drone circlin‘ the | B.

in diesem kurzen clip kreist meine chinesische drohne um mein englisches faltrad. am lenker hängt mein kleiner schwedischer rucksack, mit dem kalifornischen tablet und dem japanischen tonaufnahmegerät drin.

auf dem boden liegt (wegen des regens kurz vorher) das gepolsterte plastik, in dem ich die drohne zum transport einwickle und auf dem ich sie entfaltet habe.

sie kreist hier autonom um das rad und richtet auch die optik stets auf das rad aus. wenn sie dabei bisschen hin und her wippt, liegt das daran, dass ich ihr das ganze rad als ziel gab, und das rad sieht nunmal von hinten völlig anders aus als von der seite. die drohne meinte also immer wieder: hä, ist das noch das, worauf ich mich konzentrieren soll?

aufgenommen, beschnitten und mit dem cinema-effekt versehen wurde der clip auf einem koreanischen smartphone mit kalifornischem betriebssystem, wo das bild aus der drohne quasi gespiegelt wird. in der drohne selbst speichert eine koreanische SD-karte denselben clip in viel höherer auflösung und natürlich ohne ton ab.

circlin‘ the B.

stereokamera in | 3D

wenn wir im kino eine 3D-brille aufsetzen, sehen wir bestimmte filme räumlich. die voraussetzung ist, dass der film mit zwei kameras gedreht wurde, die nah beieinander sind – einer stereokamera eben.

im computergenerierten film, der rein auf künstlichen szenen aufbaut (wie toy story), ist dafür auch eine stereokamera zuständig, natürlich eine virtuelle. sie stellt eine szene ähnlich wie hier dar:

3D-szene mit stereokameraansicht

eine ähnliche szene habe ich dann für beide augen, also für die 3D-brille gerendet. man kann die beiden bilder durch leichtes schielen so überlagern, dass man auch ohne hilfsmittel einen tiefen-eindruck bekommt:

stereobild (rechts und links leicht verschieden)

ich habe für meinen lehrkanal über computeranimation dazu ein video erstellt. → hier ist es.

gimme iggy | pop

in einem monat kommt gimme danger von → jim jarmusch ins kino. ich habe den film heute im presse-preview gesehen. ein dokumentarfilm, getragen von → iggy pop, der mit realem namen james osterberg heißt. der film ist über weite strecken komisch, weil osterberg einen schön trockenen humor und seine storys schon tausendmal mit immer guten pointen erzählt hat. also nicht viel neues: zum beispiel, dass er es als schlagzeuger leid war, immer nur die ärsche seiner mitspieler zu sehen und deswegen ans gesangsmikro wechselte. oder die geschichte des ausgeschlagenen schneidezahns beim stagediving, weil niemand im publikum ihn damals, gefühlt 1969, auffing, und er auf den boden knallte.

jarmusch arbeitet mit vielen fernsehzitaten aus den 19560er und -60er jahren, die optisch nichts mit iggy pop oder seiner band, den stooges, zu tun haben, aber das illustrieren, was gerade im interview angesprochen wird. wo es an solchem material fehlt, hilft er mit kleinen, selbstgemachten 2D-animationen nach, die zu den lustigsten elementen von gimme danger gehören.

nach etwa einer stunde ist die luft raus, der film geht quasi zu ende und fängt dann wieder und nochmal wieder an, bis dann am schluss das unvermeidliche comeback der band folgt – vier alte männer vor einem riesigen, handzahmen publikum.

die stooges waren nie eine wirklich erfolgreiche band, es gab dafür viel zu viele brüche (drogen, bühnenchaos, stilfindung etc.). was sie auch nicht waren, in diesem film aber als solche verkauft werden: die urväter des punks. das ist quatsch, denn die urväter kommen aus england, wo der punk mehr mit alkohol als mit kiffen, mehr mit thatcher und der queen als mit dem nachdenken über gute riffs und nachte oberkörper zu tun hatte. die sex pistols kommen nur einmal ganz kurz vor, wo sie einen stooges-song covern. die ramones werden mehrmals am rande angesprochen. im grunde waren sie die band, die die form fand, die die stooges nie fanden. die ramones waren amerikanischer punk, ohne sich so zu nennen. in meinen interviews mit joey ramone sprach er immer nur von rock and roll, nie von punk, warum auch.

interessant fand ich osterbergs begegnung mit david robert jones alias „bowie“. die beiden werden popgeschichtlich immer wieder miteinander verglichen, wohl wegen ihrer androgynen schlangenartigen haltung auf der bühne. dabei trennen beide welten. bowie ist als gesamtkunstwerk, der nie so richtig in einer rockband spielen konnte, etwas völlig anderes als iggy pop, der in detroit in einer „kommunistischen“ WG mit seinen mitmusikern lebte. bowie und iggy hatten kaum miteinander zu tun. iggy pop sagt in dem film über david bowie nur „ja, er war schon cool“, und er deutet an, dass bowie auf den US-punk abfuhr und sich davon input versprach. dabei verstanden die stooges im tiefsten inneren den punk nicht, weil der punk nicht in den weiten des mittleren westens der USA zu hause war, sondern auf den verregneten straßen englischer großstädte.

