passwort | erntefest

eine webseite, die zur einmaligen verwendung eine registrierung verlangt, ist uncool. eine, die diese registrierung nicht mit einem neuen account fordert, sondern mit bestehenden accounts von anderswo, handelt verbrecherisch. denn wenn sie uns nötigt, uns mit unserem facebook-, google- oder ähnlichem account anzumelden, geben wir diesem portal nicht nur unseren facebook-namen (und damit z. b. die freundesliste), sondern auch das passwort. damit hat der windige laden (im beispiel unten ein portal, das eine statistik unseres reiseverhaltens erstellt) die macht pber das ganze account. in der regel wird damit nichts böses angestellt. aber wozu passwörter geheimhalten, wenn man sie so großzügig verteilt?

gmx hilft | nicht

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der email-anbieter gmx wirbt immer wieder damit, zu helfen (opfern von wasauchimmer flutkatastrophen etc.). mir als kunden seines email-dienstes hilft gmx nicht. wenn ich gmx mitteilen möchte, dass ich zu einem bestimmten thema keine mitteilungen von gmx mehr erhalten möchte, lande ich auf einer webseite, die mir als einzigen kontakt ein 4 €-telefonat anbietet. alternativ könnte ich pro- oder topmail-nutzer werden.

gmx_hilftNicht

die webseite zur gmx-kontaktaufnahme bietet nur ein teures telefonat an.

das problem liegt tiefer und betrifft nicht nur gmx. gmx lebt nicht von den pro- oder topmail-nutzern, sondern die marke lebt durch nicht zahlende nutzer, die das kostenlose gmx.de- oder gmx.net-konto nutzen. jede werbung für was auch immer, die uns gmx schickt, kann uns gmx nur deswegen schicken, weil wir ein email-konto bei gmx haben. darüber, über diese werbemails, auf die dann immer wieder gmx-kunden klicken, finanziert sich der dienst, nicht über zahlende kunden. insofern ist das bread & butter von gmx der einfache user, und den sollte er hegen und pflegen.

im grunde sollte der nicht zahlende gmx-kunde sich jede werbemail, die gmx in unser postfach schickt, bezahlen lassen. mir würden 10 cent pro mail vernünftig erscheinen, minimal wäre 1 cent pro mail akzeptabel. ich habe im dezember 14 werbemails von gmx bekommen; mit meinem zahlungsmodell wäre ich mit 1,40 € nicht gerade reich geworden, gmx aber hält sich durch solche maßnahmen am leben.

die abschottung vor den kunden ist eine alte, miese leier. die firmen sagen, sie können so viele kunden gar nicht bedienen, sie müssten premium-zugangswege einrichten, damit premium-kunden durchkämen usw. germanwings, eine airline, die bekanntlich an 40 oder 400 € zahlenden kunden geld verdient, hatte jahrelang eine teure support-nummer und jetzt endlich damit aufgehört. bei gmx, web.de & co. steht das an.

hallo, ich bin linkedIn | du depp!

beispiel eines aktuellen betrugsversuchs [unten, ergänzt, einer, der gleich hinterher kam]. mich erreichte vorhin diese mail, und mein web-hoster erkannte richtig: sie könnte ein phishing-spam sein. sehen wir sie uns kurz an:

pseudo_linkedIn_spam

die absenderadresse ist elmi@geldec.de; sie soll mit dem „.de“ vertrauen schaffen. erster verdacht: warum ist die mail dann in englisch verfasst? denn die ordentlichen nachrichten von linkedIn bekommt man in seiner landessprache zugestellt. würde man an elmi@geldec schreiben, käme die mail vermutlich als unzustellbar zurück. geldec ist für suchmaschinen unbekannt, aber es steckt das wort „geld“ drin, also verdachtsmoment #2.

schließlich und am wichtigsten, und damit verdachtsmoment #3: nie auf den link in einer verdächtigen mail klicken! aber sehr wohl den mauszeiger über der mail schweben lassen. dann sieht man nämlich, wohin er führen würde, nämlich nicht zu linkedIn, sondern zu einer webseite, die mit haber.cinewp.com beginnt. wiegesagt, und wichtig: nur den mauszeiger drüber schweben lassen, oder auch den link kopieren, nicht aber anklicken oder (smartphone) antippen!

