little secret | spam

einer der ausgefuchstesten spam mails der letzten monate ist dieser hier. ein gutes, wenn auch nicht perfekte englisch schreibender mensch behauptet, mich über meine webcam beim gucken von pornofilmen beobachtet zu haben, und wenn ich ihm nicht 500 dollar in form von bitcoins überweise, macht er das gesammelte material öffentlich.

wichtig: als beweis für die echtheit seiner mail zeigt er, dass er mein web.de-account gehackt hat, nämlich indem er die mail an mich von meinem account schickte. dies ist die mail.

drohbrief, angeblich von meinem eigenen account

ich solle auch nicht versuchen, mein passwort zu ändern, denn der trojaner, den er gepflanzt hätte, würde es eh sehen.

nun habe ich keine webcam und auch keinen monitor mit eingebauter kamera. wie aber kam es, dass der drohbrief von meinem account kam?

da kam er nicht her. bei den mail-programmen gibt es eine option, sich den kopf der mail anzusehen, nennt sich “header”, oder “details”. und dort stehe nicht ich als absender, sondern ein “test@ktso.org.tr” – eine mailadresse, die es nicht gibt. ich habe mir zum test eine mail an mich selbst geschickt, und da steht beim “Return-Path” meine mailadresse. siehe screenshot oben. in der bösartigen mail aber geht der Return-Path auf test@:

fischbüro | 1987

IAO und jörg fauser auf einer cassette

jörg fauser, jung gestorbener dichter, nachruf auf einer cassette von 1987, als ich fauser im BR-zündfunk mit gedichten aus den 1970er jahren würdigte. auf derselben cassette ist ein langes interview mit I.A.O. ich hatte vergessen, wer oder was I.A.O. war, jetzt weiß ich es wieder: eine typisch westberliner new wave/punk-band, aus der das so genannte → fischbüro hervorging. das interview fand nach einem auftritt der band statt, im hintergrund ist bühnenabbaulärm zu hören. zudem war es eins meiner ersten interviews mit dem “OKM” in ear-mikrofon vom soundman-shop in berlin.

zu hören sind der zurückhaltende und lange verstorbene achim kohlberger und der später durch gründung des technopalasts tresor bekannt und wohlhabend gewordene → dimitri leningrad.

in der politisch sehr aufgeladenen stimmung im westberlin der 1980er jahre waren die beiden und das fischbüro eine art unpolitische gegenbewegung. in den samstäglichen space nights fand etwas statt, was später vielleicht poetry slam genannt worden wäre, nur dass die auftritte oft gar nichts brachten, weil das chaos quasi programm war.

in diesem ausschnitt aus dem interview geht es um ein UFO, welches im sommer 1987 im berliner zentrum landen sollte.

interview 1987 mit I.A.O.

technische nachüberlegung: das tape ist analog und über 30 jahre alt. viel magnetstaub dürfte abgefallen sein. es war als chromdioxid-cassette ausgelegt, und ich habe es mit dieser einstellung abgespielt und digitalisiert. der ton war sehr dumpf, sodass ich klassischerweise gefiltert, tiefen abgesenkt, höhen angehoben, rauschen entfernt hätte. so geschah das mit mehr oder weniger zwei klicks in → izotope RX7. sehr feines tool, um defektes audiomaterial (auch musik) wieder hörbar zu machen.