touchOSC für | THRILL

ich teste gerade native instruments’ THRILL und musste einiges nachlesen, um das tolle instrument von uli baronowsky mit dem iPad steuern zu können. diese kryptische anleitung ist mehr oder weniger für mich selbst, weil man solche details leicht vergisst, die einen zuvor stunden arbeit gekostet haben.

Bildergebnis für touchosc

  • touchOSC app im appstore/playstore kaufen. knapp 6 €
  • touchOSC bridge bei hexler.net herunterladen, installieren, starten (die windows-app hat kein bedienfeld, sie muss nur laufen → icon im tray)
  • in der touchOSC app die lokale netzwerkadresse eingeben
  • dann sollte bei den connections die touchOSC bridge auftauchen.
  • dort den PC auswählen. der sollte im selben WiFi netz sein.
  • ein einfaches setup in der app wählen, z. b. “simple”
  • cubase starten.
  • in cubase bei geräte konfigurieren mit dem pluszeichen einen generischen controller zufügen:

  • dort oben die touchOSC bridge auswählen, mit okay speichern.
  • über kontakt THRILL laden.
  • die beiden rechten schieberegler auf dem iPad im simple layout von touchOSC ermöglichen dann die bewegung des cursors in THRILL in beide achsen.

 

vulkan, der ex- | planet

der hypothetische planet “vulcan”

um 1800 herum war das sonnensystem astronomisch ziemlich gut verstanden. mit den keplerschen gleichungen konnte man die planetenbahnen berechnen, und alles deckte sich weitgehend mit dem, was man beobachtete.

periheldrehung. grafik: → rainer zenz

ein planet allerdings, der merkur, machte probleme. er durchläuft eine so genannte periheldrehung (bild oben). und um diese absonderliche bahn zu berechnen, musste man eine hilfskonstruktion einführen, nämlich einen sehr sonnen-nahen planeten, den niemand beobachtet hat, und den der französische mathematiker → urbain le verrier “vulcan” nannte. le verrier guckte auch durch teleskope, vor allem aber rechnete er. er errechnete um 1840 übrigens einen weiteren planeten, der, wie sich herausstellte, tatsächlich existiert, nämlich den neptun.

Urbain le Verrier

dass man die bahn des merkur mathematisch beschreiben konnte, ohne den hilfsplaneten vulkan zu benötigen, ist albert einsteins allgemeiner relativitätstheorie zu verdanken. sie wischte quasi mit einer handbewegung den mythos des unsichtbaren vulkan vom tisch.

in der astronomie gilt vulcanus heute als → hypothetischer planet, weil man ihn benötigte, um eine hypothese zu stützen. in der geschichte der astronomie wimmelt es geradezu von solchen hilfs-himmelskörpern, einer ist die gegenerde, einer hypothese von 500 vor christus zufolge. die gegenerde folgt einem symmetriegedanken, sie ist quasi das spiegelbild unserer erde. wir sehen sie deswegen nicht, weil sie immer hinter der sonne steht.

von den hypothetischen planeten grenzen sich die fiktionalen planeten ab. oder besser gesagt: die science fiction autoren bedienen sich besonders gern bei den hypothetischen himmelskörpern und brauen daraus ihr eigenes süppchen. beim vulkan wären das zum beispiel die vulkanier (mr. spok & co. in star trek). die gegenerde spielt u. a. in john normans romanreihe → gor eine zentrale rolle.

sonnensystem gesamtplan 1846

achso, wie ich drauf kam: über die → digitalisierten karten der library of congress. um grafisch auf das thema “vulkan” zu fokussieren, habe ich aus dem großdruck ein detail herausgeschnitten und mit einer leichten vignette versehen, in die wiki commons hochgeladen und in den deutschen und englischen → wikipedia-artikel über vulkan eingebaut. damit haben diese artikel endlich ein bild.

online brillen | problematisch

unbrauchbare gleitsichtbrille. foto: ms/dpa

für die deutschlandfunksendung → “umwelt und verbraucher” habe ich das bestellen von brillen über zwei große webportale (misterspex und brille24) untersucht. das ergebnis ist ernüchternd, ganz besonders bei brille24. gleichzeitig ermunternd, denn nur über kritik lernt diese neue branche der online-brillenhändler dazu.