was man immer tun kann, ist, zu gucken, wer die webseite haber.cinewp.com registriert hat. dazu dienen so genannte whois-suchen, und weil viele davon auch wieder abzocken sind, rate ich zu einer cleanen whois-seite, nämlich die der icann. wenn man → dort nach haber… sucht, kommt das zum vorschein:

sencerBaba_spammerWhois

ein sencer baba (er schreibt alles klein), von einer angeblichen firma namens web adana, mit postfach 01240 irgendwo in der türkei. dazu eine telefonnummer, die keinen sinn macht. ziemlich sicher stimmt aber die email-adresse, aber nicht die postfach-adresse, über die man den übeltäter anschreiben und abmahnen könnte.

unterm strich: wach sein bei emails von unbekannten absendern, inkonsistenten finden und den link, der in fast jeder bösen email enthalten ist, untersuchen, aber nicht anklicken!

sharing schwergemacht | SZ vom samstag

car--und-bike-sharing-schwer-gemacht---SZsharing-dienste müssen dazulernen. süddeutsche zeitung 6. september 2014

online nachzulesen → hier. der artikel ist eine folge mehrerer einzelrecherchen, von denen ich einige hier schon gepostet hatte. nämlich a | b | c| d. außerdem gibt es einige sendungen von mir zum thema sharing, shared space und verkehrstaktung, unter anderem „verkehr im takt“, SWR 2 2013, → hier nachzuhören.

call a bike | ignoranz phase 3

nach dem → debakel 1 und der → analyse 2 vor einigen wochen (strafzahlung von 10 €, wenn man ein rad außerhalb des kerngebiets, also des geschäftsbereichs abstellt; die apps zeigen es einem aber nicht oder nur schlecht) heute folgendes erlebnis: ich fuhr mit der u-bahn nach köln-ost. dort wollte ich einen kilometer weiter, um etwas zu besorgen, und gleich wieder zur bahn zurück. da dachte mir: ideal für ein mietfahrrad.

just als ich aus dem u-bahn-bereich herauskam, stand da das rad nr. 4370. als gebranntes kind rief ich die support-nummer in frankfurt an, drückte die taste 2 (Sie haben ein problem mit einer anmietung?), ein mitarbeiter hob ab.

unsichere fahrt von B nach D und zurück

ich sagte, ich stehe vor rad 4370 bei position B und wüsste gern, a) ob es im geschäftsbereich liegt und b) ob mein ziel im geschäftsbereich liegt? denn ich konnte es auf der call a bike-android-app nicht sehen. der mitarbeiter war sehr freundlich, es gelang ihm aber nicht, auch nach aufrufen eines zweiten browsers, wie er sagte, das kerngebiet zu finden. das rad, vor dem ich stünde, sei aber ordentlich abgestellt, er sähe keine fehlermeldung. genau das, sagte ich, ist ja das problem: man kann die räder ganz normal abstellen, bekommt das aus-checken quittiert – und zahlt dann trotzdem 10 € strafe, weil man das rad außerhalb des geschäftsgebiets abgestellt hat. der call a bike mitarbeiter fand auch mein ziel nicht auf der karte und schlug mir vor, mich bei meiner fahrt zu verfolgen. wenn es ein problem mit dem geschäftsgebiet gäbe, würde er mich anrufen.

den deal fand ich merkwürdig, sagte aber zu. als ich das rad nun über die app entriegeln wollte, gab mir die app zu verstehen, das rad sei bereits von jemandem reserviert. weil weit und breit kein interessent zu sehen war, rief ich die hotline nochmal an, und siehe da, der eifrige mitarbeiter hatte das rad für mich blockiert, gab mir den code, ich gab ihn vor ort ein, fuhr los. ich checkte nach 4 minuten an meinem ziel (position D im bild oben) aus, zehn minuten später war ich mit der arbeit dort fertig, das rad stand noch da, ich buchte es erneut und fuhr es an dieselbe stelle zurück. da steht es auch heute abend noch, wie ich auf der app sehe (im bild oben ist es position B).

nur leider sehe ich, dass das rad nicht nur nicht im kerngebiet liegt, sondern auch meine ganze fahrt außerhalb des kerngebiets stattfand. die iPad-app, von der der screenshot oben ist, zeigt es mir. es zeigt mir, dass das geschäftsgebiet von köln rechtsrheinisch bis zu A reicht; genau da im eck parkt ebenfalls ein rad. das rad auf position C ist weitab vom geschäftsgebiet. der es dort abgestellt hat, wird vermutlich 10 € auf seiner nächsten rechnung finden.

