windy drone | evening

it was my first flight of my mavic pro drone under very windy conditions. although i could film/photograph very stable footage as always, i learned a lesson.

das war mein erster drohnenflug bei starkem wind. obwohl die kamera wie immer extrem stabile bilder ablieferte, lernte ich einiges dazu.

speedy flight with lots of wind. photo: ms

the lesson i learned was that the image we see on the smartphone attached to the controller tells me only part of the true situation. watching the drone in the air i could see it struggle with the gusty wind. it was dancing like mad, and i could easily imagine that the mavic would tilt by 80 or 90 degrees and fall to the ground. because of that fear i flew it close to the grass – where the wind was still pretty wild. the drone was changing its altitude rapidly and randomly by plus/minus half a meter. you can see a nice → motion blur at the buttom of the screenshot above. the speed was around 30 km/h.

even more impact on me was watching the mavic fight against the wind at higher altitudes. there are several videos out there on youtube where we see drones flying easily out to the ocean – and never making it back. the „intelligent“ battery invokes the return to home (RTH) procedure without knowing the wind direction. in my case last night i had enough battery power, plus i was not flying further away than to the woods in the background. but i could see how the aircraft sped up to the trees and how slowly it came back. there were moments when the wind actually carried the drone towards the woods, although my joystick demanded to come back.

since that experience i’m much more aware of the drone’s power. in calm air it seems to fly fast and easy. with some wind it can easily become a victim to the wind. the new DJI drone „spark“ is half of the mavic’s weight. yesterday i thought, a 4 kilo drone would fight the wind with ease.

die lektion, die ich gelernt habe, war, nicht dem schönen, stabilen bild auf dem in den controller eingespannten smartphone zu vertrauen, sondern die drohne immer wieder genau anzusehen, wie sie gegen die turbulenzen in der luft kämpft. die sonst so schnell und problemlos fliegende mavic war ein spielball des winds. ich konnte mir lebhaft vorstellen, wenn sie sich, statt um 40 oder 50 grad zu neigen, 80 oder 90 grad kippt, fällt sie mir einfach aus der luft. deswegen flog ich sie gestern abend relativ niedrig, aber nicht zu niedrig, denn selbst da sah ich ihre höhe durchaus um plusminus einen meter schwanken, obwohl ich nichts dazu beitrug. im foto oben ist eine nette → bewegungsunschärfe zu sehen (unterer bereich). hier ließ ich das gerät mit ca. 30 km/h von mir wegfliegen.

was ich durch das beobachten der drohne auch gelernt habe, war, dass sie durchaus schnell von einem wegfliegt, dann aber schwierigkeiten hat, zurückzukehren. der automatische rückkehrmodus (RTH) berücksichtigt nicht den (gegen)wind, und es gibt auf youtube einige dramatische videos, wo die drohne locker aufs meer hinausfliegt, dann aber nie zurückkehrt. ich flog gestern nicht weiter als bis zum waldrand im hintergrund des fotos. aber auch da merkte ich, dass die mavic durchaus 10 mal so lang braucht, gegen den wind zu fliegen, als mit dem wind. manchmal trug sie der wind weg von mir, obwohl ich sie zu mir fliegen lassen wollte. sie ist nunmal 0,7 kilo leicht. die neue „spark“ von DJI ist halb so leicht, da kann man sich vorstellen, was an meeresklippen passieren kann. plötzlich macht eine viel schwerere drohne sinn. sie kommt gegen den wind an.

verkehrsflussanalyse per | drohne

timelapse drohnenvideo von heute nachmittag, 2x beschleunigt

an diesem um den faktor 2 beschleunigten video sind neben seinem meditativen charakter (flow, haha) einige verkehrstechnische details interessant. irgendwie gefällt mir der UPS-wagen, der wahrscheinlich sonst niemandem auffällt. wichtiger: der silbergraue PKW, der rechts unten im bild versucht, auf die brücke aufzufahren. er muss zwei (!) minuten (im zeitraffer dieses videos also nach minute 1) warten, bis er eine lücke findet, ohne andere zu gefährden. das ist von der verkehrsplanung her ein großer defekt.

praktisch gleichzeitig beginnt sich in der bildmitte auf der rechten spur ein stau zu etablieren, der bei 1:20 eskaliert, weil gleich mehrere fahrzeuge in sowieso schon enge lücken von rechts auf die brücke auffahren wollen. zwei autos fädeln sich messerscharf ein, die fahrer auf der spur müssen bremsen, die ganze spur wird damit schlagartig sehr langsam, manche fahrer weichen auf die linke spur aus, wodurch auch diese anfängt, zu stauen, gegen 1:30 zieht sich der stau bis zur brückenauffahrt unten rechts, erst bei 1:40 (also über eine minute nach beginn) löst sich die irritation auf. man kann sich leicht vorstellen, wie hier auffahrunfälle entstehen. die lösung wäre ein geschwindigkeitstrichter, wie er in neuralgischen autobahnbereichen üblich ist: das system müsste erkennen, wie dicht der verkehr ist und ihn entsprechend geschwindigkeitsmäßig drosseln. bei geringerer geschwindigkeit sind nicht unbedingt die lücken, wo man jemanden von rechts einfahren lässt, größer, aber die gefahr, dass es zu harten bremsmanövern kommt, verschwindet. als kleine pointe fährt am schluss die straßenbahn, die in köln schmeichelhaft „u-bahn“ genannt wird, offiziell aber stadtbahn heißt, die brücke hoch.

noch eins, 4x schneller als in wirklichkeit

dieses kurz zuvor entstandene video ist weniger ergiebig. ich mag die frau, die ihr kind und die tasche in den wagen lädt, bevor sie selbst einsteigt. und ich zähle bei den mehreren hundert autos nur 10 rote. der deutsche fährt ganz gern schwarz und grau, notfalls auch weiß, aber alles, was im farbspektrum daneben liegt, hat seltenheitswert. es gibt, obwohl sich um die uhrzeit bereits die rush hour anbahnt und deutlich mehr verkehr aus der stadt heraus, also nach links fährt, eine stelle, wo auf der fahrbahn oben kein einziges auto zu sehen ist. achso: ein motorrad habe ich gesehen, grau auf grau.

vorsicht, links passiert | was

dank der zeitlupe (120 fps bei 720er auflösung in meinem in die jahre gekommenen android smartphone) zufällig festgehalten. mir fällt die „über“alterung an dieser straßenecke auf. vorher wimmelte es von genervten müttern, die in die boutique gegen wollten, während die kids mit sandspielzeug ausgerüstet ostsee im sinn hatten.