das foto oben zeigt eine online bestellte gleitsichtbrille mit messpunkten eines neutralen sachverständigen (augenoptikermeister). die brille erzeugte beim aufsetzen sofort kopfschmerzen und schwindel, was daran lag, dass

  • die achslage der beiden gläser geneigt war, vor allem die links im foto,
  • die zentrierung (kreuze) zu weit oben lag. die pupillen sollten mittig und nicht so weit oben durch die gläser gucken.

dass das brillengestell minderwertiger qualität war, kann man dem portal nicht vorwerfen. auf nachfrage erfuhr ich, es sei kein “markengestell”, sondern die “hausmarke”, die bei brille24.de nicht als “marke” bezeichnet würde. meine frage, warum die lieferzeit 3 wochen betrug, sagte mir ein brille24-mitarbeiter (der mich als kunden, aber nicht als pressevertreter wahrnahm), dass ich nunmal keine markenbrille bestellt hätte, und solche brillen kämen aus thailand, auch die gläser würden dort eingearbeitet. auf meine rückfrage, woran ich das unterscheiden hätte können, erklärte er mir etwas forsch, was eine marke sei. calvin klein sei eine, der VW-golf aber nicht, VW dagegen schon. ich wollte dem nicht widersprechen, um die bilderbuchmäßige halbwahrheit nicht zu stören. von der seite sieht das modell jedenfalls trostlos aus, eine mischung aus plastik und metall.

die arbeitsplatzbrille (hier nicht abgebildet) war keine typische arbeitsplatzbrille, weil die distanz zum arbeitsbildschirm oder zur werkbank bei der online-bestellung nicht abgefragt wurde. stattdessen hat misterspex.de einfach eine gleitsichtbrille geliefert, die etwas anders eingenordet war als eine übliche gleitsichtbrille. der optikermeister vor ort meinte, solche gläser seien untypisch und viel zu teuer für einen arbeitsplatz. zudem fehlte der bei der online-bestellung ausgewiesene UV-schutz komplett. (ist für den arbeitsplatz nicht kritisch wichtig.)

unfassbar nah | VR-feature

am kommenden sonntag läuft in der reihe forschung aktuell/wissenschaft im brennpunkt mein → wissenschaftsfeatureunfassbar nah – der siegeszug der virtuellen realität” hier der trailer dazu, komponiert mit afrikanischen trommeln und saiteninstrumenten und, als teppich, THRILL von native instruments. es sprechen nina lentföhr, anja jazeschann und christoph wittelsbürger. plus zwei meiner sieben interviewexperten.


trailer zu wissenschaft im brennpunkt VR


trailermusik. (bitte nicht weiterverwenden: GEMA!)

windy drone | evening

it was my first flight of my mavic pro drone under very windy conditions. although i could film/photograph very stable footage as always, i learned a lesson.

das war mein erster drohnenflug bei starkem wind. obwohl die kamera wie immer extrem stabile bilder ablieferte, lernte ich einiges dazu.

speedy flight with lots of wind. photo: ms

the lesson i learned was that the image we see on the smartphone attached to the controller tells me only part of the true situation. watching the drone in the air i could see it struggle with the gusty wind. it was dancing like mad, and i could easily imagine that the mavic would tilt by 80 or 90 degrees and fall to the ground. because of that fear i flew it close to the grass – where the wind was still pretty wild. the drone was changing its altitude rapidly and randomly by plus/minus half a meter. you can see a nice → motion blur at the buttom of the screenshot above. the speed was around 30 km/h.

even more impact on me was watching the mavic fight against the wind at higher altitudes. there are several videos out there on youtube where we see drones flying easily out to the ocean – and never making it back. the “intelligent” battery invokes the return to home (RTH) procedure without knowing the wind direction. in my case last night i had enough battery power, plus i was not flying further away than to the woods in the background. but i could see how the aircraft sped up to the trees and how slowly it came back. there were moments when the wind actually carried the drone towards the woods, although my joystick demanded to come back.