übrigens sieht man in der app, welche fahrten man zu welchen zeiten und mit welchen kosten hinter sich hat. aber man sieht nicht die strafbeträge, die dann auf der rechnung später auftauchen und mit „außerhalb bereich“ gekennzeichnet sind.

call a bike | an abzocke grenzende verschleierung

wer am straßenrand ein mietfahrrad der deutschen bahn sieht (call a bike), denkt: das kann ich mieten, für 8 cent die minute. über die call a bike-app am smartphone holt er sich den öffnungscode, tippt ihn in das display hinten am rad ein, das schloss öffnet sich, los geht die fahrt. am ende der fahrt tippt er am display auf „fahrtende“, und das rad steht anderen zur verfügung. bei diesem vorgang können locker 10 € anfallen, ohne dass man es dem rad und der app ansieht. hier meine soeben gemachte erfahrung. fünf minuten fahren für 20 €!

mit car- und bike-sharing habe ich reichlich erfahrung. ich nutze die fahrräder der deutschen bahn (call a bike) immer wieder, besonders wenn ich in anderen städten unterwegs bin. jetzt ist mir in münchen etwas passiert, was von öffentlichem interesse sein dürfte: ich zahlte statt 88 cent 20,38 €, das entspricht 2300% oder dem 23-fachen.

call-a-bike-rechnungrechnung für drei fahrradmieten: 2300% zu viel

in der rechnung oben (sie vergrößert sich bei klick) sind hellgrün die beiden problematischen fahrten markiert; das sind die korrekten zeiten und beträge. die rechnung weist ganz richtig aus, dass ich das eine rad von 10.22 bis 10.25 uhr gefahren habe, also 3 minuten, das andere einen tag später von 10.20 bis 10.21 uhr, also eine minute. beide räder habe ich nur kaum bewegt und ganz in der nähe des abholorts wieder abgestellt. beim abstellen bekam ich über das display die quittierung „danke für die fahrt“, und wenige sekunden später sprang das grüne licht an, als zeichen, dass das rad frei ist, also wieder von jemandem anderen angemietet werden kann.

wie also kommt die hohe gebühr „Sonstiges: außerhalb Standort“ zustande – einmal 10,24 €, einmal 10,08 €? (blau unterlegt) was überhaupt ist ein „standort“, wie kann mein ein fahrrad „außerhalb“ eines „standorts“ parken?

ich rief heute gegen 19 uhr den kundenservice an, sprach mit einer frau steiger, die den vorgang schnell nachvollzog und mir erklärte: außerhalb standort = außerhalb des geschäftsgebiets. ob ich den unterschied zwischen geschäftsgebiet und nicht geschäftsgebiet kenne? nun, ich habe das schon am eigenen leib erfahren, als ich einmal einen driveNow-mini in einer straße am englischen garten in münchen abstellen wollte, mir das display aber mitteilte, das ging hier nicht.

auf meine frage, wie es denn kommt, dass ein rad, das ich anmiete und 100 m weiter wieder abstelle, plötzlich außerhalb des geschäftsgebiets stehen soll, antwortete frau steiger, das rad, das ich angemietet hätte, sei vermutlich schon außerhalb des geschäftsgebiets gestanden, ich hätte das vor der anmietung überprüfen müssen. es sei gut möglich, dass auch mein mietvorgänger 10 € strafe habe zahlen müssen. meiner einschätzung, das könne man als falle bezeichnen, widersprach die sachbearbeiterin. ich könne mir schließlich die AGB durchlesen, vor dem anmieten auf dem smartphone das geschäftsgebiet zeigen lassen oder die hotline anrufen. außerdem meinte sie, die meisten kunden, die sich über solche rechnungen wundern, würden sich nur einmal wundern und später besser aufpassen.