jim osterberg ist ein sehr sympathischer zeitgenosse; und tausend kreuze, dass er nach seinen jahrzehntelangen drogenerlebnissen so eloquent und klar und mit einem phänomenalen gedächtnis erzählen kann. ich habe → diesen BBC-vortrag (john peel lecture) von ihm sehr gern gehört. jarmuschs liebevolle hommage gimme danger ergänzt das ganz gut.

kopelew hungerstreikt für | sacharow

sacharow und kopelew

die beiden fotos (links andrei sacharow, fofografiert 1989 von vladimir fedorenko; rechts kopelew, fotografiert von elke wetzig (Elya) etwas früher) sind beide in der wikipedia zu finden. ich steuere einen o-ton bei, nämlich aus der ZDF/heute-nachrichtensendung von ende mai 1984. ich habe sie damals mangels VHS-recorder auf audiocassette mitgeschnitten und die cassette heute digitalisiert.


lew kopelew im hungerstreik für den kollegen (ZDF/heute)

lew sinowjewitsch kopelew hat eine für einen sowjetischen intellektuellen im 20. jh. fast typische lebensgeschichte. ein stetes auf und ab zwischen gefeiert und fertig gemacht werden. → andrej dmitrijewitsch sacharow ging es nicht anders. er war ein führender sowjetischer kernwaffen-entwickler, fiel jedoch wegen kritischer politischer einstellung mehrmals in ungnade. 2 jahre nach dem hungerstreik 1984 wurde er per telefonat von michil gorbatschow aus der haft in gorki befreit und gebeten, mit seiner frau nach moskau zzurückzukehren. lew kopelew lebte nach seiner ausreise in den westen im wesentlichen in köln. wer in köln den beethoven-park besucht, kann über den lew-kopelew-weg dorthin gelangen.

charitè serie | erbarmlich

weil charité = erbarmen heißt, nenne ich die serie mal erbarmlich. ich habe die ersten beiden folgen gesehen und musste schon für diese eineinhalb stunden viel erbarmen mitbringen. die bildästhetik (closeups mit großer objektivblende, farbkorrektur richtung braun und blau, enge bildführung wegen des engen historischen sets usw.) hat regisseur sönke wortmann von vor allem englischen vorbildern übernommen, downton abbey, call the midwife etwa. die allererste szene hätte 1:1 aus call the midwife kopiert werden können, weil da auch die ordensschwestern aufgestellt stehen und ihre strengen und streng-gläubigen instruktionen von der oberin empfangen.

das drehbuch von dorothee schön und sabine thor-wiedemann ist – typisch für eine MDR/UFA-produktion – so gestrickt, dass der zuschauer immer ausrufezeichen sieht, statt handlungen. während im großen vorbild der serie, der US-produktion the knick, die zentralen themen (betäubungs- und aufputschmittel, emanzipation der schwarzen und der frauen, sterilität im OP etc.) wie beiläufig gesetzt werden und sich allmählich herauskristallisieren, ist bei charité jede zweite einstellung so platt zielführend, dass man schon weiß, wohin der hase läuft und nicht mehr weitergucken muss. eins von zahllosen beispielen: eine blinddarm-patientin interessiert sich auffällig für ihre OP; da weiß man, dass sie einmal in der klinik arbeiten und dort wertvoll sein wird. oder doch noch eins: ein portraitmaler portraitiert eine schauspielerin; die sieht im atelier ein bild von robert koch und kennt sich plötzlich auffällig mit bakteriologie aus; klar wird daraus die viel beschriebene liebesbeziehung, MDR-mäßig natürlich ausgeweidet bis ins letzte schmonzettentröpfchen, bis zum erbrechen. von den ganzen kaiser-einlagen mit und ohne halsschnitt ganz zu schweigen: da bringen wir dem zuschauer mal bisschen politik 19. jahrhundert bei, aber nicht zu heftig, nicht zu kompliziert … ich höre die redaktion vor angst schlottern.

weil ich aber kein film-, dafür ein ton-experte bin, hier das, was für mich das ausschlusskriterium überhaupt ist: der sound. das hier ist das erste, was man an gesprochenem wort hört, anfang der ersten folge der staffel:


charité-serie anfang: was bitte sagt die frau?

ich verstehe nichts. „Mistschwestern und Wärterinnen?“ keine ahnung. jeder in film und rundfunk weiß, um sich einzuhören, muss man dem konsumenten den ton besonders deutlich machen. er soll nicht fragen: hä, was hat die gesagt? und den fernseher lauter drehen, sondern er muss das ganz selbstverständlich verstehen.

paar sätze später sagt die schwester oberin „mit guter Pflege“. sie spricht es aber aus wie „mit butta flege“. ich habe es dreimal anhören müssen, um es zu verstehen:


charité: mit butta flege

etwas später: was soll das heißen? „Hartmut kann die Lücken“?