since that experience i’m much more aware of the drone’s power. in calm air it seems to fly fast and easy. with some wind it can easily become a victim to the wind. the new DJI drone “spark” is half of the mavic’s weight. yesterday i thought, a 4 kilo drone would fight the wind with ease.

die lektion, die ich gelernt habe, war, nicht dem schönen, stabilen bild auf dem in den controller eingespannten smartphone zu vertrauen, sondern die drohne immer wieder genau anzusehen, wie sie gegen die turbulenzen in der luft kämpft. die sonst so schnell und problemlos fliegende mavic war ein spielball des winds. ich konnte mir lebhaft vorstellen, wenn sie sich, statt um 40 oder 50 grad zu neigen, 80 oder 90 grad kippt, fällt sie mir einfach aus der luft. deswegen flog ich sie gestern abend relativ niedrig, aber nicht zu niedrig, denn selbst da sah ich ihre höhe durchaus um plusminus einen meter schwanken, obwohl ich nichts dazu beitrug. im foto oben ist eine nette → bewegungsunschärfe zu sehen (unterer bereich). hier ließ ich das gerät mit ca. 30 km/h von mir wegfliegen.

was ich durch das beobachten der drohne auch gelernt habe, war, dass sie durchaus schnell von einem wegfliegt, dann aber schwierigkeiten hat, zurückzukehren. der automatische rückkehrmodus (RTH) berücksichtigt nicht den (gegen)wind, und es gibt auf youtube einige dramatische videos, wo die drohne locker aufs meer hinausfliegt, dann aber nie zurückkehrt. ich flog gestern nicht weiter als bis zum waldrand im hintergrund des fotos. aber auch da merkte ich, dass die mavic durchaus 10 mal so lang braucht, gegen den wind zu fliegen, als mit dem wind. manchmal trug sie der wind weg von mir, obwohl ich sie zu mir fliegen lassen wollte. sie ist nunmal 0,7 kilo leicht. die neue “spark” von DJI ist halb so leicht, da kann man sich vorstellen, was an meeresklippen passieren kann. plötzlich macht eine viel schwerere drohne sinn. sie kommt gegen den wind an.

wikimedia jahrestreff | bamberg

podium mit dem thema fake news und wikipedia*. foto: harald krichel

ich freute mich über die einladung zur podiumsdiskussion über fake news in wikipedia und im journalismus zum abschluss der → 20. mitgliederversammlung der wikimedia – nicht zu verwechseln mit der wikipedia; zwei völlig verschiedene dinge: wikimedia = geldverwalterin. wikipedia = online-enzyklopädie.

die diskussion wanderte dann aber gleich von anfang an woandershin, nämlich zum bewahrenswerten wiki imperium. trotz allem respekt und aller sympathie für die WMDE-nahen kollegInnen musste ich kommentieren, dass die wikipedia weder wir autorInnen bei wiki-treffes und und hier in bamberg sind, noch die wikipedia irgendwie schützen können, noch sie schützen sollten, denn sie ist ohne protektion gewachsen, und wenn sie das nicht mehr von selbst so weiter tut, dann kommt eben etwas anderes. es gibt überhaupt keinen grund, neue autoren zu rekrutieren, denn man kann sie bekanntlich nicht rekrutieren, weil jeder, der in der wikipedia schreibt, eine art sendungsbewusstein gepaart mit einem wikipedia-gen hat, und das kann man nicht durch GLAM und ähnlich schillerndee aktionen bewirken. ein system, das so riesig ist wie der artikelraum der wikipedia, lebt von unschärfen, fehlern, unzulänglichkeiten, und wenn das schiff zu groß wird, kann es durchaus sein, dass es zerbricht, oder sich auflöst, wie second life, ein einst gehyptes onlinespiel.