ich sah mir während des telefonats auf der app das gebiet an, worum es in meinem fall ging (blau meine position damals). in dem gebiet befanden und befinden sich zahlreiche räder:

call-a-bike_münchenjede menge freie fahrräder, viele im 10 €-strafbereich

die grüne fläche rechts ist der englische garten, die viel schwächer, ebenfalls grün schattierte fläche im unteren linken bereich der karte, ist das geschäftsgebiet. das hatte ich vorher wahrgenommen. wenn ich an das gebiet, das mir die hohen kosten verursachte, etwas heranzoome (siehe unten), sehe ich ein fahrrad, das während des support-telefonats genau an der stelle steht, wo ich meins vor gut einer woche abgestellt hatte und dafür 10 € zahlen musste, nämlich an der u-bahnstation studentenstadt:

call-a-bike_münchen_detailein rad steht frei zur anmiete genau an dem punkt, wo ich meins für 10 € abstellte.

die frau im call a bike-kunden-callcenter bot mir an, eine kulanzerstattungsanfrage zu starten, mit der begründung, der kunde (also ich) hätte nicht gewusst, dass es ein geschäftsgebiet gibt und räder nicht außerhalb des geschäftsgebiets abgestellt werden dürfen.

unterm strich zeigt dieser fall zwei defekte im an sich ziemlich gelungenen call a bike-anmietsystem:

  1. die räder, die außerhalb des geschäftsbereichs stehen, sind weder selbst, noch in der app als räder gekennzeichnet, die mit vorsicht zu genießen sind. an sich sollte ein rad, das einem die app zeigt oder das man am straßenrand stehen sieht, den kunden einladen, damit zu fahren. stattdessen verbrennt man sich leichter die finger als man glaubt. jedes rad außerhalb des stadtkerns ist 10 €-gefährlich! auch wenn fünf call a bike-räder darum herum geparkt sind!
  2. spätestens wenn man das unwissentlich außerhalb des „bereichs“ angemietete rad wieder abstellt, sollte es einen hinweis geben, dass hier ein problem vorliegt. so aber lässt einen das rad aus-checken, quittiert mit okay und ist vom nächsten kunden wieder anmietbar, der dann vermutlich wieder 10 € zahlt, es sei denn, er fährt das rad ins geschäftsgebiet zurück.

bei so demonstrativ wenig transparenz und so vielen außerhalb des geschäftsgebiets parkenden rädern liegt eine unterstellung nahe, nämlich die, dass die firma damit den größten umsatz macht – also durch absichtliche verschleierung.

wer viren jagt | fängt sich welche ein

ein freund schrieb mir heute, dass er sich fünf viren auf seinem (wegen iPad nur noch selten benutzten) windowsrechner eingefangen hat. vier davon bekam er mit bordmitteln los, den fünften aber nicht. er nennt sich

plus-hd-9.1 crossrider

schicker name, oder sollte man sagen: flotter name, crossrider? im prinzip nistet sich plus-hd crossrider in die browser ein und meldet ungefragt an sein zuhause, was wir, die unbescholtenen surfer, gerade ansurfen. primär dient der virus dem gezielten liefern von werbung in den browser und wird deswegen etwas verharmlosend adware oder malware genannt. im grunde unterscheidet er sich aber nicht von einem klassischen trojaner, also einem virus, der ferngesteuert im PC verschiedenste dinge tun kann.

wenn man so etwas bei sich findet, reagiert man erregt und surft den nächstbesten link an, um die pest zu entfernen. ein solcher link führt zu:

remove-virusdiese webseite behauptet, virenschutzkompetenz zu besitzen.

die seite wirkt seriös, umfassend, gut dokumentiert, allerdings fällt auf, dass eine automatische übersetzung am werk war: „wir haben mehrere Testcomputern, die unter verschiedenen Betriebssystemen.“

die remove pc-virus-„experten“ bieten auf ihrer seite zum plus-hd-virus zwei große grüne klickflächen an, die suggerieren, dass man so den virus los wird:

download-tooldas download-tool verspricht, den virus zu entfernen.

auch hier fallen wieder die übersetzungsfehler auf. klickt man auf diesen einladenden knopf, lädt windows ein programm herunter. man sollte immer, wenn man etwas herunterlädt, nachsehen, wie es heißt und von wem es ist, bevor man dann den download bestätigt. ich bestätige ihn nicht, sondern breche ab.

spyhunterdie webseite will ein programm namens spyhunter von enigmasoftware installieren.

die datei nennt sich spyhunter. wer oder was ist spyhunter? kurz nach „spyhunter problem“ gesucht führt zu vielen seiten mit warnungen. unter anderem zu diesem blog:

spyhunter-abzockevermeintlich betrogene warnen vor der installation und vor dem kauf der vollversion von spyhunter.

angeblich – und ich habe hier keinen grund zum zweifeln – installiert also der virenentferner selbst viren, und das kostenpflichtig!

wer tut so etwas? beim herunterladen von spyhunter ist der name einer firma zu sehen, die die software angeblich programmiert hat: enigmasoftware.com. diese firma versteckt sich natürlich nicht, sondern bietet offensiv zum kauf an: spyhunter.