charitè: hartmut kann lücken

hier die soundwelle dazu:

die silben müssten viel deutlicher herausstechen

selbst bei akustisch weniger problematischen stellen wie in der folgenden szene stellt sich die frage, warum der hauptdarsteller in einem akustisch wunderbar trockenen raum so einen hall drauf hat:


charité: ernst stötzner alias virchow

die ton-behandlung in der serie charité ist, wie in vielen tatort-produktionen auch, eine katastrophe. es muss, wie oft im deutschen fernsehen, so gewesen sein, dass redakteure die staffel abnahmen und dabei das drehbuch lasen. sorry, kollegInnen, wir leben im 21. jahrhundert, und seit „Der Pate“ gelten andere regeln für ton im film!

ich will nur mal als beispiel den ton in einer beliebigen aktuellen angelsächsischen produktion zeigen, dem gerade zu ende gegangenen BBC-dreiteiler → the replacement. zwei leute in einer wohnung, der raum mit viel weniger teppich und büchern voll als beim obigen ausschnitt, beide völlig klar verständlich:


BBC: the replacement

the replacement: selbst leise worte sind deutlich

zum vergleich, beide „trockenen“ räume hintereinander: charité und the replacement:


ARD charité vs. BBC the replacement

und schließlich, ganz wichtig: auch in akustisch komplexerem umfeld, wo bei charité, wie auch bei vielen deutschen produktionen praktisch nur noch lippenlesen hilft, ist hier alles glasklar, sehr mikrofon-präsent verständlich:


the replacement, komplexer hintergrund

the replacement | BBC

neue miniserie auf BBC 1. eine brilliante architektin zieht einen riesen-deal zum bau einer modernen bibliothek an land – und wird just dann schwanger. ab da wird sie schlagartig anders von ihren kollegen behandelt, obwohl diese progressiv und ihr sehr zugewandt sind. für ihre eltern-auszeit sucht sich die büroleitung eine hoch ambitionierte architektin (oben rechts im bild), und dann schält sich etwas lamgsam und zäh heraus, dass die neue gar nicht gut ist, wie sie tut.

der guardian sieht in dem psychothriller hitchcock-elemente. ja, das ende der gestern ausgestrahlten ersten episode hatte sowas. mal gucken, wie’s weitergeht.

gefährlicher schulweg in | chicago

chicago schießereien 2016 (nyt)

die grafik der new york times oben basiert auf daten der city of chicago. sie zeigt in rot die orte, wo im jahr 2016 schusswechsel stattfanden, viele davon mit todesfolge. blau eingezeichnet wege, die relativ sicher und teilweise von freiwilligen helfern bewacht sind. „bloomingberg home“ bezeichnet das haus, wo die familie bloomingberg mit drei schulpflichtigen kindern wohnt. sechs kollegen der times* gingen der frage nach, wie die kinder einigermaßen sicher in die schule kommen und haben dazu ein kurzes video gedreht, nämlich → dieses hier.


*Haeyoun Park, Larry Buchanan, Taige Jensen, Yuliya Parshina-Kottas, Rick Gershon, Alexandra Garcia

virtuelle realität auf der | gamescom

kleine rundschau am pressetag der gamescom in köln. das 12-minütige video zeigt folgende stationen. die meisten haben mit VR (virtuteller realität) zu tun.

12 minuten rundlauf auf der gamescom am pressetag. video: ms

am stand des game engine-herstellers unity fährt eine frau ski (ADAM). sie trägt eine VR-brille und hat controller an beiden händen. michał wróblewski (SetApp) beschreibt das problem mit dem fallen und anstoßen in VR.

4’00: besuch eines fast beliebigen gangs mit diversen spielen, auch einem mit VR (Blue Effect).

6’00: um die immersion bei VR noch tiefer zu gestalten, muss man sich hinsetzen. hier sind einige stühle zu sehen, die die VR-interaktion mithilfe verschiedener eingebauter motoren (zum drehen, neigen etc.) ermöglichen. am stand von youzu spielt eine band „You got the love“, und junge frauen, gekleidet als engel, bewerben das spiel League of Angels.

7’40: mini-autorennen mit smartphones als controller zum überholen. die autos durchfahren die strecke einmal, um sie zu vermessen, anschließend autonom. die steuerung ermöglicht beschleunigungsmanöver zum überholen. das basisset kostet erstaunlich wenig, fand ich: ca. 100 €.