 

in slomo fällt was um. video: ms

trimedialität gibt’s nicht | kostenlos

trimedialer beitrag auf nyt.com

in allen möglichen sendern und zeitungsredaktionen verbreitet sich das wort „trimedialität“. das ist mehr als ein buzzword, es bedeutet nämlich, dass man print/ton, foto/film, internet nicht unbedingt trennen kann. in den rundfunkredaktionen, die ich so kenne, bekommt deswegen seit jahren die online-redaktion immer mehr gewicht, und für typische radiojournalisten werden tarife ausgehandelt, damit sie ihre fotos vom interview- oder reportageort auch ordentlich honoriert bekommen.

im bild oben ist ein artikel in der heutigen new york times zu sehen, in dem sich patrick kingsley mit erdogans türkei beschäftigt. der klick → darauf startet eine diashow mit schlagzeilenartig eingesetzten texten des autors, seiner stimme und einigen kurzen filmclips. kein herausstechendes beispiel von trimedialität, sondern typisch trimedialer alltag. der autor musste dafür filmen, sprechen und texte schreiben können, die internetgerecht sind. hoffentlich wird er ordentlich honoriert, falls er nicht eh fest angestellt ist.

auch den festangestellten wird durch die trimedialität immer mehr arbeit aufgehalst. das führt einerseits dazu, dass sie ihre kernkompetenzen erweitern müssen, was ja nicht schlecht ist, aber andererseits zu weiterer arbeitsverdichtung und demotivation.

wenn mich ein öffentlich-rechtlicher sender bitten würde, für meine nächste größere sendung eine trimediale strecke wie die von patrick kinsley anzulegen, würde ich sagen: gern. und das kostet ein trimediales honorar, nämlich das dreifache des normalen honorars.

so ist es aber nun leider nicht. deswegen nur gut, dass die gewerkschaft hier druck macht und dass sich manche autoren und redakteure wehren: trimedialität gibt’s nicht für lau.

living with the magic of the | mavic

… oder: vom zusammenleben mit der kleinsten semiprofessionellen drohne, der mavic pro von DJI. in englisch und deutsch. eine erfahrungssammlung.

tripodindoors

the mavic pro is an amazing photo/video drone with some flaws and several things to think about when getting used to it. here is a growing list of my experiences which you don’t find in the manual. most considerations apply to all photo drones.

firstly, keep in mind that a photo drone is two things in one: a camera and a flying machine. if you have never flown a drone before you will see that both things are merely compromises until you progress. in order to become a drone pilot you need lots of practice. a drone flies differently from a boeing aircraft or a fighter plane in a computer game. a key thing is to know where the front of the drone is, because all your joystick movements rely on the orientation of the mavic. example: if the drone is 20 meters away from a tree and you try to fly it more into the open, you can easily navigate it into the tree – where it crashes and falls to the ground.

if you invoke the wrong motion, think of the pause button on the controller. it makes the mavic halt and stay where it is. then take your time to find the front of the aircraft, rotate it smoothly, check what the camera tells you about north and south, rotate the drone so that its rear points to the tree and then slowly move the right joystick forward.

the mavic is a fast drone. it accelerates astonishingly fast and thus may land easily, within seconds, in a tree or at the wall of a house.

there is a mode which is called „tripod„. very good for first exercise. it makes the mavic very slow. don’t enter s-mode using the slider on the right. s = sports mode makes the aircraft very sporty. an option for smooth videos is the cinematic mode which is not good for beginners either because it slows down not only fast joystick movements but also braking. and there is a dangerous mode called „tap fly„: you select an object on the smartphone screen, and the mavic shoots off in that direction. i tried that today again. i showed the drone camera my humble self, and it accelerated towards me, over me and off it went. behind me were trees! pause button as the last rescue.

if you think you’re drone is getting into problems, press the pause button and then check things above. if there’s nothing above the mavic, fly it to a higher altitude in order to get a better overview of things.

the mavic has optical sensors to the front and to the buttom. they work within a range of over 10 meters. however, complex, „airy“ objects like trees might not be detected properly, and if the drone is flying fast it might not be able to stop anyway. the sports mode deactivates the front sensors.

small, super fast ready for take-off

fly the mavic close to you, let it circle around you. there are tracking and spotlight modes which help you with such complex movements. when you try out your own manual circle path, be not too close to the ground and check if there is enough space around you in case you apply the „wrong“ joystick pressure.

a strange thing about drones is that they can fly far away from us. in airplanes and cars we normally sit inside the moving object. the mavic is all alone on her (its?) trip. because of that distance we don’t see how close the drone is from a house or a car or a high tree or a power line. we have to rely on the camera. so learn to rotate the mavic and its gimble (which carries the camera).

if you record video or stills, they are stored in a decent resolution on your smartphone – with the sound you hear on the ground, the drone’s propellers, the conversation with your friend. the drone itself stores a high res version of the same material on its built in SD-card.

don’t fly the mavic inside buildings – until DJI finds a solution to this. there’s a flaw which can easily cause crashes: the drone is in ATTI mode which means it listens to you, you control its position, it does not know where it is. if then, all of a sudden, a GPS signal comes in through a window, the mavic autonomously switches to GPS-mode and tries to, autonomously, „correct“ its position. in that case it almost certainly flies against a wall and you can’t stop it! from what i heard, other DJI drones have a button on the controller to explicitly disable GPS.

and be careful flying it at night. under some countries‘ law it’s prohibited anyway. but if you do fly at night, be aware of the optical sensors not seeing much. this becomes problematic when the mavic needs precision maneouvres, for example for landing. even with excellent GPS signals it tends to hover unstably, drift off into all directions, and when you finally attempt to land it, it won’t detect the ground; so you might have to apply extra care settling it smoothly in the grass.

similar irritations appear when the mavic is close to a smooth water surface. i flew it over a lake in bright light, and when lowering the altitude and getting 5 or so metres above the lake’s surface, the thing did irritating motions like slowly descending further (which i did not invoke).

