süddeutsche = aldi

süddeutsche macht sich mit aldi gemein.

im journalismus (mal von dem in bestimmten ländern üblichen abgesehen) gilt die trennung von werbung und inhalt als anstand. wenn ich in einer fachzeitschrift über audiotechnik die rezension eines mikrofons lese und auf derselben seite eine werbung des mikrofonherstellers prangt, ist das ein zeichen, dass es der zeitschrift ganz ganz schlecht geht und sie ihre hehren vorsätze, inhalt von werbung zu trennen, nicht mehr einhalten kann.

die süddeutsche zeitung, die ich heutemorgen im café quer durchblätterte, zeigt mir kurz danach online im meist genutzten browser namens firefox keinen inhalt, der mit werbung garniert ist, sondern eine werbung, in der sich paar zeilen redaktionellen inhalts einschleichen. außerdem zerbrach die werbung beim aufrufen der seite. in der sprache der online-redaktionen heißt das: browserkompatiblität nicht überprüft. note 5, setzen!

wenn man die seite nach redaktionell (grün), symbolfoto (lila) und werbung (blau) aufteilt, nimmt die werbung 50%, das symbolfoto 40% und der redaktionelle inhalt 10% ein.

 

inhalt: grün, werbung: lila, foto: blau

es ist nicht das erste mal, dass gerade die (krass gewachsene) SZ online redaktion mist baut. zuletzt fiel mir die → inkompatibilität der typografie mit dem apple-browser safari und der iOS 11 public beta-version auf:

typografiesalat bei SZ und safari

car2go-problem | aus 10 € wurden 30 €

stressfreiMitcar2gostressfrei zum flughafen köln-bonn?

wie schon vor paar monaten → hier beschrieben, gibt es ein problem beim car sharing am flughafen köln. der wagen damals stammte von drivenow und wollte mich am offiziellen terminalparkplatz für drivenow-fahrzeuge nicht loslassen. ich konnte nicht aus-checken und musste den wagen unverriegelt einfach da stehen lassen. ich erfuhr damals, dass das kein einzelfall war, denn ein anderer fahrer, der seinen wagen zeitgleich dort abstellen wollte, musste mehrfach auf dem parkplatz herumrangieren, bevor er die miete offiziell beenden konnte. mir gelang es nicht.

ich habe am letzten donnerstag, auch frühmorgens, dasselbe mit dem konkurrenten car2go erlebt. car2go wirbt interessanterweise mit den worten: „stressfrei zum flughafen köln-bonn„. im einzelnen passierte mir bei meiner ersten fahrt mit einem car2go-smart zum flughafen folgendes:

  • optimal und korrekt zwischen drei anderen car2go-smarts geparkt meldete das display: kann den wagen nicht orten.
  • plötzlich springt die freisprechanlage an. eine nummer wird ohne mein zutun gewählt, ich höre die warteschleife.
  • ich überlege mir, umzuparken, merke aber, der wagen lässt sich nicht mehr starten. das display meldet, die wegfahrsperre sei aus sicherheitsgründen aktiviert worden.
  • nach rund 5 minuten bricht die telefon-warteschleife ab, die car2go-stimme meldet: die miete kann nun beendet werden.
  • ich verlasse den wagen, halte die kundenkarte wie üblich vorn an die windschutzscheibe. das display meldet, es gibt ein problem, ich soll die anweisungen im wageninneren beachten.
  • ich gehe in den wagen zurück. dort steht am display: bitte loggen Sie sich ein, um weiterzufahren. zwei widersprüchliche aussagen.
  • ich verlasse den wagen, gehe zum terminal, fliege davon.
  • suche am zielort in aller eile die telefonnummer des supports heraus, rufe an, melde den vorgang, bekomme mitgeteilt: das muss die fachabteilung beurteilen.

car2go_extremLangeParkzeitcar2go-rechnung für die fahrt, die eigentlich nur 10 € hätte kosten sollen.

die fahrt zum flughafen hatte eine gute viertelstunde gedauert, der vorgang des misslungenen mietendes kostete mich eine weitere viertelstunde. der anruf bei der hotline dauerte 10 minuten (samt warteschleife), die formulierung einer email an den kundensupport nochmal 10 minuten, ein nachhak-anruf von mir, weil ich zwei tage keine rückmeldung bekam, nochmal 10 minuten. damit war eine miete von 15 minuten mit einem zeitaufwand von einer stunde verbunden. nicht besonders aufbauend war die umgehend erstellte rechnung, bei der eine parkzeit von 156 minuten auftauchte. das war ungefähr die zeit zwischen verlassen des autos bis zu meinem anruf nach meinem flug nach berlin.

car2go entschuldigte sich bei mir schließlich für den vorfall und kündigte eine erstattung sowie eine gutschrift von 10 minuten an; es hätte „bei der Abmiete [dieses Wagens] eine technische Störung“ vorgelegen. falsch: die sache hat system und ist nicht von diesem individuellen fahrzeug abhängig. eigentlich ein fall für den verbraucherschutz. und solange beide anbieter das nicht in den griff bekommen, verlieren die kunden natürlich die lust, damit zum flughafen zu fahren.

NB:

als ich das auf facebook gepostet hatte, gab es ein paar stimmen, die meinten, wenn die firma kulant mit dem thema umgeht, soll man ein auge zudrücken und es nicht veröffentlichen, oder es war zu hören, dass es beim ein oder anderen problemlos funktionierte, das problem also möglicherweise bei mir läge. zu letzterem: es lag ganz sicher nicht an mir; ich habe auch andere mieter schwitzend umparken sehen, bevor sie das auschecken schafften oder nicht. außerdem ist den anbietern das problem bewusst. (siehe oben) drivenow schrieb inzwischen, man arbeite mit dem flughafen zusammen an einer lösung – das könnte auf eine zukünftig andere parkposition für die carsharing-autos hinweisen). auf die erste reaktion kann ich nur sagen: wenn ein system einen grundlegenden defekt hat, muss man offen damit umgehen. nur so kann der anbieter das problem sehen und handeln.