8’45: drachenflug mit realen controls an den händen und VR-brille. der flieger wird mit einem kran in die luft gehoben, um das frei schwebende gefühl zu bekommen. den rest erledigt er beim flug über die großstadt mit den controllern an den händen, und über die VR-brille guckt er sich die rundum-landschaft an. (Blockship)

10’30: samsung lädt in gruppen von ca. 100 leuten zu einer achterbahn-runde ein. sie sitzen auf den oben gezeigten beweglichen sitzen und tragen VR-brillen

12’15: ebenfalls bei samsung fährt ein junge ein BMW-motorrad durch eine landschaft. das reale motorrad ist dabei bewegungslos, alles, was der junge tun kann, ist, sich durch neigung des kopfs in die kurve zu legen, und er guckt sich über die VR-brille in ruhe die 3D-landschaft an.

zoo | mania

zoomania_pressezettel

das ist der beste disney-film seit langem. ich war vorhin in der pressevorstellung, amerikanisches original, 3D. im unterschied zu dem auch sehr gelungenen rapunzel neu verföhnt und dem ebenfalls sehenswerten alles steht kopf hat zoomania fast keine durchhänger. gesungen wird nur einmal, und da passt es gut und hält nicht auf, denn wir fahren bahn: eine der schönsten bahnfahrten in der filmgeschichte überhaupt. sie führt unsere hauptdarstellerin, der ersten häsin als polizistin, vom flachen land der möhren in die wilde großstadt, eben zoomania.

das drehbuch ist für einen disney-film ungewöhnlich, denn die geschichte ist praktisch zu ende, die polizeikarriere besiegelt, der verbrecher sind gefasst, happy end …. da stellt sich das happy end innerhalb weniger minuten als foul heraus. was danach folgt, ist ein politischer parcours. wir erleben die emanzipation der sozial geächteten minderheit (raubtiere) gegenüber einer übermächtigen mehrheit (keine raubtiere). der erste teil des films ist ein action-abenteuer mit bisschen liebe. der zweite teil beginnt mit tränen in einer unterführung, wird zur spionageaffaire und ist viel erwachsener. wenn man streng ist, kann man kritisieren, dass die beiden teile nur über eine hilfskonstruktion miteinander zusammenhängen und bestimmte plots nirgends vorbereitet, sondern einfach aus dem hut gezaubert wurden (gängiges problem bei den meisten fernsehkrimis). für mich waren’s einfach zwei filme in 110 unterhaltsamen kinominuten. vielleicht sogar vier filme, wenn man die vorgeschichte und die party am ende mitrechnet.

die animati0n ist großartig, das licht vorbildhaft natürlich, auch in sehr verschiedenen umgebungen. sonne, schnee, regen, nebel. die charaktere sind stimmig modelliert und animiert. das drehbuch enthält so viel binnenkomik, dass selbst bei der pressevorführung reichlich gelacht wurde. vor allem – diese sequenz könnte ins kollektive gedächtnis eingehen – die slow motion-amtsszene mit den faultieren.

der film läuft im märz in deutschen kinos an. über die deutsche synchronfassung kann ich nichts sagen. die amerikanischen stimmen sind vom feinsten.

shakiraAlsGazelle

die gazelle „shakira“. disney

teleGene kunst | in bonn


zwei minuten impressionen von der → TeleGen-ausstellung in bonn

sehr humorige und von der menge der künstler her ziemlich umfassende ausstellung über kunst rund ums fernsehen. der schwerpunkt liegt beim frühen fernsehen, als das phänomen der bewegt-bild-übertragung zahllose künstler inspirierte, (un)sinn damit zu treiben. mein kurzes video ist nur teilweise repräsentativ, weil es das zeilenwandern, das flimmern bei 50 Hz bildwechselfrequenz zu stark zeigt. in der ausstellung im kunstmuseum bonn sieht man weniger flimmern. nur bei → nam june paik flimmert’s unentwegt, weil ein starker magnet über dem farbfernseher liegt.

zehrersFernsehschleifen

auch → joseph zehrers farbsekunde von 1990 ist hier ausgestellt.

Günther-Uecker---TV-auf-Tisch---1963

„TV auf Tisch“ (1963) von → günther uecker

smartphone-kamera | vs. spiegelreflex

kai-uwe waerner - portrait

kai-uwe waerner. foto: kuw

für den deutschlandfunk habe ich ein interview mit kai-uwe waerner geführt, einem langjährigen fotografen und bildredakteur bei der dpa/picturealliance in frankfurt am main. ich kenne kai-uwe seit einigen jahren. wir hatten unter anderem einmal damit zu tun, das dpa-portal mit videos zu bestücken – ein versuch, der im experimentalstadium steckenblieb. ich muss rückblickend sagen, ich hatte mich getäuscht, was die wichtigkeit von videoclips für die onlineportale von zum beispiel zeitungen oder auch für das fernsehen spielt: das bild (foto und illustration) hat einen boom erlebt, es ist so schön statisch; während jeder filmclip zunächst einmal nach werbung oder zumindest störung aussieht. wer die exquisiten videostrecken der new york times sehen will, klickt explizit auf sie, und die redaktion bemüht sich, alles bildmaterial selbst zu drehen, statt auf stock-videos zurückgreifen zu müssen.

egal. mit kai-uwe wärner sprach ich 20 minuten über digitale fotografie unter dem aspekt, dass die handys eine immer wichtigere stellung einnehmen. in der → sendung gestern lief das interview in einer vierminütigen fassung, kollege wolfgang noelke lieferte im anschluss dann → technische details zu sensoren und datenverabeitung in beiden systemen. hier das ungeschnittene interview (mit zwei, drei detailfehlern, die kein wunder sind, weil wir nichts vorbereitet hatten). kai-uwe ist zurzeit in thailand, wohin ich herzlich grüße!