die mavic pro ist eine erstaunliche drohne zum filmen und fotografieren. sie hat einige probleme, vor allem aber möchte ich hier in einer wachsenden liste auf dinge hinweisen, die mir in den ersten wochen mit dem gerät auffielen, und die nicht in der bedienungsanleitung stehen.

zunächst mal ist es gut zu wissen, dass wir als autofahrer wissen müssen, wie wir ein auto fahren, aber nichts weiter. beim fliegen lassen einer fotodrohne ist man zweierlei: pilot und fotograf. wer nie zuvor eine drohne geflogen hat, wird merken, dass man nicht beides gleich gut sein kann. und aus gründen der sicherheit sollte man sich anfangs auf die navigation konzentrieren. das filmen kommt später.

drohnen fliegen anders als normale flugzeuge, auch anders als die kampfjets in computerspielen. sie stehen wahnsinnig stabil an einem punkt in der luft, und wenn man sie nach vorn bewegen will, muss man wissen, wo vorn ist – bei einer drohne nicht trivial. die roten lichter der mavic sind vorn, das grüne hinten. davon sieht man aber bereits auf eine entfernung von 20 metern praktisch nichts mehr. wenn man in der nähe eines baums oder hauses ist, kann eine falsche joystickbewegung katastrophal sein. wenn die drohne 5 meter entfernt von der hausmauer in der luft steht, mit dem hinterteil zur hauswand, und man meint, man möchte sie „zurück“-holen und zieht den rechten joystick beherzt zu sich, fliegt man die mavic direkt in die wand rein. also: erst in ruhe checken, wo vorn ist.

Im falle von unsicherheiten ist der pause-knopf auf dem controller gold wert. vielleicht muss man zur orientierung auch mal nach oben fliegen – aber vorher gucken, ob alles frei ist. es könnte ja ein dachgiebel vorstehen. die mavic ist sehr schnell, und in der grundstellung, so wie sie ausgeliefert wird, fliegt sie auch sehr ruppig. sobald wir nicht mehr beschleunigen, bleibt sie fast ruckartig in der luft stehen usw.

es gibt den „tripod“-modus, wobei tripod für stativ steht. in dieser stellung wird die mavic sehr langsam und träge. ideal für erste experimente. das gegenteil ist der sport-modus, den man über den rechten schieberegler (oft aus versehen) aktiviert. vorsicht! auch der „cinematic“-modus wirkt sich auf die flugeigenschaften aus, indem die mavic nämlich schnell fliegt, sich sanft dreht usw. das problem für anfängerübungen mit diesem modus ist, dass er auch langsam abbremst.

die mavic hat optische sensoren vorn und unten. sie erkennen objekte in bis zu 15 metern abstand, aber nicht unbedingt so luftige strukturen wie die blätter von bäumen. im sport-modus sind zudem die front-sensoren deaktiviert.

ein gefährlicher modus, den ich auch jetzt noch vermeide, ist „tap fly“, auch „target“-mode genannt. dabei tippt man am smartphone-bildschirm ein objekt im sichtbeteich der kamera an, und ab geht die drohne. ich habe die drohne heute mal 100 meter entfernt, 20 meter hoch auf mich blicken lassen, auf tap fly getippt und dann auf mich, und die mavic flog sehr schnell in meine richtung und über mich hinweg – richtung bäume. diesen modus kann man, wie alle, abbrechen, aber bei der aufregung muss man erstmal den richtigen menüeintrag dafür finden.

ich würde die mavic anfangs immer schön nah bei mir selbst halten und dann zum beispiel probieren, wie ich sie manuell, also nur mit den joysticks, um mich herum kreisen lasse. mit den tracking- und spotlight-modi geht das mehr oder weniger automatisch, aber es ist klug, ohne diese tools kreise, schleifen, bögen zu fliegen, dann gemischt mit hoch-runter-bewegungen.

ein seltsames ding mit drohnen ist, dass sie weit weg fliegen können. in flugzeugen und autos sitzen wir immer drin, die mavic geht mit ihren 1000 € allein auf die reise, und oft wissen wir nicht, wo sie genau ist, insbesondere wissen wir nicht, wie nah die drohne an einer wand oder an einem baum ist, und aus 200 metern distanz können wir auch die höhe nur schlecht einschätzen. also immer kamera checken, und um den überblick zu gewinnen, pause-taste drücken und, falls möglich ordentlich nach oben gehen.

man kann natürlich auch als anfänger schon filmen und fotografieren. die filme werden lokal auf dem smartphone in akzeptabler auflösung gespeichert (mit dem ton unten, also wie wir mit unseren freunden reden und wie die ankommende drohne summt). die höhere auflösung aber speichert die drohne selbst auf der eingebauten SD-karte.

ich würde die mavic vorerst nicht in innenräumen fliegen lassen, weil ich schon zwei gecrasht habe. das problem scheint zu sein, dass die drohne im ATTI-modus sich allein auf unsere steuerung verlässt, weil sie ja kein GPS-signal emfängt, und das ist auch gut so. falls dann aber der ein oder andere satellit zufällig zum fenster reinfunkt, schaltet die mavic automatisch auf GPS-modus um, sucht sich eine neue position und schießt davon, gegen die wand. sie reagiert dabei nicht mehr auf unseren controller. andere drohnen von DJI haben, soweit ich das richtig verstanden habe, einen eigenen knopf am controller, um GPS explizit auszuschalten.

auch das fliege nachts (in deutschland verboten) ist problematisch, weil die optischen sensoren nicht mehr viel sehen und das präzise agieren in engeren zusammenhängen (etwa nahe an mauern oder beim landen) von unerwünschten eigenbewegungen begleitet werden. auch sehen die bodensensoren das gras nicht, auf dem wir landen wollen, sodass wir die drohne manuell und sehr vorsichtig aufsetzen müssen.