ich kam erst am samstag abend zu der konferenz und habe nicht mitbekommen, was zuvor diskutiert wurde. mein eindruck ist, dass mancher auch deswegen so für den erhalt der wikipedia und die anwerbung von neuen autoren plädiert, weil er selber nicht mehr so viel schreibt wie früher und dann das gefühl hat, da könnte was anbrennen. da brennt nix an, keine sorge, freunde! auch das fördern von schwachen wikipedien in ländern wie dem irak ist überflüssig. enzykopädie-imperialsmus.

achso, die spenden: ich rate (übrigens im konsens mit manchem anderen wikipedia-urgestein) allen, die am ende jedes jahres die spendenaktion nervt, nicht der wikimedia zu spenden, sondern zum beispiel ärzten ohne grenzen. wikimedia ist a) reich genung und hat ein schickes büro, b) schmückt sich mit der verwechselbarkeit mit der wikipedia, und c) sollte sich auf programmierung, stabile internetleitungen und backups konzentrieren, und d) sonst nicht viel mehr.


*Anna-Lena Schiller (links, Moderatorin), Martin Kraft, Maximilian Schönherr, Alice Wiegand, Sabria David

whatsapp und | ich

so sehr ich IT, vernetzung etc. mag, ich komme mir oft wie aus der welt gefallen vor, wenn mich leute nach whatsApp fragen. die halbe welt ist bei whatsApp angemeldet, warum nicht auch ich? deswegen:

 

whatsApp liest unsere kontakte aus.

whatsApp schaut sich, oft ungefragt, das komplette adressbuch auf dem smartphone an, um die telefonnummern abzugleichen. es gibt keine möglichkeit, der app nur bestimmte telefonnummern preiszugeben, sie will alle haben. wenn man dem bei der installation nicht zustimmt, wird die app erst gar nicht installiert.

whatsApp begründet das damit, dass es wie SMS funktioniert, aber eben fortschrittlicher. den fortschritt sehe ich natürlich (bilden von gruppen, senden von audionachrichten in guter qualität etc.) aber wenn ich schon meinem telefonanbieter teile des adressbuchs öffne, heißt das nicht, dass ich das auch facebook gegenüber tun muss, und facebook hat whatsApp ja gekauft. dass das, wie in dem screenshot oben, über eine verschlüsselte verbindung geschieht, muss ich dem a) per se nicht trauen und b) eine verschlüsselte verbindung von mir zu facebook, um dann dort entschlüsselt zu werden, kann ich eh in der pfeife rauchen. dann ist es vielleicht etwas schwerer für die NSA abzuhören, aber was von mir erst einmal auf einem x-beliebigen server landet, bleibt da und nie rückholbar.

also, wenn mich jemand bittet, whatsApp zu installieren, dann gebe ich gern dieses beispiel als grund, dass ich’s so nicht mache: schon öfter gab mir jemand seine vertraulichen, sehr privaten kontaktdaten und bat mich, diese auch vertraulich zu behandeln, also unter keinen umständen weiterzugeben. das muss nicht paul mccartney sein, sondern das kann jemand sein, der/die für enge freunde eine eigene kontaktmöglichkeit, quasi telefonnummer oder email nur für engste freunde und verwandte, eingerichtet hat. sobald ich whatsApp installiere, wandert auch dieses adressfeld mit telefonnummer rüber zu whatsApp und facebook. das ist dem freund gegenüber hochgradig unfair, im grunde eine vertrauensbruch. und deswegen bin ich nicht bei whatsApp. und deswegen ist es abgründig unfair, wenn jemand einem anderen, dessen vertrauen und sehr privaten adressedaten er hat, zu sagen: ist mir doch egal, wenn whatsApp meine daten ausliest! denn es liest auch die des anderen aus, der dem absolut nicht zugestimmt hat.

verkehrsflussanalyse per | drohne

timelapse drohnenvideo von heute nachmittag, 2x beschleunigt

an diesem um den faktor 2 beschleunigten video sind neben seinem meditativen charakter (flow, haha) einige verkehrstechnische details interessant. irgendwie gefällt mir der UPS-wagen, der wahrscheinlich sonst niemandem auffällt. wichtiger: der silbergraue PKW, der rechts unten im bild versucht, auf die brücke aufzufahren. er muss zwei (!) minuten (im zeitraffer dieses videos also nach minute 1) warten, bis er eine lücke findet, ohne andere zu gefährden. das ist von der verkehrsplanung her ein großer defekt.