 


kai-uwe waerner, komplettes interview, dezember 2015

am anfang war die | langeweile

langeWeileImRundfunk

in einem text von 1930 in der zeitschrift der querschnitt schreibt ein 34jähriger mann eine fundamentalkritik am rundfunk. er nennt beispiele wie das requiem von bertolt brecht, die sich den möglichkeiten des rundfunks gut „angepasst“ hätten. aber ein eigenes genre – „Eigenkunstwerk“ – hätten die sender auch nach 6 jahren noch nicht hervorgebracht. der „rein akustische Film“weekend von walter ruttmann aus dem jahr 1929 sei immerhin „ein kühner Versuch“ gewesen.

„Im Anfang des Rundfunks war die Langeweile. […] Entsetzliche Dinge wurden damals getrieben. Das Musikprogramm wurde aus vermoderten Konzersälen bezogen, Literatur aus der ‚Gartenlaufbe‘, der Vortragsteil legte Wert auf die Sitten und Gebräuche der Minnesänger (unter dem Titel ‚Volksbildung‘), Legionen Gurken wurden eingelegt (‚Für die Hausfrau‘)“

das habe sich gebessert, aber sei noch weit von allem entfernt, was er, der autor sich vorstelle.

wer traute sich so zu schreiben?

hans flesch, ein mediziner aus frankfurt, der ziemlich jung und frech den → ersten hessischen sender aufmischte, dann als intendant nach berlin wechselte, wo der sender „funk-stunde berlin AG“ hieß. flesch war nicht nur radikaldemokratisch im umgang mit seinen autoren (brecht, benjamin, adorno) und komponisten (hindemith, sein schwager), sondern suchte besessen nach rundfunk-eigenen ausdrucksformen. seine kritik in der zeitschrift ist also auch eine selbstkritik.

RundfunkpioniereVorNazischergen

rundfunkpioniere in untersuchungshaft, 1933. foto: bundesarchiv

die steile karriere endete abrupt, als die nazis im januar 1933 die macht ergriffen. die liberalen rundfunkpioniere wurden im laufe des frühjahrs und sommers der reihe nach verhaftet. das foto oben aus dem bundesbildarchiv zeigt flesch als zweiten von rechts, neben kurt magnus im KZ oranienburg. ihm und den anderen wurde der prozess gemacht, jedoch ohne signifikante strafen. als halbjude überlebte flesch den nationalsozialismus nur, weil seine frau arbeiten durfte. am ende des kriegs meldete er sich freiwillig als arzt an die front, baute lazarette auf – und gilt seit april 1945 als verschollen. die amerikaner hätten ihn gern als ersten intendanten des RIAS eingesetzt, aber flesch war wohl längst tot.

tja, und → walter ruttmann, den flesch so lobt, weil er das tonkino gemacht hat, später hörspiel genannt? ruttmann arrangierte sich nicht nur mit den nazis, er produzierte für die UFA NS-filme. mit seinen ästhetischen vorstellungen war er leni riefenstahl ein vorbild. er wurde ihr berater in mehreren blut & boden-filmen. das hätte auch so weiter gehen können, wäre ruttmann nicht 1941 an einer embolie gestorben.

britischer propagandafilm | elendes deutschland 1946

britische dokumentation über die soeben besiegten deutschen…

… und was man mit ihnen machen soll. der 20 minütige film schildert ein „zurecht“ auf den hund gekommenes deutschland. der britische kommentator lässt kein gutes haar an dem volk, das europa in schutt und asche gelegt hat. wir spüren, wie aufgeladen die lage unmittelbar nach dem sieg der allierten war. wir sehen (und hören) deutsche, die deutsche suchen, die verwahrlost aus den bunkern kommen. wehrmachtssoldaten werden vorgeführt und müssen zunächst zeigen, ob sie das SS-tattoo tragen, nämlich in der linken achselhöhle. die krupps, so der film, sind verhaftet. am schluss sieht man deutsche juristen, die für ihren dienst in der britisch besetzten zone zu richtern vereidigt werden.

