mit drohne auf | 4 meter

dies ist ein völlig unspektakuläres foto von gestern:

zwei fenster, unspektakulär. foto: ms

das foto wirkt flauer als das licht an dem tag eigentlich war, leicht blaustichig, schwach im kontrast. das liegt daran, dass die kamera mit dem → RAW-format aufgenommen hat. RAW ist das königsformat der digitalfotografie, weil in ihm qualitäten stecken, die weitreichende bearbeitungen möglich machen.

das foto unten zeigt das bild auf diese weise bearbeitet, nur leicht, aber zum beispiel ist der blaustich verschwunden, und die innenräume sind deutlicher sichtbar. diese infomationen sind in einem jpeg-bild festgeschrieben, also im nachhinein nur noch schwer zu „reparieren“.

für mich war daran interessant, dass das foto aus etwa 4 metern höhe von der straße aus entstanden ist. dafür braucht man normalerweise einen kamerakran. ich flog mit meiner drohne auf die etwa 4 meter fensterhöhe, ließ das gerät im abstand von etwa 2 meter davor schweben und nahm dann auf.

das foto von oben, bearbeitet. 4 m höhe. ‎© ms/dpa

stereokamera in | 3D

wenn wir im kino eine 3D-brille aufsetzen, sehen wir bestimmte filme räumlich. die voraussetzung ist, dass der film mit zwei kameras gedreht wurde, die nah beieinander sind – einer stereokamera eben.

im computergenerierten film, der rein auf künstlichen szenen aufbaut (wie toy story), ist dafür auch eine stereokamera zuständig, natürlich eine virtuelle. sie stellt eine szene ähnlich wie hier dar:

3D-szene mit stereokameraansicht

eine ähnliche szene habe ich dann für beide augen, also für die 3D-brille gerendet. man kann die beiden bilder durch leichtes schielen so überlagern, dass man auch ohne hilfsmittel einen tiefen-eindruck bekommt:

stereobild (rechts und links leicht verschieden)

ich habe für meinen lehrkanal über computeranimation dazu ein video erstellt. → hier ist es.

anschlag in london ab | € 22.740

webseite der SZ am 22.3.2017 nachmittags

ein typisches beispiel, wie sich werbealgorithmen vergaloppieren, zumindest in bestimmten browsern, wie hier in firefox bei deaktiviertem adblocker. die top-meldung ist eigentlich ein anschlag auf einen wachmann in london/westminister. umrahmt und gestört wird der artikel aber von einer werbung von hyundai, die mit „change is good“ und einem super angebot wirbt. jetzt kann man auf den blauen „mehr erfahren“-knopf klicken und kommt dann vielleicht über doubleclick zu hyundai, oder auf den kleinen, fast unsichtbaren knopf rechts darunter?

was anzeige und was redaktionelles bild ist, vermischt sich hier. man kann die schlagzeile so lesen: change is good, wenn vor einem roten doppeldeckerbus zwei polizisten sich nett unterhalten. daneben dann eine bizarr auffällig weiß auf schwarze leiste, die mit der top-meldung anfängt, dass der campus in oberschleißheim ausgebaut wird.

auf dieser seite führt praktisch jeder klick in eine falle. man sollte sie so sehen wie hier, als kunstwerk.

eine halbe stunden später wird die seite dann richtig zynisch:

fake news | generator

ich wollte mal gucken, wie ich billig (also ohne zeitaufwand) eine schön schmackige falschnachricht generiere. google-suche: es gibt keine fake-news-generatoren. als super fake-news-generator wird in der google-suche donald trump genannt. billiger joke.

ich könnte eine optisch tolle fake-news-nachricht in photoshop basteln, aber es gibt webseiten, die das für uns erledigen, wo wir jede beliebige info reinschreiben können und dann etwas herauskommt, was, für sich allein betrachtet, für kantinen- und bettgespräche sorgen könnte – weil es unglaublich wahr klingt.

ein portal, in das man händisch fette schlagzeilen und fotos einfügen kann, nennt sich breaking news, was den nagel auf den kopf trifft, denn fake news breaken. hier ein mit einem klick hergestellter fake-news screenshot:

ich habe  die graue schlagzeile und die gelbe laufbandzeile geschrieben und ein beliebiges autozusammenstoßfoto aus dem internet gewählt. [übrigens eins ohne copyright-angabe, ein → symbolbild bei gulf digital news.] der breakyourownnews-generator tut den rest.