Registrant Name: COLORADO STARK
Registrant Organization: ENIGMA SOFTWARE GROUP USA, LLC
Registrant Street: 2643 GULF TO BAY BLVD
Registrant Street: SUITE 1560 #446
Registrant City: CLEARWATER
Registrant State/Province: FL
Registrant Postal Code: 33759
Registrant Country: US
Registrant Phone: +1.8883600646

ein mensch namens colorado stark hat demnach enigmasoftware.com registriert. herr stark ist laut linkedin in litauen zuhause, und siehe da, hier kann man sogar den umsatz der firma ablesen, angeblich eine halbe million euro:

Firmenkode 300604217
USt-IdNr. LT100003136219
Geschäftsführer Sergejus Nosokas
Adresse K. Donelaičio g. 62, LT-44248 Kaunas
Mobiltelefon Uab Enigma Software Group Lt Mobiltelefon
E-Mail Kontakt per email
Webseite http://www.enigmasoftware.com
Umsatz 2011: 289 620 – 579 240 EUR

schließlich zurück zum anfang: die webseite mit dem grünen knopf, der uns virenfreiheit verspricht und uns in diese falle gelockt hat: wem gehört sie? dazu hilft ein so genannte whois (gesprochen: who is?) suche, und die fördert zutage:

Domain Name: REMOVE-PCVIRUS.COM
Registrar URL: http://www.godaddy.com
Registrant Name: Registration Private
Registrant Organization: Domains By Proxy, LLC

registriert hat die domain also godaddy.com, einer der größten webanbieter weltweit, mit adresse in arizona. die netzadresse von remove-pcvirus führt nach köln.

noch weiter zurück: wer hat den ausgangsvirus programmiert, also den plus-hd 9.1 crossrider? eine schnelle suche führt nach montréal, zu kimahri software, die wiederum zu yuna software gehört – beide ohne real- und webadressen. yuna software ist für ein plugin für den windows live messenger und für skype namens messenger plus. was dieser softwarezusatz tut, brauchen wir nicht zu hinterfragen (adware, und damit malware und damit schadprogramm).

ps.: ich kann hier keinen rat geben, außer: viel lesen, nicht zu schnell klicken.

mein gf | digitales logbuch, deutschlandfunk

Feinkostfabrik-Marmeladengläser---Fotograf-Rössinger---Deutsche-FotothekVEB leipziger feinkostfabrik mit unbeschrifteten marmeladengläsern. foto: rössing, 1953. deutsche fotothek

ich sammle spams. spamversender müssen kreativ sein, um durch die spamfilter der email-provider und durch die spamfilter von uns empfängern zu schlüpfen. ein solcher spam fand letzte woche den weg in meinen „unbekannt“-ordner. er bestand nur aus einem satz, den ich zum anlass für eine glosse in der computersendung des deutschlandfunks nahm. das hier ist sie:

bitcoin versenkt mal eben 350 millionen euro

ein interessantes währungsmodell, vorbei an allen ländergrenzen und entsprechenden finanzämtern, ist BITCOIN. für dieses virtuelle geld, das an einer virtuellen börse gehandelt wird und teilweise extreme kursprünge nach oben verzeichnet hat, muss es übergangspunkte vom normalen geld, also von dollar oder euro hin bitcoin geben. der vermutlich größte solche umschlagpunkt, mt. gox, hat gerade knapp 500 millionen dollar versenkt, und ihr chef sagt: keine ahnung, wohin das geld verschwunden ist.

näheres beim wall street journal von heute.

