machen.

saturn vs. | amazon

während sich die banken sorgen um bitcoin-derivate und facebooks geplante e-währung machen, hat sich im einzelhandel eine währung etabliert, ganz schleichend, und sie heißt: amazon. man kann heute ganz ungeniert in einem elektroladen sagen, die waschmaschine gibt’s bei amazon aber billiger, und die mitarbeiterInnen tun dann ihren job.

ich kaufe gern bei amazon und weiß die rückgabe ohne blöde nachfragen zu schätzen. noch vor etwa 3 jahren kam ich bei saturn, als ich ein dort gekauftes gerät zurückgab, weil dieses nur mit android, nicht aber mit iOS funktionierte, in begründungszwang. als schon seit 20 jahren USA-verwöhnter kunde (bei der rückgabe gab es damals die option “customer changed his mind”) widerstrebt es mir, eine rückgabe in der gesetzlichen frist überhaupt zu begründen. als ich vor so 6 jahren im kölner musicstore einen kopfhörer kaufte, der mir nach dem ersten tag auf den ohren wehtat, konnte ich ihn gar nicht zurückgeben. begründung: “ist ein hygienegegenstand wie eine zahnbürste”. schlagendes argument. galt bei meinem jüngsten kopfhörerkauf nicht mehr. hätte ich problemlos zurückgeben können.

jedenfalls unterstützt windows 10 mein 1998 gekauftes und prima funktionierendes wacom-grafiktablett nicht mehr, und ich brauchte ein neues. ich hatte zwei optionen. bei amazon kostete das größere gerät 155,99 €. bei saturn lag der preis online bei 155,99 € und war im store vorhanden.

amazon-preis = saturn-preis

mit dieser info radelte ich zu saturn in die kölner innenstadt. ich war mir nicht sicher, ob mir das kleinere modell besser passte, sah im laden aber sofort, dass es zu klein war. der mehrwert, das gerät ansehen und anfassen zu können, und der aufwand, ein bei amazon bestelltes gerät wieder einzupacken und zurückzuschicken, sind zwei argumente, lokal zu kaufen.

meinen letzten PC habe ich weder da, noch da gekauft, sondern mir von einem PC-geschäft individuell zusammenbauen lassen.

guardian | schwerpunkte

immer gut zu sehen, wie das “befreundete ausland” dinge sieht. der guardian setzt nach ganz oben (1) die entscheidung des US-kongresses gegen die rassistischen äußerungen des präsidenten. darunter, mittig (2) deutsche innenpolitik, nämlich → annegret kramp-karrenbauer, abgekürzt mit AKK, samt überleitungsfoto, wo sie zusammen mit → ursula von der leyen abgebildet ist. direkt darunter (3) von der leyens wahl zur Eu-kommissionspräsidentin gestern, und rechts davon (4) nochmal der US-präsident und klimawandel.

guardian vom 17. juli 2019

summer | craft

ein schön leichtes, fruchtiges bio-craft-bier kommt von der riedenburger brauerei. erstes foto: plan projizierte 360°-aufnahme. zweites bild: davon abgeleitete textur eines tuchs. die textur hat nichts weiter als das foto zur grundlage, berechnet automatisch die fadenstruktur etc. das programm, das das möglich macht, ist substance alchemist, augenblicklich in beta 0.7. das dritte bild zeigt eine nah-ansicht des stoffs. man erkennt die kronkorken, und die farben der bieretiketten.

planes kugelpanorama

tuch aus dem foto oben

stoff detail

jörg fauser | 1987

der schriftsteller → jörg fauser (heute wäre er 75 jahre alt geworden) war von wenigen gelitten, von uns im BR-zündfunk aber schon. ich habe eine → pop sunday-sendung mit ihm produziert, und als er im juli 1987 starb, traf uns das wie ein schock, und entsprechend klang vermutlich der nachruf. hier die cassette, mal eben aus meinem regal geholt. hab noch nicht reingehört:

nachruf auf fauser, zündfunk-mitschnitt

apollo 11 | deutschlandfunk

am 15. juli 2019 startet anlässig des 50. jahrestags die chronik der apollo 11-mission. geschrieben von dirk lorenzen, redaktionell betreut von ralf krauter, produziert von mir.