im nachfolgenden beispiel musste ich der wiederauferstehung von lady diana von den toten händisch nachhelfen und zwei bilder montieren. der rest, um dieses gesamtkunstwerk zu schaffen, geschah über die genannte webseite wieder automatisch:

passwort | erntefest

eine webseite, die zur einmaligen verwendung eine registrierung verlangt, ist uncool. eine, die diese registrierung nicht mit einem neuen account fordert, sondern mit bestehenden accounts von anderswo, handelt verbrecherisch. denn wenn sie uns nötigt, uns mit unserem facebook-, google- oder ähnlichem account anzumelden, geben wir diesem portal nicht nur unseren facebook-namen (und damit z. b. die freundesliste), sondern auch das passwort. damit hat der windige laden (im beispiel unten ein portal, das eine statistik unseres reiseverhaltens erstellt) die macht pber das ganze account. in der regel wird damit nichts böses angestellt. aber wozu passwörter geheimhalten, wenn man sie so großzügig verteilt?

luftiges enter | tainment

eurowings online beim flug

internet gibt’s nur im A330, aber im A319 immerhin home entertainment, selbst beim kurzstreckenflug nach london. dafür zahlt man knapp 4 € pro flug, keine ahnung, wie. die filmauswahl ist durchaus okay, die TV-serien etwas dürftig bestückt. kostenlos ist das audioangebot, aber nur, wenn man sich bei napster registriert. weil das offline geschieht, reicht jede beliebige fantasieadresse. die musikauswahl ist stark pop-lastig, kein jazz und keine e-musik. aber ein audiobuch (was ich mir nicht antue) von stuckrad barre.

kostenlose fluginfos. unten: der musikplayer

automatische text | erzeugung

welcher text kommt aus der maschine, welcher von einem journalisten?

die lösung lautet: A ist der maschinentext – wobei ich dazu sagen muss, dass ich der radiophonen kürze wegen aus den viel viel längeren texten (DIN A4) ausschnitte gewählt habe, die in etwa das gleiche thema haben: lage des hotels, parken…

der heutige schwerpunkt in der DLF-sendung → computer und kommunikation findet sich zum nachhören → hier.

manning job done | twice

schwere geburt war mein so genannter „zwischenruf“ heute in WDR 3 / resonanzen, einem mehrstündigen kulturprogramm mit sehr viel musik und einer dreieinhalbminütigen kommentar/glossen-ecke, eben dem zwischenruf. ich hatte der redaktion auf deren wunsch zwei kulturnahe aktuelle themen angeboten, die aber auf kein interesse stießen. stattdessen wurde ich gebeten, etwas über die begnadigung chelsea aka bradley mannings zu schreiben. nun war manning heute in aller munde und in allen zeitungen und in der tagesschau ganz vorn. was will ich dazu noch sagen? eine glosse konnte ich mir wegen des ernsts der lage zunächst nicht vorstellen. die redaktion bat also um einen kommentar, eine einordnung – wie sie heute vermutlich schon x kollegen vollzogen hatten.

ich kam vom mittagessen zurück, als mir ein dreh einfiel, doch eine glosse daraus zu machen, nämlich eine dystopie der fake news. dieser text wurde umgehend abgelehnt:


nicht gesendete fakenews glosse

der text sei unverständlich und ginge nicht ernst genug auf das thema der begnadigung mannings durch obama ein. der nachmittag neigte sich dem sendebeginn zu. ich wurde gebeten, doch einen kommentar zu schreiben, der aspekte aufwirft, die nur ich, der ich die wikileaks sehr gut kenne, aufwerfen kann. mir fielen keine ein, denn inzwischen sind alle kollegen auf dem gleichen stand. aber ich schrieb den kommentar, sicher kein weltwunder an text, und → hier eine zeitlang nachhörbar.

war das nun eun typischer ablauf für ein journalistisches autorenleben? eher nicht. es gibt zwei arten von beiträgen fürs radio (und für print): das alltägliche, was gemacht werden muss. und die etwas höhere kunst, sich etwas zu erfinden, zusammenhänge zu schaffen und an sich normales ins bizarre, komische, skurrile zu drehen, dahin, wo nicht jeder sowieso hindenkt und wo man nicht merkt, wohin die geschichte läuft, bevor sie nach wenigen minuten zu ende ist. ein sehr sensibles produkt. also ein eher unüblicher ablauf im freien autorenleben.

pinterest | hugs and kisses

die „intelligente“ foto-app pinterest gibt keine urheber für die bilder an. ich habe fast beliebig das obere bild gefunden und auf den gewählten ausschnitt pinterests algorithmus angewandt. die sequenz könnte fast ewig weitergehen, ich musste irgendwann mal abbrechen und die lange liste ins schwarz absenken.

pinterest listet ähnliche fotos auf

chatstream vor wikileaks | konferenz

heute hat julian assange eine wenig bedeutende pressekonferenz von seinem zwangsasyl in der ecuadorianischen botschaft aus gegeben. ich fand den chat-stream vor und zu beginn der live-veranstaltung interessant und habe ihn einfach von meinem smartphone angefilmt. bei ca. 6 minuten beginnt assange dann zu sprechen.

chats vor der assange-PK heute