praktisch gleichzeitig beginnt sich in der bildmitte auf der rechten spur ein stau zu etablieren, der bei 1:20 eskaliert, weil gleich mehrere fahrzeuge in sowieso schon enge lücken von rechts auf die brücke auffahren wollen. zwei autos fädeln sich messerscharf ein, die fahrer auf der spur müssen bremsen, die ganze spur wird damit schlagartig sehr langsam, manche fahrer weichen auf die linke spur aus, wodurch auch diese anfängt, zu stauen, gegen 1:30 zieht sich der stau bis zur brückenauffahrt unten rechts, erst bei 1:40 (also über eine minute nach beginn) löst sich die irritation auf. man kann sich leicht vorstellen, wie hier auffahrunfälle entstehen. die lösung wäre ein geschwindigkeitstrichter, wie er in neuralgischen autobahnbereichen üblich ist: das system müsste erkennen, wie dicht der verkehr ist und ihn entsprechend geschwindigkeitsmäßig drosseln. bei geringerer geschwindigkeit sind nicht unbedingt die lücken, wo man jemanden von rechts einfahren lässt, größer, aber die gefahr, dass es zu harten bremsmanövern kommt, verschwindet. als kleine pointe fährt am schluss die straßenbahn, die in köln schmeichelhaft “u-bahn” genannt wird, offiziell aber stadtbahn heißt, die brücke hoch.

noch eins, 4x schneller als in wirklichkeit

dieses kurz zuvor entstandene video ist weniger ergiebig. ich mag die frau, die ihr kind und die tasche in den wagen lädt, bevor sie selbst einsteigt. und ich zähle bei den mehreren hundert autos nur 10 rote. der deutsche fährt ganz gern schwarz und grau, notfalls auch weiß, aber alles, was im farbspektrum daneben liegt, hat seltenheitswert. es gibt, obwohl sich um die uhrzeit bereits die rush hour anbahnt und deutlich mehr verkehr aus der stadt heraus, also nach links fährt, eine stelle, wo auf der fahrbahn oben kein einziges auto zu sehen ist. achso: ein motorrad habe ich gesehen, grau auf grau.

drohnen und starre | behörden

high dynamic range-bilder (HDR) werden in der regel unmittelbar hintereinander aufgenommen, innerhalb von weniger als einer sekunde. das muss aber nicht sein. das foto unten entstand in lightroom aus zwei einzelaufnahmen aus der drohne, zwischen denen gefühlte 5 minuten lagen, also nicht den identischen blickwinkel aufwiesen. trotzdem rechnet die app daraus ein sehr kontrastreiches HDR-bild, wo auch in den dunklen und hellen bereichen noch zeichnung vorhanden ist.

zum rechtlichen: unter der brücke führt eine bundeswasserstraße hindurch, und von der muss man seit der drohnenverordnung vom april 2017 100 meter mindestabstand halten – es sei denn, es liegt eine sondererlaubnis vor. diese habe ich beim dafür zuständigen

Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund

beantragt. sie wurde nicht nur abgelehnt, sondern mir wurde mitgeteilt, wenn ich den antrag weiter verfolge, sei das amt…

“… gezwungen einen kostenpflichtigen Ablehnungsbescheid zu erlassen.”

dabei hebt sich diese brücke nur selten und zu mehr oder weniger festen tageszeiten. im winter einmal täglich, wenn ich das richtig gelesen habe. der ablehnungsgrund war die sicherheit für den schiffsverkehr.

weil es inzwischen mein drittes, bei verschiedenen ämtern eingereichtes und stets abgelehntes ersuchen war, muss ich mal beim bundesministerium für verkehr nachfragen, wie es in der → drohnenverordnung zu verstehen ist, dass diese “zukunftstechnologie” zu fördern sei. bei kleinen flughäfen war die lage anders: wenn ich in deren bereich fliegen wollte, freuten sie sich über den anruf, wir sprachen die details (zeit, ort, höhe) ab, und alles war okay.