ähnliches abdriften passiert über wasser. ich flog die mavic bei sonnenschein über einen see, ließ sie beim zurückkommen auf etwa 5 oder 4 meter über dem wasser absinken – worauf sie sich nicht mehr präzise steuern ließ und insbesondere in der höhe schwankte! die bodensensoren sahen offenbar in der glänzenden oder schwarzen oberfläche keine strukturen mehr. es war mir zu riskant, die drohne nah an der wasseroberfläche zu mir zurückfliegen, also stieg ich auf 15 meter hoch, wodurch die präzision wieder hergestellt war, und landete dann am strand, von oben, statt von vorn.

zur im april 2017 in kraft getretenen drohnenverordnung der bundesrepublik siehe → diesen eintrag.

three challenges for a start

 

above you see three scenarios you might want to try when you take your mavic out for a first spin. (A) is the beginner challenge: in the app you find an icon which lets the mavic take off. don’t be shy pressing that icon because it won’t make the drone take off immediately. it presents you a slider which you have to move from left to right and tells you that the mavic will take off now and hover 1.2 meters above the ground. it won’t do anything else. once it’s hovered for a while, move the left joystick towards you (back = down), keep it in that position, and after a second of thought the drone will land just where it took off.

scenario (B) starts the same way. however, when the drone hovers at 1.2 meters above ground, push the left joystick forward (forward = up) smoothly: the aircraft will rise and rise until you let loose of the stick. i suggest 20 meters, which is quite high. when the drone is up there, rotate it using the left joystick: left turns the mavic counterclockwise, right turns it clockwise. look up and check if you see what’s the front and what’s the back. then try the camera: you can tilt the camera down using the wheel next to your left middle finger. take a photo by pressing the button on the controller’s back right. button back left initiates the video recording, pressing it again stops the recording. once you’ve overcome the shock of your 1000 € gadget being so far away from you, use the left joystick again to let it land. it will land pretty close to where it took off. before it actually lands it will hover a second or two. keep the down-joystick pulled, and it will land alright.

scenario (C): make the mavic take off and hover at 1.2 meters. then lift it up to, say 6 meters, let loose of the left joystick, and with the right joystick only try to fly a circle around/above yourself. this is tricky, i know, don’t let the drone shoot off into an unknown direction. smooth movements. keep the circle small. and always check what’s the mavic’s front and what’s its back. hint: try to describe a circle with the right joystick. my friend and collegue christoph today did it much better than me by flying the drone forward (right stick forward) while rotating the aircraft using the left stick.

oben sind zwei harmlose anfängerübungen und eine etwas fortgeschrittenere abgebildet, die es durchaus in sich haben. (A) funktioniert so: in der app gibt es links ein icon für „take off“. das kann man gefahrlos antippen, die drohne startet dann noch nicht. wir müssen erst einen schieberegler auf dem bildschirm nach rechts bewegen und lesen den hinweis, dass die mavic dann starten und 1,2 meter über dem boden in der luft schweben wird. nicht erschrecken! in dieser lage kann man sie sich von allen seiten aus ansehen und sich wundern, wie stabil sie in der luft steht. linker joystick nach unten (unten = sinkflug), und die drohne landet. weil sie vor der landung kurz nachdenkt, bitte joystick schön gezogen halten, bis die rotoren ausgeschaltet sind.

szenario (B) war für mich ein schock, weil die drohne so weit oben war. normaler start wie zuvor, dann linken joystick sanft (!) nach vorn drücken (vorn = hoch), bis am display so 20 meter zu sehen ist. das geht schneller als man denkt. dort oben kann man dann ebenfalls mit dem linken joystick die drohne drehen: joystick links gegen und joystick rechts mit dem uhrzeigersinn. wenn man dabei nach oben sieht, kann man einen ersten eindruck davon bekommen, was bei der drohne vorn und hinten ist. auch die kamera kann man hier mal bewegen, hoch und runter mit dem drehrad am linken mittelfinger. um ein foto zu schießen, beherzt auf den knopf hinten rechts am controller drücken. für video ist der linke knopf da: nochmal drücken, um die videoaufnahme zu stoppen. eine gute übung an dieser stelle ist, sich selbst von oben anzugucken. um die drohne zu landen, linken joystick zu sich ziehen. die mavic sinkt halb so schnell wie sie gestiegen ist, und kurz vor dem boden denkt sie wie schon zuvor nach.

szenario (C) beginnt genau wie oben. wir bringen die drohne aber nicht so hoch, vielleicht auf 6 meter. jetzt kommen nur die rechten joystickbewegungen zum einsatz: wir versuchen damit, einen kreis um/über uns herum zu fliegen. vorsicht mit zu schnellen joystick-auslenkungen, weil die mavic dann gern in eine richtung wegschießt. am besten enge kreise üben. tipp: den rechten joystick sanft (und nicht in alle ecken drückend) langsam im kreis drehen. wobei mein freund und kollege christoph es heute auf anhieb einfacher hinbekam, indem er die drohne dauernd vorwärts fliegen ließ (rechter stick) und dabei drehte (linker stick).

neue drohnen | verordnung

webseite bezirksregierung köln, drohnenaufnahme*

das bundesverkehrsministerium gab anfang april die → neue drohnenverordnung heraus. wichtig ist selbstverständlich die sicherheit, aber man achte auf den ersten satz:

Drohnen bieten ein großes Potenzial – privat wie gewerblich. Immer mehr Menschen nutzen sie. Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen. Für die Nutzung von Drohnen sind deshalb klare Regeln nötig. Um der Zukunftstechnologie Drohne Chancen zu eröffnen und gleichzeitig die Sicherheit im Luftraum deutlich zu erhöhen, habe ich eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Neben der Sicherheit verbessern wir damit auch den Schutz der Privatsphäre.

die regelung enthält einige zuvor nicht existente einschränkungen und einige erleichterungen. klare verhältnisse bestehen zum beispiel jetzt für bundeswasserstraßen (wie den rhein) und autobahnen. die darf man im abstand von mindestens 100 metern befliegen, aber nicht mehr überfliegen. für drohnenpiloten ist es wichtig, diese verordnung proaktiv zu nutzen, das heißt, die von den behörden eingerichteten ansprechstellen zu nutzen.

ich tat das zunächst mitte april, indem ich an drohnen@brd.nrw.de schrieb und fragte, wie sich das denn nun so verhält, wenn ich über dem rhein einen brückenbau und über einem autobahnkreuz dessen struktur dokumentieren wolle, für die wikipedia oder die deutsche presseagentur?

die antwort von der luftfahrtbehörde der bezirksregierung düsseldorf kam zehn tage später und besagte dreierlei:

a) „in den meisten fällen“ kann das überflugverbot (also in dem fall direkt über dem rhein oder der autobahn) dadurch aufgehoben werden, indem man die dafür zuständigen behörden anspricht.

b) wenn die sich weigern, kann man auch bei der luftfahrtbehörde eine ausnahmegenehmigung beantragen. dort werde das verfahren für die abwicklung solcher anträge gerade „intern geklärt“.