vorsicht mietwagenkaution! | kanarische abzocke

brief intro in english: this is the story of a car rental debacle with orlando (orlandorc.com) on a canary island. orlando took 340 € as a down payment and never paid it back – although we had not damaged the car whatsoever. after a 6 week struggle the german rental car portal through which we had initially booked paid us the money back. orlando kept the money, which, in my humble opinion, was a shame. never again. (please use a translation engine to get the whole story. and note the english trip advisor links below.)

dies ist die geschichte einer autoanmietung im urlaub, bei der wir ohne eigenes verschulden 340 € kaution verloren und erst nach intensivem nachhaken sechs wochen später zurückbekamen – übrigens nicht von dem dubiosen vermieter vor ort, sondern von einem der zwischendienstleister, worüber wir ursprünglich gebucht hatten. aber auch nur auf druck.

wir mieteten im dezember von deutschland aus einen wagen auf einer spanischen insel an. weil das kurzfristig geschah und die uns bekannten einschlägigen anbieter vor ort keinen wagen mehr frei hatten, gingen wir über billiger-mietwagen.de an die sache heran. tatsächlich konnte das freiburger portal, mit dem wir zuvor schon anderswo gute erfahrungen gemacht hatten, ein auto für uns auftun, und zwar beim lokalen vermieter orlandorc.com. wir zahlten 330 € über das billiger-mietwagen-portal, sahen dann aber, dass das geld an cardelmar.de in hamburg ging, ein weiteres portal für mietwagenaggregation. von billiger-mietwagen bekamen wir via mail einen voucher, also einen nachweis, dass wir gezahlt hatten, den wir dem vermieter vor ort vorlegten. dieser hatte keinen eigenen shop im flughafengebäude, sondern stand am flughafenparkplatz, war an seinem orlando-aktenordner zu erkennen und verlangte die kreditkarte – nicht, um sie pro forma zu haben, um sie im falle eines unfalls zu belasten, sondern um direkt 340 € kaution einzuziehen, die wir, so der mann wörtlich, drei tage nach rückgabe des wagens auf die karte zurückgebucht bekämen.

Orlando-Depositder mietwagen kostete 330 €, bezahlt an car del mar; hier verlangt der vermieter vor ort – orlando – zusätzlich 340 € kaution.

wir waren verblüfft und wandten uns umgehend an billiger-mietwagen, wo uns eine mitarbeiterin bestätigte, dass hier alles mit rechten dingen zuginge; der autovermieter hertz, so hörten wir später, zieht in spanien inzwischen auch die volle kaution ein und zahlt nach ende des mietverhältnisses den betrag umgehend zurück.

der wagen stand am anderen ende des flughafenparkplatzes, der mitarbeiter von orlando weigerte sich, mit uns dahin zu gehen. auf die frage, ob der wagen schäden aufwies, zeigte er missmutig auf die vollkasko-option auf dem voucher von billiger-mietwagen und bemerkte in schlechtem englisch, wir könnten mit dem wagen alles anstellen, die versicherung zahle es eh. ja, fragte ich, wo hat der wagen denn kratzer oder dgl.? wieder missmutig setzte der orlando-mann einen kringel auf unseren durchschlag des mietvertrags – jedoch nicht auf das original, das er behielt. später wurde uns das zum problem, weil orlando behauptete, wir hätten den schaden selber gemacht.

der wagen war in einem erbärmlichen zustand, mit einer gut sichtbaren beule hinten links (der kringel auf dem mietvertrag zeigt, wie wir später erfuhren, hinten links), vielen kratzern, einem zigarettenbrandfleck im hintersitz, staubig im inneren, kaputte scheibenwischer und rund 90.000 km auf dem tacho. wegen des automangels auf der insel fuhren wir die kiste und gaben sie gut eine woche später ohne auch nur den geringsten zusätzlichen schaden wieder auf dem parkplatz zurück, legten den schlüssel wie verabredet ins handschuhfach und flogen zurück.

als zwei wochen nach ende des mietzeitraums die rückerstattung der kaution nicht auf meinem konto erschienen war, wandten wir uns zunächst an billiger-mietwagen und lieferten die bankauszüge (mietwagenbezahlung an car del mar, kaution an orlando) mit. die antwort war, man würde das jetzt umgehend über car del mar versuchen zu regeln. in der zwischenzeit sollten wir die via kreditkarte eingezogene kaution selbst über die bank zurückholen. ich versuchte das, aber die bank sagte zurecht, dass sie in das vertraglich vereinbarte mietverhältnis zwischen orlando und uns nicht eingreifen könne, aber als service für uns die unterlagen des vorgangs von orlando anfordere. von billiger-mietwagen.de hörte ich dann nicht mehr, von der bank auch nicht.