warum wollte ich in diesem fall überhaupt direkt über die brücke fliegen? weil die orthogonale aufnahme eine weitere qualität bietet: sie schließt die einordung in die weitere umgebung aus und zeigt strenger die baulich-architektonischen details.

die → meiningenbrücke bei zingst. foto: ms/dpa

lightroom panoramen | pur

panorama aus ca. 6 einzelbildern. foto: ms/dpa

so soll ein panorama aussehen. es hat seine weitwinkligen verzerrungen, wie wir menschen mit unserem mäßigen weitwinkel-auge sie nicht kennen, und sagt damit: “ich bin ein panorama!” das foto weist – und das ist die stärke von stichting (also zusammennäh-) algorithmen – keine harten übergänge auf; die einzelbilder werden beim zusammenfügen also nicht nur von der geometrie her, sondern auch vom farb- und kontrastwert nahtlos angepasst.

trotzdem funktioniert das nicht immer vollautomatisch so gut, und im bild unten ging quasi alles schief. ich gab → lightroom ca. 20 aufnahmen als futter und ließ die app eine minute lang nachdenken. als sie mir in der vorschau dann das zeigte, klickte ich auf okay, und dann dauerte es für dieses im original knapp 20.000 pixel breite bild, etwa eine viertelstunde, bis es fertig war. was hier genau passiert ist, weiß ich nicht. der helle bereich in der bildmitte könnte mit zwei, drei ausgangsbildern zu tun gehabt zu haben, die gegen die sonne aufgenommen wurden.

schiefgegangenes panorama, aber cool! foto: ms/dpa

panorama ohne | korrektur

unkorrigiertes panorama. deutschlandfunk von süden. foto: ms/dpa

dieses foto habe ich aus vier drohnenfotos zusammengesetzt, und zwar ohne weiteres zutun in adobe photoshop lightroom. lightroom geht mit panoramen ausgesprochen elegant um. ich gab der app gestern von einem ganz anderen drohnenflug etwa 20 einzelaufnahmen und bekam in etwa einer minute ein durchaus ansprechendes gesamtbild. es dauert dann einige zeit, bis große panoramen (15.000 pixel breite sind keine seltenheit) tatsächlich gerendert sind.

das foto vom deutschlandfunk (dem linken, dunklen turm) und den türmen der ehemaligen deutschen welle wirkt perspektivisch stark verzerrt, was mir eigentlich ganz gut gefällt. es unterstreicht das baukastengefühl, das sich bei drohnenaufnahmen oft einstellt.

dreimal sauer | teig

6 scheiben, drei mehlsorten. foto: ms/dpa

unten links emmer-vollkorn, oben weizen-vollkorn, rechts unten roggen-vollkorn. alle brote schmecken unterschiedlich, das weizen z. b. passt mit seiner zurückhaltung gut zu einem nicht allzu heftigen käse oder marmelade. emmer (=zweikorn) hat immer eine anmutung von kuchen, ist aber als sauerteig auch ordentlich sauer, also ein universalbrot. das roggensauer ist ein klassiker, sehr charakterstark.

alle drei brotsorten brauchen ihre zeit, sich nach dem backen zu setzen. der weizen wird am ehesten trocken, schmeckt aber auch nach einer woche noch gut. roggen wächst nach zwei wochen über sich hinaus, auch wenn brot bei uns selten so lange hält. der emmerteig liegt (als alte weizensorte) dazwischen.

ich bin ein freund schnörkelloser brote, aber leiste mir gelegentlich die ein oder andere paranuss oder sonnenblumenkerne.

wenn ich nicht gerade unterwegs bin, “führe” ich die teige quasi alle zwei, drei tage. ein sauerteig verlangt nach drei “stufen”‘ wobei die erste meist über nacht stattfindet, die zweite dann den nächsten morgen und nachmittag über. in die dritte stufe führe ich den teig am frühen abend, gebacken wird dann gegen 23 uhr, ziemlich genau eine stunde (beim baguette kürzer, beim kastenbrot deutlich länger).