c) wenn die sich nicht weigern, muss man der luftfahrtbehörde nichts weiter melden.

für drohnenpiloten wie mich war die grundhaltung der email ermunternd. ich schrieb umgehend die für die autobahnen westlich von köln zuständige dame in der bezirksregierung köln an, bekam umgehend eine automatische antwort, die anfrage werde bearbeitet, hörte dann aber zwei wochen lang nichts. auf weitere nachfrage bekam ich einen rückruf, der mir den überflug der autobahnen verbot. grund: die autobahnsituation sei angespannt genug, außerdem sei eine drohne schon mal runtergefallen und habe dabei fast ein auto getroffen. man gebe nur aufstiegsgenehmigungen für aufnahmen, die der verkehrsstatistik dienten.

ich wies die dame auf die neue drohnenverordnung hin und sagte ihr, ich kann demnach auch 100 meter neben der autobahn aufsteigen und dann von schräg oben fotografieren, hätte das nur gern angemeldet, zum beispiel bei ihr oder bei der zuständigen autobahnmeisterei. die beamtin wusste von der drohnenverordnung nichts, auch nicht von einer ansprechperson in düsseldorf, wollte sich schlau machen und mich zurückrufen. bin gespannt.

unterm strich war die grundhaltung diese: wir haben das noch nie erlaubt, also erlauben wir es auch jetzt nicht, schon gleich gar nicht für die wikipedia (wo die großen autobahnkreuze durchaus ihre eigenen artikel haben). statt: aha, Sie fragen bei uns an, danke! wir schauen mal, ob und wie das in absprache mit der lokalen polizeidienstelle möglich sein könnte.

die drohnentechnik ist weit fortgeschritten. das fliegen und gleichzeitig fotografieren ist ein komplexer doppeljob. also wird es auch in zukunft nicht von den dingern im himmel wimmeln. und wer das ernsthaft zu einem bestimmten öffentlichen zweck betreibt, sollte unterstützt werden.

eine drohne in 20 m höhe stört niemanden. foto: ms/dpa

interessanter weiterer aspekt ist dieser: in bestimmten öffentlichen räumen wie straßen, parks, baggerseen etc. herrscht – man kann es kaum glauben – ein fotografier- und filmverbot. genau betrachtet geht es dabei aber um professionelle aufnahmen, etwa model-shootings oder krimi-drehs, wo mit großem technischen aufwand gearbeitet wird und die naherholungssuchenden deutlich in ihrer ruhe und beweglichkeit eingeschränkt werden. für diese aktionen gibt es eine stelle, die entsprechende drehgenehmigungen erteilt.

ich hörte nun, dass dieselben stellen drohnenaufnahmen mancherorts verbietet, mit hinweis auf das fotografierverbot in öffentlichen naherholungsgebieten. das ist beamtenbürokratischer unsinn, und zwar vor allem aus diesem grund: wer von oben fotografiert, stört niemanden unten. moderne drohnen steigen rasant schnell auf, und schon nach ein, zwei sekunden sind sie für die spaziergänger nicht mehr zu sehen und zu hören. womit die behörde das verwechselt, sind niedrig fliegende drohnen, die ein erholungsgebiet tatsächlich aufmischen können. diese fallen aber nicht unter die drehgenehmigungspflicht, weil sie ja primär fliegen und nicht filmen.**

und schließlich: das verkehrsministerium des bundes sagt, man wolle „der Zukunftstechnologie Drohne Chancen eröffnen und gleichzeitig die Sicherheit im Luftraum deutlich erhöhen„. um damit überhaupt anzufangen, müssen drohnenpiloten üben dürfen. ich weiß aus eigener erfahrung, dass der flug 100 meter über boden nicht trivial ist. beispiel: bei kräftigem höhenwind kommt die drohne evt. nicht mehr dagegen an und driftet ab. sie ist so winzig im himmel zu sehen, dass sie hinterm baum verschwinden kann. was dann? dazu muss man RTH (return to home)-routinen kennenlernen etc.

wer also der zukunftstechnologie chance eröffnen und die sicherheit im luftraum erhöhen will, muss den leuten sagen: ja, übt ordentlich! statt: nee, hier und hier und hier dürft ihr erstmal gar nicht fliegen!

ein spannendes thema für die nahe zukunft.

praktische erfahrung mit dem umgang einer drohne neuester generation → hier.


*bei der obigen aufnahme, gefunden → hier, nennt die bezirksregierung keine quelle. wir (fotografen) können sowas besser.

**die typische antragsregelung für drehgenehmigungen in der stadt oder in parks enthält für boden-aufnahme typische worte wie → hier (drohnen kommen dabei gar nicht vor):

  • eingesetzte Fahrzeuge und Kennzeichen
  • bei Außendreh: Schuss-/Actionszenen angeben
  • Schienenkamera, Kamerakran, Steigerwagen und sonstiges angeben
  • eventuell benötigte Haltverbotzonen inklusive Hausnummer
  • bei Vollsperrung einen geprüften Verkehrslenkungsplan einreichen

 

drone circlin‘ the | B.

in diesem kurzen clip kreist meine chinesische drohne um mein englisches faltrad. am lenker hängt mein kleiner schwedischer rucksack, mit dem kalifornischen tablet und dem japanischen tonaufnahmegerät drin.

auf dem boden liegt (wegen des regens kurz vorher) das gepolsterte plastik, in dem ich die drohne zum transport einwickle und auf dem ich sie entfaltet habe.

sie kreist hier autonom um das rad und richtet auch die optik stets auf das rad aus. wenn sie dabei bisschen hin und her wippt, liegt das daran, dass ich ihr das ganze rad als ziel gab, und das rad sieht nunmal von hinten völlig anders aus als von der seite. die drohne meinte also immer wieder: hä, ist das noch das, worauf ich mich konzentrieren soll?

aufgenommen, beschnitten und mit dem cinema-effekt versehen wurde der clip auf einem koreanischen smartphone mit kalifornischem betriebssystem, wo das bild aus der drohne quasi gespiegelt wird. in der drohne selbst speichert eine koreanische SD-karte denselben clip in viel höherer auflösung und natürlich ohne ton ab.

circlin‘ the B.