drei wochen waren vergangen. ich wandte mich jetzt an car del mar (mit cc an billiger-mietwagen) und schrieb an orlando eine SMS; inhalt: ich hätte gern schleunigst die kaution zurück. von car del mar kamen zwei bestätigungsmails über den posteingang, mit bitte um geduld. von billiger-mietwagen folgte ein schreiben, in dem wieder auf car del mar verwiesen wurde, wo der fall nun läge.

wieder eine woche hatte sich nichts getan. ich rief bei car del mar in hamburg an. die mitarbeiterin im kundenservice-bereich teilte mir mit, dass car del mar eigentlich damit gar nichts zu tun hätte, das sei die angelegenheit von orlando, aber man täte mir jetzt den gefallen, nochmal bei orlando nachzuhaken, wo man im übrigen schon nachgehakt hätte, bislang ohne antwort. in frühestens einer woche solle ich mich ruhig wieder melden. dann eine nachricht von car del mar: man hätte einen „fall“ unter einer für die beteiligten einsehbaren ticket eröffnet.

impreso-de-siniestro

dann kam ein anruf einer billiger-mietwagen-mitarbeiterin, orlando hätte sich gemeldet und ein foto, den originalmietvertrag und die schadensanzeige (siehe oben) gemailt. man bat mich um stellungnahme. nun, was sollte ich sagen? auf dem originalvertrag war kein kringel zu sehen, auf dem foto sieht man die delle hinten rechts, die wir schon beim abholen des fahrzeugs sahen. und auf der schadensanzeige standen pauschal 340 € drauf, aber es fehlten namen auch der des orlandomitarbeiters, keinerlei polizeistempel. ich dachte, der fall ist erledigt, gegen eine so infame abzocke kann ich nichts mehr tun.

ich schrieb ein abschließendes schreiben an car del mar und billiger-mietwagen, in dem ich a) die fehlende transparenz und die länge des verfahrens kritisiere. ich weiß bis heute nicht, wer eigentlich wofür zuständig war. und b) auf die bewertungen von orlando durch zahlreiche anders kunden mit ähnlichen erfahrungen hinwies: kautionseinbehaltungen ohne begründung, autos in schlechtem zustand; einer schrieb: der wagen sah aus, als sei er gerade aus dem krieg gekommen.

nun waren sechs wochen vergangen, und aus heiterem himmel schrieb car del mar in den „vorgang“, der fall sei in meinem sinne entschieden, das geld würde in den nächsten tagen auf meinem konto sein. war es nicht, also rief ich noch einmal an. der fall sei abgeschlossen, das geld auf dem weg. ich fragte die mitarbeiterin, wer das denn eigentlich zahlt? orlandon? nein, die versicherung! es stinkt zum himmel. gestern trafen die 340 € dann auf meinem konto ein.

wir lernen daraus dreierlei:

  1. ohne ein portal in deutschland hätten wir das geld nie wieder gesehen. auch wenn die zuständigkeiten diffus und die bearbeitung zäh waren; bei einer direkten buchung vor ort hätten wir keine handhabe gehabt.
  2. das nächste mal werden wir bei der anmietung vor ort die schäden zusammen mit dem vermieter genauestens begutachten und auf vertrag und kopie festhalten. auch mit fotos.
  3. bewertungsportale haben einen zweifelhaften ruf. aber das nächste mal lesen wir die bewertungen. im fall von orlando sind die so schlecht, dass wir die finger davon gelassen hätten und zu fuß gegangen wären.

zwei typische bewertungen von orlando mietwagen, bei trip advisor, 2014:

http://www.tripadvisor.co.uk/ShowTopic-g187477-i240-k7136397-Orlando_Car_rental_Lanzarote-Lanzarote_Canary_Islands.html

When we arrived home we found we had been charged 325 euros for a damaged front bumper. The is no way that we damage the car in anyway but do not have photos to prove this

http://www.tripadvisor.co.uk/ShowTopic-g187477-i240-k6918737-Orlando_Car_Hire_never_again-Lanzarote_Canary_Islands.html

Orlando Car Hire – never again