45 Years | sülzig

45Years_filmposter45 Years – filmposter

viel gepriesen, dieses ehedrama zweier älterer personen. susanne mayer schreibt in der ZEIT:

„Liebe im freien Fall. In „45 Years“ spielt Charlotte Rampling an der Seite von Tom Courtenay Szenen einer Ehe, die ihrer Auflösung entgegenstrudelt.“

hm, dachte ich mir gestern im OmU-kino mit claudia und thomas: → szenen einer ehe sind das nicht. gegen das ingmar bergman-300-minuten-drama kommt der film von andrew haigh in keiner sekunde an. er ist viel zu lieb und zu nett. das thema selbst ist fast trivial: ein mann lebt mehr oder weniger verschlossen mit der erinnerung an seine jugendliebe in seiner ehe. in diesem film bricht diese erinnerung auf und wirft ihre schatten auf diese ehe. das ganze eheleben, so resümiert seine frau, habe sie sich nach der ex-geliebten richten müssen.

da frage ich mich: wenn sie das das ganze halbe leben lang gespürt hat, was regt sie sich jetzt so auf? um die aufregung über im grunde wenig aufregendes im kino rüberzubringen, müssen wir charlotte rampling szene für szene ewig lang angucken. auch die themen alters-sex und alters-tanzstunde lässt der regisseur in diesem nur an drei, vier orten gedrehten film nicht an uns vorübergehen.

ich kann nur sagen: eine woche zuvor haben wir uns ein anderes kammerspiel angesehen, die argentinischen girls, sonnenbadend am dach; die waren, wie man so schön sagt, kurzweiliger: auch sie philosophieren über das leben, die liebe und die welt, und auch ihr film endet in einem tanz:

lasInsoladaslas insoladas kinoplakat. verleih: realFiction

slow | west (film)

Caren_Pistorius_slowWestcaren pistorius spielt die schottische bauerstochter rose. foto via → prokino

slow west ist ein in der tat langsamer western mit weitgehend unbekanntem personal, was ihn besonders sympathisch macht. ich rate, nur den → deutschen wikipediaartikel dazu zu lesen, denn der viel ausführlichere englische gibt die pointe preis.

im grunde ist slow west eine parabel über einseitige liebe, die selbstverständlich (wie schon beim → jungen werther,* einem bestseller-roman von 1774) tödlich endet. im filmplakat kommt die angebetete bauerntochter rose (caren pistorius) gar nicht vor, welche im bild oben zu glücklichen zeiten in schottland zu sehen ist. später, im noch sehr wilden und dünn besiedelten nordamerikanischen westen um 1870 herum, geht es in ihrem leben wesentlich derber zu.

die latente nebengeschichte, die bis zum schluss durchgezogen wird, ist die der abschlachtung der indianer durch die neuen siedler aus europa. die indianer erscheinen in dem film extrem traurig, sie sind taub vor trauer. im einzigen gebiet, wo sie noch angst und schrecken einjagen können, dem zauberwald, der eine art schlüssel zu rose ist, versagen sie auch, sogar jämmerlich. das drehbuch von john maclean, der auch die regie gemacht hat, setzt ins zentrum der handlung praktisch nur weiße indianerfreunde, also gegner des genozids, die nur eins antreibt: kopfgeld. und auf „wertlose“ indianerhäupter gibt es kein kopfgeld, auf rose’s kopf aber schon.

der aufgeklärteste von allen ist der deutsche (?) schriftsteller werner (andrew robertt), der in dem film quasi vom himmel fällt – und eine sehr gelungene, ganz ungute figur macht… an ihn dachte ich, als gegen ende ein pfaffe aus dem weizenfeld auftaucht. stopp, ich darf nicht mehr verraten.

der film endet mit einer der schönsten schießereien seit langem, exzellentem sound –und einem wirklich wunderschönen tod.

für ein debut ganz prima.

Slow-West-Plakatauf dem kinoplakat fehlt die, um die es eigentlich geht.


*goethes werther von 1774, das finale:

In diesen Kleidern, Lotte, will ich begraben sein, du hast sie berührt, geheiligt; ich habe auch deinen Vater darum gebeten. Meine Seele schwebt über dem Sarge. Man soll meine Taschen nicht aussuchen. Diese blaßrote Schleife, die du am Busen hattest, als ich dich zum ersten Male unter deinen Kindern fand – o küsse sie tausendmal und erzähle ihnen das Schicksal ihres unglücklichen Freundes. Die Lieben! Sie wimmeln um mich. Ach wie ich mich an dich schloß! Seit dem ersten Augenblicke dich nicht lassen konnte! – diese Schleife soll mit mir begraben werden. An meinem Geburtstage schenktest du sie mir! Wie ich das alles verschlang! – ach, ich dachte nicht, daß mich der Weg hierher führen sollte! – sei ruhig! Ich bitte dich, sei ruhig!

– Sie sind geladen – es schlägt zwölfe! So sei es denn! – Lotte! Lotte, lebe wohl! Lebe wohl!«

Ein Nachbar sah den Blick vom Pulver und hörte den Schuß fallen; da aber alles stille blieb, achtete er nicht weiter drauf.

Morgens um sechse tritt der Bediente herein mit dem Lichte. Er findet seinen Herrn an der Erde, die Pistole und Blut. Er ruft, er faßt ihn an; keine Antwort, er röchelt nur noch. Er läuft nach den Ärzten, nach Alberten. Lotte hört die Schelle ziehen, ein Zittern ergreift alle ihre Glieder. Sie weckt ihren Mann, sie stehen auf, der Bediente bringt heulend und stotternd die Nachricht, Lotte sinkt ohnmächtig vor Alberten nieder.