erste episode, tag 0 (noch vor dem start) wäre → hier vor- und nachzuhören. und alle 10 teile bis zur glücklichen landung sind → hier zu hören.

ich komponiere zu all meinen aufwändigeren beiträgen und sendungen im rundfunk die musiken selbst.

musikkonzept

hier outtakes der sprecher: erst tanja haller, gefolgt von christoph wittelsbürger, gerd daaßen, ralf spengler und lars schmidtke.

outtakes mit den sprecherInnnen

über | tragen

vor einigen wochen habe ich in der wikipedia den artikel über den → papierstau angelegt. auslöser dafür war eine klausursitzung in einer bundesbehörde, an der ich teilnahm und wo mehrfach vom papierstau die rede war, und zwar in bezug auf unbearbeitet liegen gebliebene akten. “wenn wir noch weiter personal einsparen, nimmt der papierstau kein ende.”

nun würde das keinen wikipedia-artikel tragen, wohl aber der papierstau im drucker, wo das wort ursprünglich herkommt, paper jam im englischen. als ich herausfand, dass der papierstau das häufigste druckerproblem ist, schrieb ich den artikel, und in einem zusatzabschnitt in 3 oder 4 sätzen erzählte ich dann die übertragene bedeutung aus der welt der bürokratie.

eine gute bekannte und erfahrene wikipedia-autorin fand den artikel so skurril, dass sie ihn auf die hauptseite der wikipedia stellen wollte. solche wünsche müssen, wie eigentlich alles, diskutiert werden. ich legte keinen wert darauf, andere aber schon, und so prangte der artikel irgendwann anfang der woche einen tag lang in der “schon gewusst”-rubrik auf de.wikipedia.org.

auf die wiki-hauptseite geht eigentlich niemand außenstehende(r), es sei denn er/sie sucht etwas wikipedia-spezifisches. jedenfalls kam der artikel durch diesen wiki-intern prominenten eintrag auch leuten unter die augen, die ihn für so grottenschlecht hielten, dass sie ihn löschen wollten. tatsächlich bekam der papierstau einen löschantrag. der wurde diskutiert und abgelehnt.

dieselbe person, die den antrag gestellt hatte, trat nun nach, indem sie den abschnitt zur “übertragenen bedeutung” löschte und auf der diskussionsseite zu dem artikel in ziemlich harschem ton schrieb, dass ein artikel gefälligst ein thema behandeln solle und nicht zwei. auch dieser “edit” wurde “revertiert”, worauf von derselben person ein weiterer löschantrag folgte, welcher wegen redundanz wiederum abgelehnt wurde. viel arbeit!

nun ist das selbstverständlich, wenn es um große dinge wie die → note geht: die im unterricht, die musiknote, die diplomatische note usw. in einem solchen fall führt die suche nach “note” auf eine so genannte begriffsklärungsseite, von wo man dann zu dem artikel weitergeschickt wird, den man gesucht hat.

bei kleinen artikeln wie dem über den papierstau ist das unnötig, ja irreführend, unter anderem, weil die übertragene bedeutung in einem eigenen artikel unnötig aufgebalsen würde. jedenfalls hat jemand genau das versucht zu tun, nämlich den artikel papierstau in zwei artikel zu zerlegten. diese unter IP (also anonym) auftretende person→ scheiterte aber sofort.

cooler | zündfunk

kleine diskussion heute zum thema zündfunk. mein gegenüber meinte:

die redaktion und ihre kern-mitarbeiter fühlen sich als was besonderes.

ich: wieso das denn?

mein gegenüber: wer nicht cool tut, passt da nicht rein.

ich: echt, heute noch? sind doch lauter ältere herrschaften, die bisschen geläutert sein könnten.

mein gegenüber: ja, 50+.

ich: in den 1970er bis mitte 1980er jahren waren die zündfunk-mitarbeiterInnen die rebellen im stockkonservativen FJS-geprägten BR. als rebell durfte man sich, so in die ecke gedrängt, wie man nun mal war, schon als was besonderes cooles aussätziges fühlen. aber heute macht das doch gar keinen sinn mehr?!

mein gegenüber: na ja, die musik, die die spielen, ist schon okay.

ich: die musik, die die spielen, kenne ich nicht. aber die von wfmu.org kenne ich gut.