stereokamera in | 3D

wenn wir im kino eine 3D-brille aufsetzen, sehen wir bestimmte filme räumlich. die voraussetzung ist, dass der film mit zwei kameras gedreht wurde, die nah beieinander sind – einer stereokamera eben.

im computergenerierten film, der rein auf künstlichen szenen aufbaut (wie toy story), ist dafür auch eine stereokamera zuständig, natürlich eine virtuelle. sie stellt eine szene ähnlich wie hier dar:

3D-szene mit stereokameraansicht

eine ähnliche szene habe ich dann für beide augen, also für die 3D-brille gerendet. man kann die beiden bilder durch leichtes schielen so überlagern, dass man auch ohne hilfsmittel einen tiefen-eindruck bekommt:

stereobild (rechts und links leicht verschieden)

ich habe für meinen lehrkanal über computeranimation dazu ein video erstellt. → hier ist es.

gimme iggy | pop

in einem monat kommt gimme danger von → jim jarmusch ins kino. ich habe den film heute im presse-preview gesehen. ein dokumentarfilm, getragen von → iggy pop, der mit realem namen james osterberg heißt. der film ist über weite strecken komisch, weil osterberg einen schön trockenen humor und seine storys schon tausendmal mit immer guten pointen erzählt hat. also nicht viel neues: zum beispiel, dass er es als schlagzeuger leid war, immer nur die ärsche seiner mitspieler zu sehen und deswegen ans gesangsmikro wechselte. oder die geschichte des ausgeschlagenen schneidezahns beim stagediving, weil niemand im publikum ihn damals, gefühlt 1969, auffing, und er auf den boden knallte.

jarmusch arbeitet mit vielen fernsehzitaten aus den 19560er und -60er jahren, die optisch nichts mit iggy pop oder seiner band, den stooges, zu tun haben, aber das illustrieren, was gerade im interview angesprochen wird. wo es an solchem material fehlt, hilft er mit kleinen, selbstgemachten 2D-animationen nach, die zu den lustigsten elementen von gimme danger gehören.

nach etwa einer stunde ist die luft raus, der film geht quasi zu ende und fängt dann wieder und nochmal wieder an, bis dann am schluss das unvermeidliche comeback der band folgt – vier alte männer vor einem riesigen, handzahmen publikum.

die stooges waren nie eine wirklich erfolgreiche band, es gab dafür viel zu viele brüche (drogen, bühnenchaos, stilfindung etc.). was sie auch nicht waren, in diesem film aber als solche verkauft werden: die urväter des punks. das ist quatsch, denn die urväter kommen aus england, wo der punk mehr mit alkohol als mit kiffen, mehr mit thatcher und der queen als mit dem nachdenken über gute riffs und nachte oberkörper zu tun hatte. die sex pistols kommen nur einmal ganz kurz vor, wo sie einen stooges-song covern. die ramones werden mehrmals am rande angesprochen. im grunde waren sie die band, die die form fand, die die stooges nie fanden. die ramones waren amerikanischer punk, ohne sich so zu nennen. in meinen interviews mit joey ramone sprach er immer nur von rock and roll, nie von punk, warum auch.

interessant fand ich osterbergs begegnung mit david robert jones alias „bowie“. die beiden werden popgeschichtlich immer wieder miteinander verglichen, wohl wegen ihrer androgynen schlangenartigen haltung auf der bühne. dabei trennen beide welten. bowie ist als gesamtkunstwerk, der nie so richtig in einer rockband spielen konnte, etwas völlig anderes als iggy pop, der in detroit in einer „kommunistischen“ WG mit seinen mitmusikern lebte. bowie und iggy hatten kaum miteinander zu tun. iggy pop sagt in dem film über david bowie nur „ja, er war schon cool“, und er deutet an, dass bowie auf den US-punk abfuhr und sich davon input versprach. dabei verstanden die stooges im tiefsten inneren den punk nicht, weil der punk nicht in den weiten des mittleren westens der USA zu hause war, sondern auf den verregneten straßen englischer großstädte.

jim osterberg ist ein sehr sympathischer zeitgenosse; und tausend kreuze, dass er nach seinen jahrzehntelangen drogenerlebnissen so eloquent und klar und mit einem phänomenalen gedächtnis erzählen kann. ich habe → diesen BBC-vortrag (john peel lecture) von ihm sehr gern gehört. jarmuschs liebevolle hommage gimme danger ergänzt das ganz gut.

kopelew hungerstreikt für | sacharow

sacharow und kopelew

die beiden fotos (links andrei sacharow, fofografiert 1989 von vladimir fedorenko; rechts kopelew, fotografiert von elke wetzig (Elya) etwas früher) sind beide in der wikipedia zu finden. ich steuere einen o-ton bei, nämlich aus der ZDF/heute-nachrichtensendung von ende mai 1984. ich habe sie damals mangels VHS-recorder auf audiocassette mitgeschnitten und die cassette heute digitalisiert.


lew kopelew im hungerstreik für den kollegen (ZDF/heute)

lew sinowjewitsch kopelew hat eine für einen sowjetischen intellektuellen im 20. jh. fast typische lebensgeschichte. ein stetes auf und ab zwischen gefeiert und fertig gemacht werden. → andrej dmitrijewitsch sacharow ging es nicht anders. er war ein führender sowjetischer kernwaffen-entwickler, fiel jedoch wegen kritischer politischer einstellung mehrmals in ungnade. 2 jahre nach dem hungerstreik 1984 wurde er per telefonat von michil gorbatschow aus der haft in gorki befreit und gebeten, mit seiner frau nach moskau zzurückzukehren. lew kopelew lebte nach seiner ausreise in den westen im wesentlichen in köln. wer in köln den beethoven-park besucht, kann über den lew-kopelew-weg dorthin gelangen.

charitè serie | erbarmlich

weil charité = erbarmen heißt, nenne ich die serie mal erbarmlich. ich habe die ersten beiden folgen gesehen und musste schon für diese eineinhalb stunden viel erbarmen mitbringen. die bildästhetik (closeups mit großer objektivblende, farbkorrektur richtung braun und blau, enge bildführung wegen des engen historischen sets usw.) hat regisseur sönke wortmann von vor allem englischen vorbildern übernommen, downton abbey, call the midwife etwa. die allererste szene hätte 1:1 aus call the midwife kopiert werden können, weil da auch die ordensschwestern aufgestellt stehen und ihre strengen und streng-gläubigen instruktionen von der oberin empfangen.