Als der Medikus zu dem Unglücklichen kam, fand er ihn an der Erde ohne Rettung, der Puls schlug, die Glieder waren alle gelähmt. Über dem rechten Auge hatte er sich durch den Kopf geschossen, das Gehirn war herausgetrieben. Man ließ ihm zum Überfluß eine Ader am Arme, das Blut lief, er holte noch immer Atem.

Aus dem Blut auf der Lehne des Sessels konnte man schließen, er habe sitzend vor dem Schreibtische die Tat vollbracht, dann ist er heruntergesunken, hat sich konvulsivisch um den Stuhl herumgewälzt. Er lag gegen das Fenster entkräftet auf dem Rücken, war in völliger Kleidung, gestiefelt, im blauen Frack mit gelber Weste.

Das Haus, die Nachbarschaft, die Stadt kam in Aufruhr. Albert trat herein. Werthern hatte man auf das Bett gelegt, die Stirn verbunden, sein Gesicht schon wie eines Toten, er rührte kein Glied. Die Lunge röchelte noch fürchterlich, bald schwach, bald stärker; man erwartete sein Ende.

Von dem Weine hatte er nur ein Glas getrunken. »Emilia Galotti« lag auf dem Pulte aufgeschlagen.

Von Alberts Bestürzung, von Lottens Jammer laßt mich nichts sagen.

Der alte Amtmann kam auf die Nachricht hereingesprengt, er küßte den Sterbenden unter den heißesten Tränen. Seine ältesten Söhne kamen bald nach ihm zu Fuße, sie fielen neben dem Bette nieder im Ausdrucke des unbändigsten Schmerzens, küßten ihm die Hände und den Mund, und der älteste, den er immer am meisten geliebt, hing an seinen Lippen, bis er verschieden war und man den Knaben mit Gewalt wegriß. Um zwölfe mittags starb er. Die Gegenwart des Amtmannes und seine Anstalten tuschten einen Auflauf. Nachts gegen eilfe ließ er ihn an die Stätte begraben, die er sich erwählt hatte. Der Alte folgte der Leiche und die Söhne, Albert vermocht’s nicht. Man fürchtete für Lottens Leben. Handwerker trugen ihn. Kein Geistlicher hat ihn begleitet.

kino für | wehrmachtsgefangene

dasWollenWirNichtSehen_dennWirHabenEsSelbstVerbrochen

dieses foto von 1945, vermutlich aus dem bestand eines US-archivs, zeigt deutsche kriegsgefangene im kino. die amerikaner zeigen eigens für sie einen film über die konzentrationslager. ich schätze, es handelte sich um → diesen von mir vor paar wochen beleuchteten film: „todesmühlen“

kleine statistik dieses vielleicht hinreichend repräsenativen ausschnitts des gesamten kinopublikums: wir sehen etwa 25 köpfe. 50% tragen den scheitel präzise gekämmt links. ungefähr 30% haben geheimratsecken. 30% gucken auf die leinwand. der rest guckt weg oder hält sich eine oder zwei hände vors gesicht.

je länger ich das bild betrachte: all die soldaten, die die hand/hände vors gesicht halten, tun das nicht, weil sie den film nicht aushalten, sondern weil sie nicht fotografiert werden wollen.

hatten die nichts davon gewusst? vermutlich doch. dem alter nach zu urteilen waren die wenigsten auf dem foto berufssoldaten, sondern wehrpflichtige, keine freiwilligen. zu sagen: schaut, hier sitzen die kriegsverbrecher, wie sie sich schämen! ist also eher nicht angebracht.

pixar betreibt | hirnforschung

pixarInsideOutPressPosterdie fünf grundgemüter im hirn unserer hauptdarstellerin. foto: pixar

vor unglaublichen 13 jahren (time flies) brachte pixar seinen zweiten computeranimierten kinofilm heraus, die monster AG. pete docter, der dabei seine erste regie führte, kam nach münchen, und ich flog auch dahin, und → wir sprachen eine halbe stunde lang sehr entspannt über diesen film. inside out ist sein neuester film, er kam im juni in die amerikanischen, im oktober kommt er in die deutschen kinos. der deutsche titel ist bisschen arm, mir fiele aber auch kein besserer ein: alles steht kopf.

ich sah den film gestern zusammen mit regina im pressepreview und sage: es ist ein durchaus sehenswerter, skurriler versuch, unseren menschlichen verstand, die seele und den geist in personen zu fassen und mit gedächtniskugeln in riesigen datenspeichern herumagieren zu lassen. was pixar noch nie konnte und auch hier nicht: mal ruhe einkehren lassen, auf die stärke der bilder vertrauen. der komplette film wird zugequatscht, mit zum großen teil durchaus munteren dialogen. aber ich hatte mal wieder das gefühl, ich habe einen sehr dichten, komischen, teilweise tiefsinnigen vortrag ohne verschnaufpause gehört – und keinen film gesehen, mit bildern, die ich mit nach hause nehme.