das drehbuch von dorothee schön und sabine thor-wiedemann ist – typisch für eine MDR/UFA-produktion – so gestrickt, dass der zuschauer immer ausrufezeichen sieht, statt handlungen. während im großen vorbild der serie, der US-produktion the knick, die zentralen themen (betäubungs- und aufputschmittel, emanzipation der schwarzen und der frauen, sterilität im OP etc.) wie beiläufig gesetzt werden und sich allmählich herauskristallisieren, ist bei charité jede zweite einstellung so platt zielführend, dass man schon weiß, wohin der hase läuft und nicht mehr weitergucken muss. eins von zahllosen beispielen: eine blinddarm-patientin interessiert sich auffällig für ihre OP; da weiß man, dass sie einmal in der klinik arbeiten und dort wertvoll sein wird. oder doch noch eins: ein portraitmaler portraitiert eine schauspielerin; die sieht im atelier ein bild von robert koch und kennt sich plötzlich auffällig mit bakteriologie aus; klar wird daraus die viel beschriebene liebesbeziehung, MDR-mäßig natürlich ausgeweidet bis ins letzte schmonzettentröpfchen, bis zum erbrechen. von den ganzen kaiser-einlagen mit und ohne halsschnitt ganz zu schweigen: da bringen wir dem zuschauer mal bisschen politik 19. jahrhundert bei, aber nicht zu heftig, nicht zu kompliziert … ich höre die redaktion vor angst schlottern.

weil ich aber kein film-, dafür ein ton-experte bin, hier das, was für mich das ausschlusskriterium überhaupt ist: der sound. das hier ist das erste, was man an gesprochenem wort hört, anfang der ersten folge der staffel:


charité-serie anfang: was bitte sagt die frau?

ich verstehe nichts. „Mistschwestern und Wärterinnen?“ keine ahnung. jeder in film und rundfunk weiß, um sich einzuhören, muss man dem konsumenten den ton besonders deutlich machen. er soll nicht fragen: hä, was hat die gesagt? und den fernseher lauter drehen, sondern er muss das ganz selbstverständlich verstehen.

paar sätze später sagt die schwester oberin „mit guter Pflege“. sie spricht es aber aus wie „mit butta flege“. ich habe es dreimal anhören müssen, um es zu verstehen:


charité: mit butta flege

etwas später: was soll das heißen? „Hartmut kann die Lücken“?


charitè: hartmut kann lücken

hier die soundwelle dazu:

die silben müssten viel deutlicher herausstechen

selbst bei akustisch weniger problematischen stellen wie in der folgenden szene stellt sich die frage, warum der hauptdarsteller in einem akustisch wunderbar trockenen raum so einen hall drauf hat:


charité: ernst stötzner alias virchow

die ton-behandlung in der serie charité ist, wie in vielen tatort-produktionen auch, eine katastrophe. es muss, wie oft im deutschen fernsehen, so gewesen sein, dass redakteure die staffel abnahmen und dabei das drehbuch lasen. sorry, kollegInnen, wir leben im 21. jahrhundert, und seit „Der Pate“ gelten andere regeln für ton im film!

ich will nur mal als beispiel den ton in einer beliebigen aktuellen angelsächsischen produktion zeigen, dem gerade zu ende gegangenen BBC-dreiteiler → the replacement. zwei leute in einer wohnung, der raum mit viel weniger teppich und büchern voll als beim obigen ausschnitt, beide völlig klar verständlich:


BBC: the replacement

the replacement: selbst leise worte sind deutlich

zum vergleich, beide „trockenen“ räume hintereinander: charité und the replacement:


ARD charité vs. BBC the replacement

und schließlich, ganz wichtig: auch in akustisch komplexerem umfeld, wo bei charité, wie auch bei vielen deutschen produktionen praktisch nur noch lippenlesen hilft, ist hier alles glasklar, sehr mikrofon-präsent verständlich:


the replacement, komplexer hintergrund

the replacement | BBC

neue miniserie auf BBC 1. eine brilliante architektin zieht einen riesen-deal zum bau einer modernen bibliothek an land – und wird just dann schwanger. ab da wird sie schlagartig anders von ihren kollegen behandelt, obwohl diese progressiv und ihr sehr zugewandt sind. für ihre eltern-auszeit sucht sich die büroleitung eine hoch ambitionierte architektin (oben rechts im bild), und dann schält sich etwas lamgsam und zäh heraus, dass die neue gar nicht gut ist, wie sie tut.

der guardian sieht in dem psychothriller hitchcock-elemente. ja, das ende der gestern ausgestrahlten ersten episode hatte sowas. mal gucken, wie’s weitergeht.

gefährlicher schulweg in | chicago

chicago schießereien 2016 (nyt)

die grafik der new york times oben basiert auf daten der city of chicago. sie zeigt in rot die orte, wo im jahr 2016 schusswechsel stattfanden, viele davon mit todesfolge. blau eingezeichnet wege, die relativ sicher und teilweise von freiwilligen helfern bewacht sind. „bloomingberg home“ bezeichnet das haus, wo die familie bloomingberg mit drei schulpflichtigen kindern wohnt. sechs kollegen der times* gingen der frage nach, wie die kinder einigermaßen sicher in die schule kommen und haben dazu ein kurzes video gedreht, nämlich → dieses hier.


*Haeyoun Park, Larry Buchanan, Taige Jensen, Yuliya Parshina-Kottas, Rick Gershon, Alexandra Garcia

virtuelle realität auf der | gamescom

kleine rundschau am pressetag der gamescom in köln. das 12-minütige video zeigt folgende stationen. die meisten haben mit VR (virtuteller realität) zu tun.

12 minuten rundlauf auf der gamescom am pressetag. video: ms

am stand des game engine-herstellers unity fährt eine frau ski (ADAM). sie trägt eine VR-brille und hat controller an beiden händen. michał wróblewski (SetApp) beschreibt das problem mit dem fallen und anstoßen in VR.

4’00: besuch eines fast beliebigen gangs mit diversen spielen, auch einem mit VR (Blue Effect).

6’00: um die immersion bei VR noch tiefer zu gestalten, muss man sich hinsetzen. hier sind einige stühle zu sehen, die die VR-interaktion mithilfe verschiedener eingebauter motoren (zum drehen, neigen etc.) ermöglichen. am stand von youzu spielt eine band „You got the love“, und junge frauen, gekleidet als engel, bewerben das spiel League of Angels.