das heißt, paar bilder nahm ich schon mit nach hause, zum beispiel die schlittschuhfahrt der tochter mit ihren eltern, die reise nach san francisco und die durchaus attraktive (für die filmemacher aber offenbar grausig versiffte) neue unterkunft in san francisco und vor allem den von millionen von schwarzen kugeln geprägten raum des vergessens.

pixar wäre nicht pixar, wenn wir beim betreten des „unterbewusstseins“ (ein raum, der von zwei debilen polizisten bewacht wird, die sich über ihre hüte streiten, denn in beiden hüten steht nur „mein hut“) auf tatsächliche traumata stießen. die kindheit des mädchens (riley; oben nicht abgebildet, sie spielt nur eine untergeordnete rolle; wir sehen oben die fünf grundstimmungen ihres charakters, in der mitte „joy, rechts die wunderbare „sadness“) verlief bilderbuchmäßig, sie ist der einkindfamilie von pete docter nachempfunden, und das einzig schlimme, was das mit ungebrochener liebe grundausgestattete kind erlebt, ist der umzug von der provinz minnesotas in die neue stadt. hätte schlimmer kommen können; muss ja nicht unbedingt ein onkel sein, der ein irak-kriegstrauma hat, säuft und ihr auflauert. aber zumindest mal ins wintereis hätte sie beim schlittschuhfahren schon fallen können.

der film wird erfolgreich starten und in wenigen jahren auf langstreckenflügen zu sehen sein, ungekürzt. regina fragte, was wohl die zielgruppe sein mag, mit diesen quietschbunten comicfiguren und diesem teilweise irre wirkenden gehirnkabinett? würde sagen, ein familienfilm eben. ab 4.

noch paar technische details: im bild oben sieht man joy (die mittlere figur) leuchten. dieses innere licht wirft keinen schatten auf die anderen, aber es leuchtet sie an. die rechte figur (sadness) leuchtet in einem kühlen blau. joys leuchten ist, wenn man sie im film agieren sieht, technisch sehr aufwändig, denn um sie herum schweben die ganze zeit winzige leuchtpartikel, die manchmal wie härchen wirken, bei schnellen bewegungen einen leuchtenden partikelschweif hinter sich herziehen. vom standpunkt der computeranimation her ist das kein problem, nur, um es durch den ganzen film zu ziehen und mit dem rest der szenen homogen zu → rendern, musste pixar ein eigenes plug-in für seine render-software (renderman) programmieren. ich habe meine zweifel, ob sich der aufwand lohnt, und ich fand, dass der „glow“ der figur keinen wirklich freundlichen mehrwert bringt. es gibt andere stilmittel, joy in die figur zu bringen.

mad max | fury road

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ich wusste immerhin, → fury road ist nicht der erste, sondern der x-te mad max film. also ging ich mal mit thomas und claudia rein. OV mit 3D-zulage von 1 €. claudia war die expertin, weil sie schon den allerersten mm kannte. urteil: hat sich inhaltlich nichts geändert. thomas meinte im vorfeld: dem trailer nach könnten die bösen in dem film im subtext ISIS heißen. nachdem wir den film gesehen hatten: nö, nix ISIS. ich dachte allenfalls bei den spritgeilen, aus den bergen kommenden wadenbeißermotorradfahrern, es könnten taliban sein, natürlich nur im subsubtext.

tolle unterhaltung mit selbstverständlich sinnfreier aussage. zwei lieblingseinstellungen: als die girls das erste mal zu sehen sind, wie im traum, so makellos, neben dem archaischen kriegsgefährt. und wenig später, als der sturm aufkam, am rechten bildrand, eine wand, wie eine sturmflut aus sand.

probleme hat dieser fast komplett mit 3D-animationstechniken gedrehte film eigentlich nur noch mit einer sache: winzige personen (eben realschauspieler) auf größeren maschinen, aus der ferne. da passen die dimensionen, klar, die sind trivial zu machen, aber die ästhetik funktioniert nicht. sowas kam oft vor, meist in rasender fahrt. so wie der film fast immer in rage ist, und bestens geeignet für die 1 € 3D-zulage.

birdman | nettes theater

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birdman war die wiedergutmachung nach fifty shades shmonzette. der film spielt mehr oder weniger in einem theater am broadway, wo die kulisse unangestrengt per se gut ist. und jeder konnte sich seine lieblingsfigur rauspicken. michael keaton, der fast immer im bild war, der birdman eben, war meine nicht. dafür umso mehr edward norton und emma stone. die beiden haben zwei szenen auf dem balkon des theaters, an denen sich der film dreht. später verschwinden beide fast komplett aus dem fokus, weil birdman seine wandlung durchmacht und zum altwerden steht, und ich muss sagen, ich habe sie vermisst,  sam (emma stone) und mike shiner (norton).

ein für hollywood bemerkenswerter film. andererseits kein trost für das heruntergekommene amerikanische kino, denn der regisseur ist mexikaner. gut so.