7’40: mini-autorennen mit smartphones als controller zum überholen. die autos durchfahren die strecke einmal, um sie zu vermessen, anschließend autonom. die steuerung ermöglicht beschleunigungsmanöver zum überholen. das basisset kostet erstaunlich wenig, fand ich: ca. 100 €.

8’45: drachenflug mit realen controls an den händen und VR-brille. der flieger wird mit einem kran in die luft gehoben, um das frei schwebende gefühl zu bekommen. den rest erledigt er beim flug über die großstadt mit den controllern an den händen, und über die VR-brille guckt er sich die rundum-landschaft an. (Blockship)

10’30: samsung lädt in gruppen von ca. 100 leuten zu einer achterbahn-runde ein. sie sitzen auf den oben gezeigten beweglichen sitzen und tragen VR-brillen

12’15: ebenfalls bei samsung fährt ein junge ein BMW-motorrad durch eine landschaft. das reale motorrad ist dabei bewegungslos, alles, was der junge tun kann, ist, sich durch neigung des kopfs in die kurve zu legen, und er guckt sich über die VR-brille in ruhe die 3D-landschaft an.

zoo | mania

zoomania_pressezettel

das ist der beste disney-film seit langem. ich war vorhin in der pressevorstellung, amerikanisches original, 3D. im unterschied zu dem auch sehr gelungenen rapunzel neu verföhnt und dem ebenfalls sehenswerten alles steht kopf hat zoomania fast keine durchhänger. gesungen wird nur einmal, und da passt es gut und hält nicht auf, denn wir fahren bahn: eine der schönsten bahnfahrten in der filmgeschichte überhaupt. sie führt unsere hauptdarstellerin, der ersten häsin als polizistin, vom flachen land der möhren in die wilde großstadt, eben zoomania.

das drehbuch ist für einen disney-film ungewöhnlich, denn die geschichte ist praktisch zu ende, die polizeikarriere besiegelt, der verbrecher sind gefasst, happy end …. da stellt sich das happy end innerhalb weniger minuten als foul heraus. was danach folgt, ist ein politischer parcours. wir erleben die emanzipation der sozial geächteten minderheit (raubtiere) gegenüber einer übermächtigen mehrheit (keine raubtiere). der erste teil des films ist ein action-abenteuer mit bisschen liebe. der zweite teil beginnt mit tränen in einer unterführung, wird zur spionageaffaire und ist viel erwachsener. wenn man streng ist, kann man kritisieren, dass die beiden teile nur über eine hilfskonstruktion miteinander zusammenhängen und bestimmte plots nirgends vorbereitet, sondern einfach aus dem hut gezaubert wurden (gängiges problem bei den meisten fernsehkrimis). für mich waren’s einfach zwei filme in 110 unterhaltsamen kinominuten. vielleicht sogar vier filme, wenn man die vorgeschichte und die party am ende mitrechnet.

die animati0n ist großartig, das licht vorbildhaft natürlich, auch in sehr verschiedenen umgebungen. sonne, schnee, regen, nebel. die charaktere sind stimmig modelliert und animiert. das drehbuch enthält so viel binnenkomik, dass selbst bei der pressevorführung reichlich gelacht wurde. vor allem – diese sequenz könnte ins kollektive gedächtnis eingehen – die slow motion-amtsszene mit den faultieren.

der film läuft im märz in deutschen kinos an. über die deutsche synchronfassung kann ich nichts sagen. die amerikanischen stimmen sind vom feinsten.

shakiraAlsGazelle

die gazelle „shakira“. disney

teleGene kunst | in bonn


zwei minuten impressionen von der → TeleGen-ausstellung in bonn

sehr humorige und von der menge der künstler her ziemlich umfassende ausstellung über kunst rund ums fernsehen. der schwerpunkt liegt beim frühen fernsehen, als das phänomen der bewegt-bild-übertragung zahllose künstler inspirierte, (un)sinn damit zu treiben. mein kurzes video ist nur teilweise repräsentativ, weil es das zeilenwandern, das flimmern bei 50 Hz bildwechselfrequenz zu stark zeigt. in der ausstellung im kunstmuseum bonn sieht man weniger flimmern. nur bei → nam june paik flimmert’s unentwegt, weil ein starker magnet über dem farbfernseher liegt.

zehrersFernsehschleifen

auch → joseph zehrers farbsekunde von 1990 ist hier ausgestellt.

Günther-Uecker---TV-auf-Tisch---1963

„TV auf Tisch“ (1963) von → günther uecker

smartphone-kamera | vs. spiegelreflex

kai-uwe waerner - portrait

kai-uwe waerner. foto: kuw

für den deutschlandfunk habe ich ein interview mit kai-uwe waerner geführt, einem langjährigen fotografen und bildredakteur bei der dpa/picturealliance in frankfurt am main. ich kenne kai-uwe seit einigen jahren. wir hatten unter anderem einmal damit zu tun, das dpa-portal mit videos zu bestücken – ein versuch, der im experimentalstadium steckenblieb. ich muss rückblickend sagen, ich hatte mich getäuscht, was die wichtigkeit von videoclips für die onlineportale von zum beispiel zeitungen oder auch für das fernsehen spielt: das bild (foto und illustration) hat einen boom erlebt, es ist so schön statisch; während jeder filmclip zunächst einmal nach werbung oder zumindest störung aussieht. wer die exquisiten videostrecken der new york times sehen will, klickt explizit auf sie, und die redaktion bemüht sich, alles bildmaterial selbst zu drehen, statt auf stock-videos zurückgreifen zu müssen.

egal. mit kai-uwe wärner sprach ich 20 minuten über digitale fotografie unter dem aspekt, dass die handys eine immer wichtigere stellung einnehmen. in der → sendung gestern lief das interview in einer vierminütigen fassung, kollege wolfgang noelke lieferte im anschluss dann → technische details zu sensoren und datenverabeitung in beiden systemen. hier das ungeschnittene interview (mit zwei, drei detailfehlern, die kein wunder sind, weil wir nichts vorbereitet hatten). kai-uwe ist zurzeit in thailand, wohin ich herzlich grüße!

 


kai-uwe waerner, komplettes interview, dezember 2015